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Das Diesel-Lotto: Mitmachen und sofort an der Tankstelle gewinnen

Juli 3, 2011

Wow. Und Diesel-Lotto klingt doch viel besser als Preisabsprache, E10 oder Manipulation. Mitmachen muss jeder, auch ich. Und gleich ein satter Geldgewinn Samstag an der Tanke an der Iburger. Ich wohne in ziemlich genau gleichem Abstand von drei Großmärkten, die für den Wochenend-Einkauf alles im Angebot haben. Und unterwegs gibt es Tankstellen, die den Durst unseres Autos befriedigen. Kaufe ich die F-Stäbchen für Sonntag bei real, kann ich 50 Cent sparen, gibt es zum Frühstück Cantaloop, kann ich bei Marktkauf 60 Cent sparen. Der Schluck-Viel-und-Gut-Getränkemarkt hat regionale Angebote zum Schnäpp(s)chenpreis,  was ja für einen alten Osnabrücker Öko wie mich Grund genug sein sollte:Verglichen mit mexikanischem Bier, australischem Wein oder grönländischen Eiswürfeln ist das zweifelsohne "Regional voll total super"

Verglichen mit mexikanischem Bier, australischem Wein oder grönländischen Eiswürfeln ist das zweifelsohne „Regional voll total super“, aber da werde ich trotzdem nicht vorbei fahren, denn es liegen keine Tankstellen auf dem Weg. Denn die Überlegung, anstatt 1 Euro für Quark, Gurken, regionales bayerisches Bier oder heimische Melonen zu sparen, tritt natürlich in den Hintergrund, wenn das Auto Durst hat. Die ganze Woche war der Dieselpreis deutlich über 1,40 komma 9, die letzte 5 -Euro-Notbetankung gab es für 1,449 €/L.
Am Samstag war, nach intensiver Marktbeobachtung, Marktkauf in Nahne das Los der Wahl, denn unterwegs liegt mein Geheimtipp für das große Diesel-Los. Die Marktkauf-Tanke ist (trotz 2 Cent Kundenrabatt)  allerdings Gammel, seit Shell das gekauft hat. Aber an der Iburger gibt es eine Shell und eine Jet-Tankstelle. Meine Diesellotto-Intuition sagt: An diesem Tag, um diese Zeit, ist Jet ein heißer Kandidat.
Und falls nicht: Der Weg ist das Ziel, aber dieser Weg war der Richtige. Beim Jet gab es Diesel für 1,339 €. Volltanken – 6,60 € gespart. Scheiss auf die 60 Cent für F-Stäbchen beim real, oder 33 Cent für Gouda beim Kaufrausch oder so (ehem. Ratio).

Aber was ist überhaupt los mit dem Benzin, respektive Dieselpreis? An der Hannoverschen macht Jet neu auf, direkt gegenüber der etablierten Tanken, und der Preis läuft Amok. Jet: 1,399, Westfalen: 1,41999, Shell: 1,43999. Eine Stunde später: Alles umgekehrt. Und das überall. An der Hansastraße gibt es drei Tankstellen. Die Araltanke nimmt 1,449, Jet 1,379, und die normalerweise billgste freie Tankstelle (1 Cent unter Jet) spielt gar nicht mit und zeigt 2,409 € pro Liter an. Leider zeigte mir aber genau diese Tanke heute, dass ich am Samstag nur den zweiten Platz gelost hatte. Diesel für 1,319, Jet nebenan nimmt schon wieder 10 Cent mehr (1,419). Tja, schwache Nerven, und daher fast 1 € verschenkt.

Aber wie kann das dazu kommen?
Früher, vor der zeit der Lotterie, war Benzin bzw. Diesel Montags billig. Das spaltete sich mit der Zeit auf in Konzerne, die sich vor bewegen (schon Sonntags billig), und solche, die sich zurück bewegen (erst Dienstag billig). Aber dabei ging es um maximal 3 Cent pro Liter, und nicht um 11 oder 14 oder mehr, wie jetzt. Dann kam E10, und verwirrte die Autobetanker.

Meine Erklärung: Die Boykott-Bewegung bei facebook zeigt langsam Wirkung. Bestimmte, willkürlich ausgewählte Tankstellen-Marken werden nicht mehr besucht, und müssen daher am Preis etwas tun. Geplant war, daß die die Preise senken müssen, wenn keiner mehr zum Tanken kommt. Aber leider zieht die ganze Mafia (Markentanke plus Freie und Billigmarken) mit.
Ich habe mich lange gefragt, wie diese geniale Methode zum Stop des Preiswahnes durch die Mineralölkonzerne gekontert werden kann, und jetzt sehen wir die Lösung. Und die ist genial, das muss ich neidlos anerkennen.
Völlig wahllose Preissenkungen und Preiserhöhugen bei den am Lotto teilnehmenden Tankstellen (und das sind alle). Verbraucher, kauft nicht bei Aral und Co. Das war mal das Motto,  aber was, wenn Aral plötzlich 10 Cent billiger ist als die freie Tankstelle nebenan? Wenn der Preis auch nur für 90 Minuten gilt, in dieser Zeit ist der Boykott schon sabotiert, weil die freie Tankstelle eben mitspielt und erst Stunden später erhöht. Sonst bestände ja der Verdacht auf Preisabsprachen.
Ich ziehe neidisch meinen Hut vor der oder dem, der/die sich diese Konterstrategie bei den Mineralölkonzernen ausgedacht hat, und alle unter einen Hut gekriegt hat. Oder waren die nicht vielleicht schon immer unter diesem, einen Hut?

Ehec – die Gurkengrippe: Das Ende der Grünen ist nahe

Juni 10, 2011

Bio-bashing ist in. Die Schwarz-gelben holen zum Endschlag gegen Grün aus. Erst wurde das Atom erobert, jetzt wird die Biobranche liquidiert. Das soll für einen knappen Wahlsieg reichen, denn mehr Themen (bis auf diese Idee, Sex mit Minderjährigen zu legalisieren) hat rot-grün nicht. Der Weg zum Sieg führt durch den Darm, und heißt Ehec. Oder Gurkengrippe, wie eine ungarische Zeitungen die „Bild“ zitiert. Und so werden diese Bios das Ende der Menschheit verursachen, wenn man die einfach so weiter gärtnern lässt.

Schon ein Gramm Ehec kann die ganze Menschheit infizieren! Aber wie kriegt man es hin, dass jeder Mensch in den Genuss des Durchfalles von Ehec-Patienten kommt? 1 Gramm Ehec, verborgen in etwa 100 ml Durchfall, auf 10 Milliarden Menschen verteilen, das ist schon schwierig. Das Tauben-Prinzip: auf den Kopf kacken, scheidet schon mal aus, da es sich ja um Gurken oder Sprossen oder Kühe handelt. Und Durchfall besteht ja nicht aus reinem Ehec. Also, wie ist das einfach zu realisieren? Ganz einfach: Setze Kühe (oder Ehec-Patienten, die ja eh kein Krankenhaus mehr aufnimmt) an den Rand eines Vulkans, sammle die Kuhfladen, resp. den Durchfall, im Krater, und warte auf den großen Vulkanausbruch. Beim Grimsflötl geht das raz-faz.
Flugasche, Vulkanasche, Island. Vulkane mit Namen wie aus der Apotheke. Island … war da nicht was mit der Wirtschaft, EU-Krediten, drohender Pleite? Wollen die etwa durch verseuchte Flugasche Europa in die Knie zwingen? Oder war das doch Irland? Ilse A. wirkt auch da recht ratlos, während der Mann im Hintergrund wieder diese Agar-Platten hoch hält und über die „Ursache des Erregers“ rätselt.
Ach ja, Kuhfladen:Wegen der Kuhfladen sollte man regelmäßig die Hände wasche, rät der Kinderreporter. Danke, guter Tipp. Kuhfladen liegen im Bioladen ja auch überall herum. Fraglich nur, ob heutige Kinder wissen, was Kuhfladen wirklich sind. Wo die aus der Kuh fallen, und dass die nichts mit Fladenbrot oder Nutella, aber was mit Milchschnitte, Fruchtzwerg, Steak und Burger zu tun haben. Sehr fragwürdig, dieser Tipp, denn alle Biobauern, speziell die Verdächtigten, schwören ja Himmel & Hölle, dass Bioprodukte niemals gedüngt werden. Und wenn doch, dann niemals mit Mist oder Gülle. Höchstens mit gutem „Bio“ aus BiogasanlagenBiogas-Anlagen standen hoch im Kurs, grade bei den Alternativen. Als Alternative zur Kernkraft sowieso, mal bei dieser, mal bei der Partei, meist bei den Grünen. Als Ehec-Schleuder wurden sie aber gradezu prominent. Mediziner meinen, in diesen Reaktoren (schon die Wortwahl klingt wie die böse Kernkraft, gelle?) entstehen nie dagewesene Bakterien-Isotope aus Verschmelzungen (bakterielle Kernschmelze). Und eine bakterielle Kernschmelze von nie dagewesenen Mischungen macht dann ein Ehec.  Eine Meinung macht einen Mediziner zwar noch nicht zum Experten, aber wenn die Presse es druckt, muss auch ein Gesundheitsminister da zustimmen.Doch das ist auch keine endgültige Lösung. And also the trash. Wer gegen Bio ist, muss auch gegen die Bio-Tonne sein. Ehec – der Keim, der aus der Tonne kam. Wenn man „Bild“ letzte Woche glauben durfte, infizierte sich eine Familie, weil sie zwei Wochen alte Gurken aus der Mülltonne aß. Leider ist dieser herrlich verquere Beitrag inzwischen nicht mehr online, und es heisst jetzt, die Familie infizierte sich erst, und tat dann die Gurke in die Tonne, und erst nach zwei Wochen fanden die Mediziner, die routinemäßig Mülltonnen durchstöbern (um neue, gefährliche  Bakterien für die Promotion, und Pfandflaschen für die Finanzierung derselben zu finden) auch den Ehec-Erreger darin.
So logisch, wenn nicht gar einleuchtend, das alles aus Ministermund und Presse klingt, es bleiben im Volke dennoch quälende Fragen offen:Was also kann man tun, um diese Epidemie in den Griff zu kriegen, und die Wähler zu beruhigen? Robert Koch sagt (natürlich): Koch es ab. Besser ist es aber, Umfragen zur Ursache anzustellen. Gute, demokratische Praxis. Die Meinung des Volkes ist immer noch das A und O, und die wählen ja schliesslich. Die Ursache demokratisch bestimmen, statt Experten, die in Mülltonnen wühlen, entscheiden zu lassen. Was ganz einfaches muss her. Sowas wie: Wer ist für Gurken als Ursache?  Die gewählte „Ursache des Monats“ wird verboten, und alle sind erfreut über die Handlungsfähigkeit des neuen gesundheitsministers. Und das ist die neue Umfrage, deren Erarbeitung mehr gekostet hat, als Island, Irland und Griechenland zusammen pro Woche an Krediten brauchen:Überraschendes Ergebnis: Landwirte auf Platz 1. Glückwunsch. Und wir dürfen ab sofort wieder ungekochte Gurke essen

Die Expertenkommission hat nun ein neues Projekt gestartet, welches noch früher ansetzt. In Arbeit ist jetzt ein ähnlicher Fragenkatalog zum Thema „Woran erkenne ich, dass ich Durchfall habe?“ Fertigstellung bis zur nächsten Wahl wurde zugesagt.

Die BPissten

Juli 23, 2010

Nächster Skandal bei BP?

Das Öl-Leck unter den Überresten der Deepwater Horizon, aus dem mehr oder weniger Rohöl in den Golf von Mexico dringt, ist schlimm. Schlimmer, dass so ein Projekt offensichtlich genehmigt wurde, ohne dass ein Notfall-Plan existierte, der etwas weniger theologisch fundiert ist  ist als das bewährte „Gott wird´s verhindern“ (Wörtlich zitiert lt. SPON: „Wir haben Technologie, und so Gott will, werden wir es nicht erlauben, dass so etwas hier passiert“).  In Gods own country mag das helfen, aber vor der Küste in 1500 m Wassertiefe wird die Theologie offensichtlich zu stark verdünnt. Egal, Brasiliens Petrobras startet Ölbohrungen in 5000 m Wassertiefen mit exakt diesem Sicherheitskonzept (und der Gewissheit, dass Kameras nicht bis in diese Tiefe funktionsfähig bleiben), und die BP-Konkurrenten Exxon Mobil , Chevron, ConocoPhillips und Royal Dutch Shell legen gemeinsam schon mal etwa 1 Milliarde auf die Seite, um 1.) ein solches Mediendebakel ggf. besser zu händeln, und 2.) für den Rest einige Vögel zu entölen. Mehr Geld, etwa für konkrete Konzepte für den Tiefsee-Katastrophenfall sitzt nicht drin, denn die Kasse muss ja gefüllt sein, um BP (mit seinen unüberschaubaren Finanzverpflichtungen) in etwa 6 Monaten übernehmen zu können.

Der neue Skandal ist allerdings um einiges schlimmer.  Aufmerksame Blogger haben enthüllt, dass BP im Internet mit manipulierten Bildern arbeitet (SPON: Blogger enthüllen neue BP-Bildmanipulationen; http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,707855,00.html). Die Anschuldigungen sind hart: Bilder sollen retuschiert worden sein, Farben wurden verändert, Bildschärfe und Kontrast nachträglich bearbeitet, ja, ganze Bildausschnitte wurden gleich Megapixelweise manipuliert. Wie die Washington Post, die den Blogger entdeckte, der aufdeckte, folgert, ist das nur eine Konsequenz des schlampigen Arbeitens dieses ausschliesslich auf Gewinn orientierten Konzerns, der für „unhaltbare Zustände“ und „mangelhafte Ausrüstung“, sowie für „Tankstellen“ und „schlecht ausgebildetes Personal“ bekannt ist. BP hingegen sagt, da habe doch nur jemand mit seinen Fotoshop-Kenntnissen angeben wollen.

Wir decken auf: So kam es zu diesem neuen Supergau-Mega-Deasaster

(für Ihre Fantasie, als bildliche Einstimmung: Denken Sie an Szenen aus Alien I, Matrix, Blade Runner sowie Verfilmungen von Tom-Clancy-Romanen). Es wird eingeblendet vor dem Bild eines düsteren Hochhauses: Ort: BP-Zentrale, Zeit: Kurz nach 9, Wetter: Mieselregen, 22 Grad. Wind: Südsüdost. Die Frisur hält.

Chef (öffnet die Tür und schreitet ins Büro) „Moin Jungs (Kurze Pause, setzt sich) Wie läufts denn?“

Gemurmel im Büro: „schlecht, Chef“, Kaum noch was“, „is wohl dicht“, „kommt nix mehr“

Chef: „Na prima, das läuft ja wie geschmiert.“ (Winkt 1 Mitarbeiter zu sich)

Chef: „Charlie, wir haben ein Problem“

Charlie: (Winkt ab) „Chef, ich hab Husten“

Chef „Charlie, keine Scherze auf Apollo 13-Niveau, es ist ernst. Sehr ernst. Ernest sogar“

Charlie (erstaunt, kommt näher): „Nichts läuft mehr, alles prima, was kann das denn noch sein?“

Chef: „Unsere Homepage. Charlie, ich habe mir die heute morgen mal angesehen. Total veraltet. Und bei google auch total abgesackt. Sogar noch hinter diese „Wir tanken auch ihren Golf voll“-Leute. Wir müssen da was tun. Was sollen unsere Kunden denn von uns denken?“

Charlie: „Aber Chef, das macht doch unsere Kreativ-Abteilung. Da sitzen 86 teure Kreativ-Experten aus 110 ölimportierenden Ländern. Die sind für sowas zuständig!“.

Chef: „Charlie, die arbeiten Tag und Nacht in ölimportierenden 110 Ländern an einem Super-Namen für die nächste Bohrloch-Abdicht-Kampagne, das hat allererste Priorität. Der Name muss beim ersten Versuch sitzen. Nein, dies Homepage-Problem müssen wir selber in den Griff bekommen“

Pause. Man hört eine Stricknadel fallen.

Charlie, zögernd: „Wir … könnten ein paar neue Bilder einstellen. “

Chef (auf mal sichtbar höchst zufrieden + begeistert): „Genial, Charlie. Ich sehe, sie verdienen ihr fürstliches Gehalt wirklich zu recht. Wirklich…“

2. Akt: Charlies Büro. Charlie ruft den Chef an. „Chef, auf unserem Server sind nur so Bilder von der brennenden Deepwater Horizon, ölige Vögel, Tankstellen und die von neulich mit Barak und Michelle“

Chef: „Was, die auch? Wartense, ich hab noch welche aufm Handy, vielleicht ist da ja was bei.“

Etwas später, Chef schreitet in Charlys Büro, Handy in der Hand, damit (mit dem Handy) beschäftigt wirkend. „Schaunsema, hier ist doch das Bild von vorgestern, der Hubschrauber im Anflug aufs Weiße Haus, das kann man doch nehmen“

Charlie: „Noch mehr Gerüchte über Kontakte zur Politik? Tut mir leid Chef, das geht nicht“

Chef: „aber kann man das denn nicht rausmachen, ..ä.. Fotomontage, verstehen sie? “

Charlie (denkt nach, dann) „Der Joe aus der Kantine, der kann sowas…hab ich wenigstens gehört“

Chef: (entschlossen) „Sofort her mit dem, egal wie, so wie er ist. AUF DER STELLE!“ (Fußstampf)

Etwas, eher kaum, später: Joe erscheint, einen Napf mit Erbsensuppe und einen Rührlöffel in der Hand.

Joe (zwanghaft locker): „Ja, Chef? War was nicht OK mit dem Nutellabrot?“

Chef: (spontan) „Alles OK mit Nutella, Joe.“ (Pause, mustert Joe und schnüffelt nebenbei an der Suppe) „Weshalb ich Sie rufen liess: Es wird erzählt, sie kennen sich mit (guckt auf Zettel) Photoshop aus?“

Joe: „Ja.. nein, also mein Sohn hat da mal neulich mal aus Versehen sonne Raubkopie runtergeladen, und ich hab… also nicht mit Absicht, wirklich nicht…“ (verstummt langsam, errötet).

Chef: „Joe, ich habe einen Job für dich.“ (Spannendes Schweigen) (Chef zückt sein Handy und sagt) „Joe, schau mal hier. Ich fliege mit Michele und Barack aufs Weiße Haus zu. Kannst du mit Foto..dingsda das Weiße Haus gegen, na sagen wir Meer austauschen?“

Joe: „Haben sie ein Bild vom Meer?“

Chef: kopfschüttel, sackt in sich zusammen, wirkt deprimiert.

Charlie hustet, mischt sich dann ein: „Mach doch Handyphoto von der Erbsensuppe, und färb es blau. Die Fettaugen sehen eh aus wie die Ölflecke im Golf, und schmecken auch so“.

Chef (wieder aufrecht, lobend) „Charlie, Prima Vorschlag. Ich sehe, sie sind ihr fürstliches Honorar wirklich wert.“

Joe macht es.

Erster Versuch

noch sieht es aus wie Erbsensuppe vor dem White House,...

aber Joe kriegts hin.

Chef (Klatscht dabei in die Hände) „Toll Toll Toll. Und jetzt was aus unserem Control Center. Wir müssen der Welt zeigen, dass wir alles unter Kontrolle haben.“

Joe geht in den Kontrollraum, um mit seinem Handy ein Foto zu machen. Charly, als Joe raus ist: „Schon wieder Erbsensuppe in der Kantine. Das sind wirklich unzumutbare Arbeitsbedingungen hier. Unwürdig für so einen Weltkonzern.“

Verstummt, denn Joe kommt wieder, blass. Charlie: „Und?“

Joe zeigt ihm das Foto, wortlos. Schluckt trocken. Stellt die Erbsensuppe weg, nimmt sich eine Cola. Chef guckt aufmerksam zu.

Kontroll-Zentrum: Probleme für Joe?

Chef guckt jetzt auch auf das Foto, welches Charlie ihm blass und wortlos hinhält.

Chef: „Was, die gucken auch Videos über Missbrauch in der Freizeit?“

Charlie: „Keine Sorge, Chef, die gucken das im Dienst“

Chef: „Dann bin ich ja beruhigt“. Zögert. „Trotzdem Joe, da musst du nochmal ran“

Joe: „Noch ein Foto machen?“

Chef: „Nein, ein paar andere Bilder auf die Bildschirme, mit dem Fotodingsda, und die Kaputten weg machen“

Joe macht es

Chef: „Klasse. Und jetzt noch ein letztes, sagen wir bei der Krisensitzung. Ich hab da eins auf dem Handy, schaunsemal.“

Charly schaut „Aber Barak und Michelle müssen da wirklich weg, Chef“

Beide blicken Joe an. Joe macht es.

Auch kein Problem für Joe

3. Akt, incl. Happy-End:

Chef: „Joe, sie haben uns aus einer schweren Krise geholfen. Sie sind engagiert. Was ist ihr Preis?“

Joe: (reichlich verwirrt, stottert) „also 10 pro Stunde wären schon ok“

Chef: „Ja Joe, bescheiden, das schätze ich. Das ist ja deutlich unter unserem Limit. 10.000 Dollar die Stunde, ich gebs an die Buchhaltung weiter. Melden sie sich Montag gegen 11 im Hilton bei unserer Kreativ-Gruppe. Im 19. Stock. Toller Blick auf den Golf. Und jetzt krieg ich noch 1,90 für die Cola von Ihnen.“

Joe: (betäubt, verlegen, sucht als Übersprungshandlung verzweifelt in seinen Taschen nach Geld, nach 1,90, um exakt zu sein) „Ja ä ich weiss gar nicht was ich sagen soll, Chef. Darf ich Sie auf eine Erbsensuppe in die Kantine einladen?“

Chef (gerührt): „Danke, Joe, aber ich muss dringend nach Washington. Barak wird staunen, wenn er das sieht“.

Geht ab, Charlie ruft ihm noch nach „Vergessen sie die Pralinen für Michelle nicht wieder“.

Joe geht auch, verlegen, unsicher und linkisch winkend. Charlie, jetzt alleine, dreht dramatisch den Drehstuhl in die Kamera und sagt: „Wenn das rauskommt, sind wie echt die BPissten“.

Fortsetzung wird wohl folgen.

Was haben der Rhein und Arminia Bielefeld gemeinsam?

März 27, 2010

Richtig: Punktabzug durch Manipulationen.

Während die Arminia aber nur 3 Plätze in Liga 2 verliert, erwischt es den Rhein ungleich über. Durch Manipulationen Unbekannter (angeblich ein simpler Zahlendreher, wie er in den 60gern wohl gerne mal vorkam), warb der Rhein jahrelang damit, der längste deutsche Fluß zu sein,
und international immerhin auf Rang 163 zu stehen (der punkt- bzw. längengleiche gleiche Iguacu (Südamerika) landete aufgrund der geringeren Abflußmenge auf Rang 164), satte 13 Plätze vor der Elbe.
Dadurch, daß dieser Schwindel jetzt aufflog, steht der Rhein aktuell nur noch auf Rang 181, und muss somit internationale  Nobodies wie Krishna (Asien), Shire (allerdings nur zusammen mit Ruhuhu; beide Afrika, Aruwimi (ebenfalls Afrika, und zwar im Blauen Gebirge, wer es genau wissen will), North Saskatchewan River (Nordamerika), Kerulen, Vaal, Chenab, Seja und Juruena an sich vorbei ziehen lassen. Und das Team Elbe/Moldau, natürlich. Immerhin, ein schwacher Trost bleibt dem Rhein:  bei der Mittleren Abflußmenge scheint vorerst alles beim Alten zu bleiben. Ein satter 112. Rang, weit vor der Elbe. Und die Transporte per Schiff (von Schaffhausen nach Rotterdam zum Beispiel) verkürzen sich so um satte 7%.

Fazit: Überall wird gekürzt, jetzt sogar beim deutschesten Urgestein, dem Rhein. Vielleicht ein Fall für Westerwelle? Macht er den Rhein wieder lang?  Durch steuerliche Absenkungen in den Alpen etwa?
Verglichen damit wäre die Kohlsche Heldentat der deutschen Wiedervereinigung doch so, als wenn ein Sack Reis in den Krisha kippt.