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Grey surfer – silver experts?

September 19, 2010

Die Facharbeiter fehlen – nicht nur in der Politik.
Deutschland ist überaltert. Ingenieure fehlen – aber bei der jüngeren Generation gilt Technik als „voll uncool“, die Kids würden lieber Wale retten, Atomlaufzeiten stillegen ohne dabei was zu endsorgen, oder was gegen das böse CO2 oder H2O oder wie auch immer das Zeugs heisst, was BP und Stuttgart 21 als gemeinsames Genozid auf die lieben Kleinen loslassen, heisst, tun.

Nach zwei eingeschobenen Nebensätzen sollte ich die jugendlichen Leser, die mit mehr als 5 korrekt geschriebenen Wörtern nacheinander, auch noch getrennt in Subjekt, Prädikat und Objekt; jedes Wort ohne das vertraute a wie ey alda am Ende, hiermit los sein, also reden wir mal unter uns Erwachsenen Klartext. Von den Kids will keiner mehr Ingenieur werden, weil  viel zu schwer, das. Und eben null porno, alter. Da mussu machen un lernen. un rechnen. Und natürlich der Rechtschreibung mächtig sein. BP hat mit diesen Leuten anscheinend experimentiert.

„Dagegen“ sein ist echt viel Cooler, wobei es quasi egal ist, gegen was eigentlich.
Aber immerhin, mit  dem Internet, da kennen sich die Jungs und Mädels aus. Haben es ja per babyphone (alias Facebook 1.0) quasi gleich mit der Geburt so gelernt. Trotzdem ging dabei was schief. Man braucht nur mal die Werbung auf mtv und ähnlichen Klerasiliker-Sendern zu sehen (Orte deinen Freund per Handy, Gratis Röntgen-Scanner fürs Handy, Wie stark ist eure Liebe – texte blabla an soundso für 3,89 pro sms) – das zeigt doch die Kompetenz dieser Generation.
Wenn die so von der Werbung angesprochen wird, – alles klar. Glaub Alles und konsumiere. Kein Konzern der Welt würde eine 500.000 €-Werbung auf mtv buchen, wenn es nicht genügend Kunden für den „Röntgen-Scanner“ (=Bild invertieren, und auf Schwarz-weiss reduzieren) gäbe.
Dazu passt, dass ich selbst von Leuten mit echt intelligenten Kindern höre, dass es Probleme mit Internet-„Dienstleistern“ gibt, da „unwissentlich“ kostenpflichtige Angebote in Anspruch genommen wurden.
Aktiv beteiligen am supersozialen Web 2.X tun sich, lt. SPON, ohnehin nur 3 % der unter 25-jährigen. Der Rest ist „drin“, aber passiv. Verabredet sich nur mal per Twitter zur Anti-H2O – Demo in Stuttgart21.
Also was tun, teutsche Wirtschaft? Diese Nachwuchs-Experten wachrütteln, oder Inder und Chinesen anwerben, oder alte Säcke, die längst in Rente auf Eis liegen,  nochmal auftauen?
Quasi als elektronische „senil brigade„, die in dem herrlichen Film „Milagro“ immer im richtigen Moment an der richtigen Stelle auftaucht und Joe die guten Tipps gibt?

SPON lässt gerne mal die grade greif- und ansprechbaren Omas und Opas aus dem Pflegeheim nebenan an eine Daddel-Konsole und verkündet stolz: „Oma fands interessant und wird dem Ur-Neffen davon erzählen“.  Wenn sie es dann noch weiss. Die „Silver Surfer“ , also die Generation ab 50 gilt als inkompetente Zielgruppe, die zwar von Adolf und dem Kartoffelkrieg lamentiert, aber von sowas wie dem Inter-Netz keinen Schimmer hat.

Denkste. Mir als jemandem, der Internet-Dienstleistungen anbietet, sind in letzter Zeit jedoch zunehmend Kundenkontakte wie der Folgende passiert:
„Ich brauche eine aktuelle Vermarktungsstrategie für meinen Internet-Auftritt. Ich bin jetzt (zwischen 70 und 82 Jahre alt), von Beruf z. B. Friseurmeister, Metzger, Handelsvertreter, Immobilienberater“; alles handwerkliche, technische  oder kaufmännische Berufe.
Alle mit Homepage, die seit weit über 10 Jahren besteht, und von den Inhabern selber recht ordentlich, teilweise sogar sehr gut, gepflegt wurde.  Das muss die Generation sein, die zu meiner Kindheit (!) diesen C64-Aufkleber am Volvo oder der Ente hatte, den ich damals nie verstand.
Ich konnte mit Allen reden, aber nicht mit Allen ins Geschäft kommen, denn die Intention speziell der Älterern (80+) war, den Laden incl. Homepage für die Übergabe an die nächste Generation klar zu machen, ohne dabei Geld zu investieren. Aushorchen per Hörgerät, aber für lau. Gerissen.
Was ich damit sagen will: Wer diese Generation, die z. T. bis weit über 80 geistig rege und fit in aktuellen Dingen ist, einfach so „rentieren“ (=in Rente schicken) will, verschenkt Wissen ohne Ende.
Wir haben einen Fachkräfte- und Expertenmangel nur in der Politik. Wenn es für die „grey surfer“ eine vernünftigere Option gäbe, als die einfach nur als Kostenfresser der Sozialkassen zu sehen, die könnten zu fünft mehr und profitabler helfen als 500 Klerasiliker.

So sind Kinder…

Juli 27, 2010

… denn sie ärgern gerne mal die alleinerziehende Mutter, speziell als Einzelkind. In intakten Großfamilien (wie den legendären „Waltons“) sind Kinder hingegen eine Wohltat und Bereicherung für das Familienleben. Genaueres dazu im Beitrag vorher, speziell wie sich die OSZ diese „Bereicherung“ konkret vorstellt.

Großfamilien sind einfach ein Synonym für die Intaktheit der zwischenmenschlichen Beziehungen, biologische Ernährung und perfekte Kindeserziehung. Vor den Alleinerziehenden hingegen, speziell vor deren Kindern, kann gar nicht eindringlich genug gewarnt werden, wie die Vorfälle auf Ameland uns lt. OSZ gezeigt haben.

Aus diesem Grunde, und zur Prävention weiterer Vorkommnisse egal welcher Art, wird an sozialen Brennpunkten (also Gegenden, in denen der Anteil alleinerzogener Kinder über 25% liegt), und in Nähe von „Kinderläden, -horten und-gärten, sowie natürlich Landheimen eine neue Verkehrstafel aufgestellt, die als Warnung vor sozialem Gefälle konzipiert ist. Dank seiner gewaltigen Bildersprache bringt es die ganze Problematik exakt auf den Punkt:

Achtung, Alleinerziehend!

Zur Bedeutung des Schildes und zur Notwendigkeit der Beschilderung erklärt Verkehrsminister Westerwelle auf einer Pressekonferenz (die großzügigerweise von der Fa. Schilder-Macher GmbH, Ameland, unterstützt wurde) im Hotel Möwenpick:

„Wir erkennen auf Anhieb und sofort; allein ist sie, die alleinerziehende Frau, auf weiter Flur. Die Haltung des rechten Armes, etwas gewinkelt im Handgelenk, spiegelt eine sichtbare „Genervtheit“ wider, auf jeden Fall weder Zuneigung noch gar Liebe zu dem Kind. Dieses wird nur lästigerweise mitgeschleppt. Unterstützt wird diese Haltung durch die linke Hand, die aufreizend gleichtgültig in der Jackentasche ruht.

Der kurze Rock deutet an, dass diese genervte Frau lieber etwas ganz anderes anstellen würde, als mit dem Kind spazieren zu gehen. Die Fa. Schilder-Macher GmbH, Ameland, die dieses Kunstwerk schuf, deutet damit sogar an, dass es sich nicht um „spazieren“ im Sinne einer freiwilligen Freizeitaktivität handelt, sondern um den Gang zum Sozialamt oder Vormundschaftsgericht. Die deutlich sichtbaren Fetzen am (für meinen Geschmack ohnehin viel zu kurzen) Rock untermauern diese Analyse. Das würde ausserdem besser zur ihrer Körpersprache passen. Der zu kurze Rock lässt allerdings pikante Spekulationen, gar Schlussfolgerungen auf ihrnen Gelderwerb, der illegalerweise zusätzlich zu Harz 4 erfolgt, zu. Und auf den Vater dieses Kindes.

Freiwillig geht sie jedenfalls nicht den Weg, den sie geht, erst recht nicht mit dem nahezu geschlechtsneutralen Kind an der Hand. Der kleine schwarze Zipfel am rechten Rand des Kindes könnte auf ein Mädchen deuten, oder auf einen Jungen, aber das ist eine doch sehr gewagte Interpretation dieses Werkes und keine Festlegung. Offensichtlich ist aber die Schusswunde, das Kugelloch am Hals des Kindes. Hier wird eine Tötungsabsicht durch die Mutter latent impliziert. Kinderhass, verursacht durch Sozialneid, ist grade bei Alleinerziehenden eine häufige Ursache für häusliche Gewalt.

Entscheidend für das Verständniss dieses Werkes ist dennoch das hier als lebend dargestellte Kind. Es schwenkt den mütterlichen Kopf locker bis genüsslich in der rechten Hand und scheint sagen zu wollen: „^Knall mich ruhig ab, ich mach mit dir eh, was ich will“, ja das scheint es deutlich zu sagen. Und sich darüber zu freuen. Die bewusst triste, gradezu monochrome, Farbgebung des Werkes muss gar nicht mal mehr extra betont werden.

meinedamenunheren, Kein anderes Verkehrsschild auf der Welt wird jemals so viel soziale Kompetenz, aber auch soziale Brisanz auf mal transportieren, wie das aktuelle Werk der FDP. Wir werden es in Ameland, Osnabrück, aber auch an jedem weiteren Ort, wo sich Kinder von Alleinerziehenden rumtreiben, aufstellen.
Zur Finanzierung werden wir diesen Leuten das Elterngeld kürzen. Wir erhoffen uns von diesem Schritt eine Rückkehr in den Schoß der intakten Großfamilie, und sichern dadurch wertvolle Arbeitsplätze bei einem der größten Arbeitgeber dieser Region: der Schilder-Macher GmbH, Ameland, die uns diese großartige, 4-tägige Pressekonferenz in diesem großartigen Hotel bezahlt hat. Danke also Heinz Macher (mein Vetter), und Dank auch an Hern Huber, den Betreibe dieses Hotels und Gatte meiner Schwester. So, meinedamenundherren, muss eine Großfamilie funktionieren. Dafür zahlt der Staat gerne.

dankefürdieaufmerksamkeit hüstel.“

Soweit die Rede von Minister Westerwelle.

Nur Fiktion? Nein, nicht mal bei dem Schild. Es handelt es sich nicht um eine billige Bildmontage, das „Original“ steht in Köln in der Fußgängerzone:

Ein weiser Russe hat mal gesagt (Frei übersetzt)

„Kinder sind wie Blumen auf dem Grab ihrer Eltern“

Der dürfte schon damals seine Kinder im Sommercamp gehabt haben, alleinerziehend gewesen sein, aus einer Kleinfamilie stammen, und Leser eines „Sonntagsblattes“ gewesen sein.

Gute Nacht, John-Boy!