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Ich wähle den, der…

August 24, 2011

Der alte 316 hatte schon was. Ein gewisses Etwas. Damit meine nicht nur die unvergleichlichen Fähigkeiten beim Ampelrennen, oder das Muskeltraining für Oberarm und Schulter wegen der fehlenden Servolenkung, auch nicht die coolen Felgen oder gar den ständig leeren Tank. Oder den dekorativen Rost. Oder die Fähigkeit, trotz des altersbedingten Ausfalls von zig elektronischen Funktionen immer fahrbereit zu bleiben. Nein, im Vergleich zu dem 2005er Mercedes Diesel hatte der 1985er BMW zuerst mal einen großen Nachteil. Das war der Durst. Mit rentnermässiger Fahrweise (Drehzahl unter 1200 halten, maximal 80 km/h) waren 9 Liter drin, aber da kann man ja auch gleich radeln. 10 bis 15 Liter Super zog sich das Schätzchen schon durch, um seine 1,4 Tonnen standesgemäß vom Fleck zu kriegen. Der Jetzige ist ein Diesel. Genau so schwer, 10 PS mehr, Verbrauch: 5 bis 7 Liter bei gleicher Fahrweise, in der Stadt bei kalter Maschine auch mal 8 – 9. Den Unterschied riecht man auch. Der Diesel  ist olfaktorisch nicht zu erfassen, während der 316 den typischen Geruch nach Oktan und PAN (Peroxyacetylnitrat) produzierte. Rennfahrer lieben es, für alle Anderen ist es einfach nur jene Verbindung, die bei unvollständiger Verbrennung von Olefinen entsteht und die brennenden Augen und Reizungen von Schleimhäuten verursacht. Gibts beim Diesel aber nicht.
Trotzdem hatte der 25 Jahre alte Stinker etwas, was einem modernen Diesel fehlt: Die grüne Plakette nämlich. Nur die saubersten Autos kriegen den „key to the city“, die Lizenz zum Shoppen. Und zum Wohnen und Arbeiten, denn die dieselfreie Zone ist verdammt groß. Es sei noch zu erwähnen, dass die Nachrüstung mit dem Dieseldingsda exakt doppelt so viel kostet wie der BMW damals. Als alter Öko ist doch klar, was ich jetzt tun werde: Den Diesel verticken, und wieder einen (inzwischen 30 Jahre alten) BMW kaufen. Das ist doch mal aktiver Umweltschutz.
So, liebe Lokalpolitik: Ich wähle den, der diese grünliche Beutelschneiderei abschafft. Ich habe 6 – 9 Stimmen abzugeben für jede der drei Kreuzchen. Also summa solarium mindestens 18 Stimmen  für die Partei, die die Umweltzone in Osnabrück wieder abschafft: Die von F., L. und von mir. Da die Wahlbeteiligung bei 50 % -X liegt, zählt jede Stimme bei der prozentualen Auswertung doppelt, und falls der Wahlkampf noch schnarchnasiger wird, vielleicht sogar dreifach.

Also auf, die „Besten“ wählen! Klare Aussage, Herr Kandidat und dreifach punkten!

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Das Diesel-Lotto: Mitmachen und sofort an der Tankstelle gewinnen

Juli 3, 2011

Wow. Und Diesel-Lotto klingt doch viel besser als Preisabsprache, E10 oder Manipulation. Mitmachen muss jeder, auch ich. Und gleich ein satter Geldgewinn Samstag an der Tanke an der Iburger. Ich wohne in ziemlich genau gleichem Abstand von drei Großmärkten, die für den Wochenend-Einkauf alles im Angebot haben. Und unterwegs gibt es Tankstellen, die den Durst unseres Autos befriedigen. Kaufe ich die F-Stäbchen für Sonntag bei real, kann ich 50 Cent sparen, gibt es zum Frühstück Cantaloop, kann ich bei Marktkauf 60 Cent sparen. Der Schluck-Viel-und-Gut-Getränkemarkt hat regionale Angebote zum Schnäpp(s)chenpreis,  was ja für einen alten Osnabrücker Öko wie mich Grund genug sein sollte:Verglichen mit mexikanischem Bier, australischem Wein oder grönländischen Eiswürfeln ist das zweifelsohne "Regional voll total super"

Verglichen mit mexikanischem Bier, australischem Wein oder grönländischen Eiswürfeln ist das zweifelsohne „Regional voll total super“, aber da werde ich trotzdem nicht vorbei fahren, denn es liegen keine Tankstellen auf dem Weg. Denn die Überlegung, anstatt 1 Euro für Quark, Gurken, regionales bayerisches Bier oder heimische Melonen zu sparen, tritt natürlich in den Hintergrund, wenn das Auto Durst hat. Die ganze Woche war der Dieselpreis deutlich über 1,40 komma 9, die letzte 5 -Euro-Notbetankung gab es für 1,449 €/L.
Am Samstag war, nach intensiver Marktbeobachtung, Marktkauf in Nahne das Los der Wahl, denn unterwegs liegt mein Geheimtipp für das große Diesel-Los. Die Marktkauf-Tanke ist (trotz 2 Cent Kundenrabatt)  allerdings Gammel, seit Shell das gekauft hat. Aber an der Iburger gibt es eine Shell und eine Jet-Tankstelle. Meine Diesellotto-Intuition sagt: An diesem Tag, um diese Zeit, ist Jet ein heißer Kandidat.
Und falls nicht: Der Weg ist das Ziel, aber dieser Weg war der Richtige. Beim Jet gab es Diesel für 1,339 €. Volltanken – 6,60 € gespart. Scheiss auf die 60 Cent für F-Stäbchen beim real, oder 33 Cent für Gouda beim Kaufrausch oder so (ehem. Ratio).

Aber was ist überhaupt los mit dem Benzin, respektive Dieselpreis? An der Hannoverschen macht Jet neu auf, direkt gegenüber der etablierten Tanken, und der Preis läuft Amok. Jet: 1,399, Westfalen: 1,41999, Shell: 1,43999. Eine Stunde später: Alles umgekehrt. Und das überall. An der Hansastraße gibt es drei Tankstellen. Die Araltanke nimmt 1,449, Jet 1,379, und die normalerweise billgste freie Tankstelle (1 Cent unter Jet) spielt gar nicht mit und zeigt 2,409 € pro Liter an. Leider zeigte mir aber genau diese Tanke heute, dass ich am Samstag nur den zweiten Platz gelost hatte. Diesel für 1,319, Jet nebenan nimmt schon wieder 10 Cent mehr (1,419). Tja, schwache Nerven, und daher fast 1 € verschenkt.

Aber wie kann das dazu kommen?
Früher, vor der zeit der Lotterie, war Benzin bzw. Diesel Montags billig. Das spaltete sich mit der Zeit auf in Konzerne, die sich vor bewegen (schon Sonntags billig), und solche, die sich zurück bewegen (erst Dienstag billig). Aber dabei ging es um maximal 3 Cent pro Liter, und nicht um 11 oder 14 oder mehr, wie jetzt. Dann kam E10, und verwirrte die Autobetanker.

Meine Erklärung: Die Boykott-Bewegung bei facebook zeigt langsam Wirkung. Bestimmte, willkürlich ausgewählte Tankstellen-Marken werden nicht mehr besucht, und müssen daher am Preis etwas tun. Geplant war, daß die die Preise senken müssen, wenn keiner mehr zum Tanken kommt. Aber leider zieht die ganze Mafia (Markentanke plus Freie und Billigmarken) mit.
Ich habe mich lange gefragt, wie diese geniale Methode zum Stop des Preiswahnes durch die Mineralölkonzerne gekontert werden kann, und jetzt sehen wir die Lösung. Und die ist genial, das muss ich neidlos anerkennen.
Völlig wahllose Preissenkungen und Preiserhöhugen bei den am Lotto teilnehmenden Tankstellen (und das sind alle). Verbraucher, kauft nicht bei Aral und Co. Das war mal das Motto,  aber was, wenn Aral plötzlich 10 Cent billiger ist als die freie Tankstelle nebenan? Wenn der Preis auch nur für 90 Minuten gilt, in dieser Zeit ist der Boykott schon sabotiert, weil die freie Tankstelle eben mitspielt und erst Stunden später erhöht. Sonst bestände ja der Verdacht auf Preisabsprachen.
Ich ziehe neidisch meinen Hut vor der oder dem, der/die sich diese Konterstrategie bei den Mineralölkonzernen ausgedacht hat, und alle unter einen Hut gekriegt hat. Oder waren die nicht vielleicht schon immer unter diesem, einen Hut?