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Jobboom für Ältere

November 18, 2010

Der „Spiegel“ berichtete vor einigen Tagen (17.11.) darüber, und zitiert. „Bei den über 60-Jährigen ist langfristig eine Beschäftigungsquote von bis zu 50 Prozent möglich“, sagte Martin Dietz, Arbeitsmarktexperte des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), der „Financial Times Deutschland“. Und Oliver Stettes vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erwartet einen „massiven Beschäftigungsaufbau“. Bei den älteren Arbeitnehmern würden sich die Beschäftigungsquoten künftig dem Durchschnitt aller Altersgruppen annähern.

Der Facharbeitermangel machts möglich: neue Jobs für die Ü60. Und morgen werden wir Osnabrücker live dabei sein. Laut Kicker pfeift ein 64-jähriger Schiedsrichter sein erstes Spiel:

Mit 64 Jahren zum ersten Einsatz als „Mann an der Pfeife“. Nicht übel! Speziell, wenn es stimmt, was „Datenkrake“ google über den Mann weiß: leidenschaftlicher Rechtsanwalt, Nichtraucher, spielt gerne Poker, leidet unter Arteriosklerose, frisch geschieden.

Aber was ist mit der Forderung unserer Fast-Präsidentin v. d. Leyen? Sie forderte doch, sich stärker auf eine ältere Belegschaft einzustellen. Es gehe um die Kernfrage, wie „interessante, motivierende und kräfteschonende Arbeitsplätze“ für Ältere geschaffen werden könnten. Dabei könnte der Einsatz technischer Hilfsmittel etwa bei Arbeiten mit schwerer körperlicher Belastung einen großen Beitrag leisten.

Sehen wir daher den ersten Schiedsrichter mit Rolator? Wohl eher nicht, zumindest keine 90 Minuten lang. Die Laufleistung eines Schiris liegt nur bei bei 5 – 10 km in 90 min (also zwischen 4 und 8 km/h etwa); ein zügiger Fußgänger kann 6 km/h gut durchhalten. Also liegt keine „körperliche Belastung“ im Sinne von Frau v.d.Leyen vor. Dürfen die Spieler nur nicht so schnell weglaufen, bei Spurts kommt der (wegen der Arteriosklerose) nicht mehr nach, und braucht dann schnell den Rolator. Aber dafür ist ja der Schiri-Assistent da.

Denn aus der Ferne urteilen, das geht wegen der nachlassenden Seh- und Hörfähigkeiten nicht, bzw. nur mit Fernglas (oder Videobeweis, aber das ist ein anderes Thema). Aber Pokerspieler sind gute Psychologen, die können jede Situation intuitiv erfassen, auch über größere Distanzen, und können die Körpersprache lesen und schnell darauf reagieren. Eine frische Scheidung zeugt zudem von Entscheidungsfreudigkeit und Durchsetzungsvermögen, auch nach langer, scheinbarer Harmonie. Als Nichtraucher wird der entschlossene Pfiff nicht an mangelndem Lungenvolumen scheitern.

Trotzdem bleibt die Frage, ob nicht doch die Wettmafia an der Schiedsrichterwahl beteiligt war. Wir sagen: nein. Die Schufa-Auskunft von Herrn Stark ist trotz Scheidung negativ, und laut google street view wohnt er immer noch in seinem schnuckeligen, unverpixelten Haus, und fährt mit den dicken Benz in seine Kanzlei in Krefeld. Also von da droht ebenfalls keine Gefahr.

Nochmal Glückwunsch, Walter Stark, zum neuen Job; wir wüßten wirklich gerne, warum Sie zum Spielleiter auserkoren wurden, aber egal. Hoffen wir trotzdem auf einen „Spaziergang“ für den VFL.

Die Fußball-WM. Eine wirklich allerhöchst fragwürdige Veranstaltung

Juni 27, 2010

Falls der ein- oder andere es noch nicht bemerkt hat: Es ist wieder Fußball-WM. Und völlig zu recht mehrt sich die Kritik an dieser Veranstaltung. Obwohl eine Fußball-WM unter den Produktnamen „Sommermärchen“ vor vier Jahren noch gut angekommen ist, bei dem phantasievoll (und sicherlich sehr teuer) als „Wintermärchen“ deklarierten diesjähringen Relaunch geht allerhand schief, und im Volk regt sich Unwillen. Nicht nur deshalb, weil der Marketingname „Wintermärchen“ von der gleichen Agentur ausgedacht wurde, die sich Namen für die Ölauslauf-Stoppaktionen von BP ausdenkt, und, da die langsam denken, die ganze Aktion echt verzögert.

Nun aber zu den Kritikpunkten. Ganz oben auf der Liste: Die Spiele. Meist Grütze (bis auf D-AUS und noch ein oder zwei). Was soll das? Den Brasilianern ist kalt, die Franzosen haben kein Bock, den Italienern fehlt Inzaghi, der die Elver schindet, die Nordkoreaner verschwinden geheimnisvoll, aber das sind doch Ausreden.

Die Spiele aber, die nicht grottenschlecht sind, sind zu schnell. Schieds-und Linienrichter haben in schnellen Spielen einfach keine Chance zu erkennen, ob ein Ball im Tor war oder nicht. Die Spieler sind extrem rücksichtslos geworden. Da wird nach vorne gespielt, ohne darauf zu warten bis ein Schieds- oder Linienrichter mitgelaufen ist. Dann wird der Ball aufs Tor gedroschen, und bringt die Schieds- und Linienrichter in peinliche Situationen. Hustend und keuchend wird diskutiert ob das drin war oder nicht, und dann gewürfelt. Solche Szenen will doch niemand sehen.

Schlimmer als die Schieds- und Linienrichter sind nur noch die Torhüter. Klar, die wissen, dass die Schieds- und Linienrichter von der Mittellinie aus nicht sehen, ob der Ball im Tor war, aber das ist ja wohl keine Ausrede. Der letzte Nordkoreaner hat es ja sagenhafte 7 mal probiert und jedesmal beim Würfeln verloren.

Zu einem Problem werden aber auch die Fans. Ein guter Fan geht natürlich zu jedem; ich wiederhole: jedem Spiel seiner Mannschaft und ist nicht nur dann präsent und verhaltensauffällig, wenns mal gut läuft. Aber jetzt kommen die Schland-Ratten wieder aus ihren Löchern und Garagen gekrochen und gefahren, und machen mit Vuvuzolas, Gas- und Autohupen und Gegröle die Gegend unsicher. Wobei diese nicht mal vor dem Sonntag zurückschrecken.

Und überhaupt: Die Vivuzelas. Klingt wie die Baustelle am Bahndamm. Von der Stimmung im Stadion kommt überhaupt nicht über ausser „mööp“. Mit Vuvozela-Filter kommt gar nichts nichts mehr über, aber man hört die Reporter wieder. Und das ist noch übler. Buschido kommentiert bei rtl, Belarethy bei dem einen öffendlichrechtlichen. Mein Lieblingszitat von Belarethy: „das 2:0 ist ganz wichtig, denn vorher stand es ja nur 1:0“. Gut, dass mir das jemand mal erklärt hat. Ausnahme: Detzer oder Nelling lobten heute ausdrücklich, dass die deutschen Spieler nach dem England-Sieg „so ruhig und wohlartikuliert“ antworten. Ich teile dieses Lob, denn angesichts der saublöden Fragen (Herr Klose, freuen sie sich über ihr entscheidendes Tor?) hätte ich das wahrlich nicht gekonnt.

Ferner ist die „Wintermärchen“-WM eine Umweltverschmutzung allererster Güte. Als da wären: Autofahren ohne Grund, mit nutzlosem Ballast (10 Mitfahrer, OK, zumindest mit leichter Bekleidung, sinnloses Hupen (Hupen kostet Sprit, es erhöht den Spritverbrauch fast so stark wie der Betrieb einer Klimaanlage), Entsorgung defekter Vovuzielas usw… Damit erhöht sich unser Klima spontan wieder mal um drei Grad Zelsius.

Und überhaupt: Afrika so als Kontinent profitiert nicht im Mindesten von der WM. War auch Thema bei G20. Bruttosozialprodukt, Jobs – alles Lüge. Die Stadien haben schließlich deutsche Firmen gebaut.

Und auch die deutsche Wirtschaft ist unzufrieden. Denn die WM findet ja nicht hier statt, sondern in Afrika. Und Nike (US-Konzern) führt deutlich gegen Puma und Adidas, obwohl Ballack ja extra nach Herzogenaurach gefahren war, um für Gefahr im Mittelfeld zu sorgen.

Zuallervorletzt muss erwähnt werden, dass es schon prinzipiell zutiefst nationalistisch ist, Nationalmannschaften zu unterstützen. In Zeiten, in denen die Probleme unserer Erde ein Zusammenstehen der Länder und Kontinente fordern, so eine nationalistische Veranstaltung abzuhalten und im Fernsehen auch noch zu propagieren.. wo leben wir denn?

Und das schlimmste: Beim Public viewing hat so ein Asi auch noch versucht  durch seine Vuvuzela mein Bier auszuschlabbern. Dachte wohl, ich merk das nicht.

Gute Besserung.

Hoffentlich ist die WM bald vorbei und vergessen.