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Kabbel Part III

September 6, 2012

Die Fortsetzung von Part2, welches widerum nur eine Fortsetzung von Part 1 war.
Donnerstag, 8 Uhr, dritter Urlaubstag. Kurzfassung: Es passiert wieder viel an dem tag, ich erhalte ein paar Reklame-Anrufe, trinke meinen Kaffee schwarz, da ich mich nicht traue, eben um die Ecke Milch zu kaufen – vergebliches Opfer. Gegen 14 uhr fange ich an, die Firma Steinbrecher anzurufen, mit dem bekannten Ergebnis: Niemand da.
Ab 15 Uhr – inzwischen stocksauer –  rufe ich Kabel Deutschland selber an und versuche, jemand anderes als die Call-Center-Mädels ans Rohr zu kriegen. Erfolglos. Es gibt den Tipp, die Störstelle anzurufen. Das tue ich, und gelange sogar endlich in die Reklamationsabteilung. Ein Call-Center-Mensch nimmt mein Anliegen entgegen und sagt, die Kabels selber werden schnellstmöglich zurückrufen.
Das hat fast eine Stunde gedauert – ich warte eine Weitere, es ruft niemand zurück. Kurz vor 5 rufe ich die Reklamationsabteilung nochmal an, und frage nach dem Rückruf. Antwort: Schnellstmöglich bedeutet Frühestens nach 24 Stunden, eher aber nach 48.  Ich sage der Dame, dass ich soviel Zeit nich abe, und lieber kündige als solange zu warten. Antwort: gerne doch, aber kündigen kann ich nur schriftlich.
Und das tue ich denn auch. Ich jogge zum Bahnhof, und das Einschreiben geht grade noch raus.
Freitag morgen klingelt denn auch sofort das Telefon. Firma Cornelius – die Montöre hätten nicht gewusst, dass die ein Kabel in den dritten Stock legen müssen, und wären deshalb nicht gekommen. Ob es Ende nächster Woche bei mir passt – vorher wäre alles dicht – so terminlich, alles dringende Fälle… Sie redet, ich hingegen bin irgendwie unfähig, irgendwas zu sagen. Ich muss ja auch an meinen Blutdruck denken, also sage ich ein paar mal ä und dann lege ich auf und esse eine Handvoll Baldriantabletten zum immer noch schwarzen Kaffee.   Kluge Tat, denn zwei Minuten später ruft Kabel Deutschland selber an. Sie hätten meine Kündigung erhalten, aber die Kündigungsfrist wäre leider abgelaufen. Und die Firma Cornelius hätte gemeldet, dass die schon dreimal da waren und niemanden angetroffen hätten. Baldrian sei Dank – ich schildere dem Kabelmenschen, wie es wirklich war, und weise darauf hin, dass heute gerne einen vierten Urlaubstag nehme, um direkt zu meinem Anwalt zu gehen.
„Ich solle mal nichts unüberlegtes tun, wir melden uns“. Soweit, sogut.  Bleibt noch eine weitere offene Frage: Wieso telefoniere ich eigentlich immer noch? T-Online ist doch seit fast 1 Woche gekündigt? Ich rufe den Service an, und eine andere Oma wundert sich mit mir. „Die haben die Kündigung gar nicht weiter gegeben“.  Sehr gut, denn das will ich jetzt auch gar nicht mehr. Wir verhandeln etwas über ein neues, günstigeres Angebot, welches ich durch das Weglassen von einigen „Gratisleistungen“ auf 25,90 drücken kann. Und den Gutschein für einen Kugelschreiber in hochwertigem Design.
Das Ende der Geschichte: Dienstag schreibt Kabel Deutschland, dass aus Kulanzgründen der Vertrag aufgelöst wird. Einmal pro Woche erhalte ich aber Post von denen. Und den Kugelschreiber von T-online muss ich auch noch abholen…

Kabbel Deutschland – Part II

Februar 15, 2012

Dies ist die Fortsetzung von Kabbel Deutschland – Wie spare ich bei Telefon und Internet?

Was also als nächstes passiert: T-online ruft an. Eine nette alte Dame fragt mich, warum ich denn gekündigt habe. Ich sage, dass ich T-online Kunde bleiben würde, wenn die bei dem Preis von Kabel Deutschland mit halten könnten. Die Dame sagt: nein, und wünscht mir alles Gute. Im Nachhinein meine ich, dass es dabei ein höhnisches Gelächter im Hintergrund zu hören gab.
Die Steinbrecher-GmbH ist hingegen telefonisch nicht zu erreichen. Die Nummer ist ständig besetzt, und der Rückruf-Service von T-Online funktioniert nicht. 4 Tage später habe ich allerdings Post von denen: Bitte rufen Sie uns sofort (pronto!!) an wegen eines Montage-Termins, sonst müssen wir den Montage-Auftrag „leider“ an Kabel Deutschland zurückgeben.  Kriegen wir hin, es sind ja noch 3 Wochen plus Pufferzeit für die Umstellung.
Die nächste Verzögerung geht auf meine Kappe. Ich rede mit dem Vermieter, und der sagt, dass (nachdem die Stadtwerke letztes Jahr mit einer Druckbohrung das Haus erheblich beschädigt haben), er das gar nicht so gerne nöchte, dass Fremdfirmen im Haus rumbohren, und er entweder das Kabel selber verlegen möchte oder dabei sein möchte). Er telefoniert aber mit den Kabel-Leuten, und gibt dann doch die Zustimmung zum Kabelverlegen. Denn Bohren müssen die ja gar nicht, sondern nur ihr Kabel-Deutschland-Kabel durch den vorhandenen Schacht ziehen.
Montag – oh Wunder- Frau Sowieso bei Steinbrecher ist erreichbar. Alles kein Problem.  Die Montöre haben selbstverständlich Zeit für mich und kommen gerne- allerdings erst nächsten Montag – und zwar nur nächsten Montag. Das passt überhaupt nicht, aber mit viel Improvisation und einem schlechten Eindruck bei unseren Kunden ist von 8 bis 14 Uhr jemand zu Hause. Es passiert einiges an dem Tag, der Dollar fällt, der Dax steigt, die Temperatur fällt, der Rhein gefriert, im Fernsehen wird gekocht; nur eines passiert nicht: nämlich, dass die Montöre von Steinbrecher, bzw. Cornelius kommen. Anruf zwecklos -Besetzt.
Dienstag nachmittag erreiche ich (dank T-online, was komischerweise immer noch tut), dass diese Firma endlich mal zurückruft. Warum niemand da war, wisse das Mädel auch nicht. Und es müsse wohl ein Fehler aufgetreten seinen, dass niemand Bescheid gesagt hat. Denn es gehe ja um das Verlegen von Kabeln in den 3. Stock, mit Löcher bohren durch 3 Stockwerke und Allem. Und da hätte die Disposition dann wohl die falsche Firma losgeschickt (die ohne Telefon?).
Da es jetzt sehr dringend ist, wird also Donnerstag unbedingt und unter größter Mühe die richtige Firma zu uns kommen und alles einrichten: die Profi-Mauerstemmer, die dank der Profi-Bohrhämmer innerhalb von 3 Stunden 3 Stockwerke mit Kabel Deutschland versorgen können. Mein schüchterner Einwand, dass ich das Deutschland-Kabel in ca. 15 Minuten auch selber, und zwar nur mithilfe einer Pinzette, verlegen könnte, wenn ich a) das Kabel-Deutschland-Kabel, und b) Zeit dafür hätte, wird wohlwollend zur Kenntnis genommen. „jaJa, unsere Möntöre kennen sich AUCH damit aus“.
Egal, der Donnerstag, an dem ES werden wird, naht ja…

hier gehts weiter mit Part 3

Grey surfer – silver experts?

September 19, 2010

Die Facharbeiter fehlen – nicht nur in der Politik.
Deutschland ist überaltert. Ingenieure fehlen – aber bei der jüngeren Generation gilt Technik als „voll uncool“, die Kids würden lieber Wale retten, Atomlaufzeiten stillegen ohne dabei was zu endsorgen, oder was gegen das böse CO2 oder H2O oder wie auch immer das Zeugs heisst, was BP und Stuttgart 21 als gemeinsames Genozid auf die lieben Kleinen loslassen, heisst, tun.

Nach zwei eingeschobenen Nebensätzen sollte ich die jugendlichen Leser, die mit mehr als 5 korrekt geschriebenen Wörtern nacheinander, auch noch getrennt in Subjekt, Prädikat und Objekt; jedes Wort ohne das vertraute a wie ey alda am Ende, hiermit los sein, also reden wir mal unter uns Erwachsenen Klartext. Von den Kids will keiner mehr Ingenieur werden, weil  viel zu schwer, das. Und eben null porno, alter. Da mussu machen un lernen. un rechnen. Und natürlich der Rechtschreibung mächtig sein. BP hat mit diesen Leuten anscheinend experimentiert.

„Dagegen“ sein ist echt viel Cooler, wobei es quasi egal ist, gegen was eigentlich.
Aber immerhin, mit  dem Internet, da kennen sich die Jungs und Mädels aus. Haben es ja per babyphone (alias Facebook 1.0) quasi gleich mit der Geburt so gelernt. Trotzdem ging dabei was schief. Man braucht nur mal die Werbung auf mtv und ähnlichen Klerasiliker-Sendern zu sehen (Orte deinen Freund per Handy, Gratis Röntgen-Scanner fürs Handy, Wie stark ist eure Liebe – texte blabla an soundso für 3,89 pro sms) – das zeigt doch die Kompetenz dieser Generation.
Wenn die so von der Werbung angesprochen wird, – alles klar. Glaub Alles und konsumiere. Kein Konzern der Welt würde eine 500.000 €-Werbung auf mtv buchen, wenn es nicht genügend Kunden für den „Röntgen-Scanner“ (=Bild invertieren, und auf Schwarz-weiss reduzieren) gäbe.
Dazu passt, dass ich selbst von Leuten mit echt intelligenten Kindern höre, dass es Probleme mit Internet-„Dienstleistern“ gibt, da „unwissentlich“ kostenpflichtige Angebote in Anspruch genommen wurden.
Aktiv beteiligen am supersozialen Web 2.X tun sich, lt. SPON, ohnehin nur 3 % der unter 25-jährigen. Der Rest ist „drin“, aber passiv. Verabredet sich nur mal per Twitter zur Anti-H2O – Demo in Stuttgart21.
Also was tun, teutsche Wirtschaft? Diese Nachwuchs-Experten wachrütteln, oder Inder und Chinesen anwerben, oder alte Säcke, die längst in Rente auf Eis liegen,  nochmal auftauen?
Quasi als elektronische „senil brigade„, die in dem herrlichen Film „Milagro“ immer im richtigen Moment an der richtigen Stelle auftaucht und Joe die guten Tipps gibt?

SPON lässt gerne mal die grade greif- und ansprechbaren Omas und Opas aus dem Pflegeheim nebenan an eine Daddel-Konsole und verkündet stolz: „Oma fands interessant und wird dem Ur-Neffen davon erzählen“.  Wenn sie es dann noch weiss. Die „Silver Surfer“ , also die Generation ab 50 gilt als inkompetente Zielgruppe, die zwar von Adolf und dem Kartoffelkrieg lamentiert, aber von sowas wie dem Inter-Netz keinen Schimmer hat.

Denkste. Mir als jemandem, der Internet-Dienstleistungen anbietet, sind in letzter Zeit jedoch zunehmend Kundenkontakte wie der Folgende passiert:
„Ich brauche eine aktuelle Vermarktungsstrategie für meinen Internet-Auftritt. Ich bin jetzt (zwischen 70 und 82 Jahre alt), von Beruf z. B. Friseurmeister, Metzger, Handelsvertreter, Immobilienberater“; alles handwerkliche, technische  oder kaufmännische Berufe.
Alle mit Homepage, die seit weit über 10 Jahren besteht, und von den Inhabern selber recht ordentlich, teilweise sogar sehr gut, gepflegt wurde.  Das muss die Generation sein, die zu meiner Kindheit (!) diesen C64-Aufkleber am Volvo oder der Ente hatte, den ich damals nie verstand.
Ich konnte mit Allen reden, aber nicht mit Allen ins Geschäft kommen, denn die Intention speziell der Älterern (80+) war, den Laden incl. Homepage für die Übergabe an die nächste Generation klar zu machen, ohne dabei Geld zu investieren. Aushorchen per Hörgerät, aber für lau. Gerissen.
Was ich damit sagen will: Wer diese Generation, die z. T. bis weit über 80 geistig rege und fit in aktuellen Dingen ist, einfach so „rentieren“ (=in Rente schicken) will, verschenkt Wissen ohne Ende.
Wir haben einen Fachkräfte- und Expertenmangel nur in der Politik. Wenn es für die „grey surfer“ eine vernünftigere Option gäbe, als die einfach nur als Kostenfresser der Sozialkassen zu sehen, die könnten zu fünft mehr und profitabler helfen als 500 Klerasiliker.

Verpixeln bei street view- so geht das!

August 17, 2010

Ein tolles Angebot flatterte uns heute in den Briefkasten:

Wir verpixeln ihr Haus!

„Mach es wie Westerwelle! Schütze deine Privatsphäre! Lass dein Haus verpixeln!“ Und zwar fachmännisch. Nicht durch unsichere, abstürzende Browser im Internet, sondern durch den Fachmann. Bautenschutz ist Datenschutz!

Die Firma Feinbein Trockenbau und Bautenschutz macht allen besorgten Bundesbürgern ein unglaubliches Angebot. Aus aktuellem Anlass bietet seine Frima eine kombinierte Wärmeschutz-Verpixelung an. Dazu Meister Feinbein: „Seien sie bereit wenn google kommt! Moderner Bautenschutz dient auch dem Schutz ihrer persönlichen Daten. Und unsere patentierte Vollverpixelung spart auch noch Energie und schont die Umwelt“. Soweit Meister Feinbein.

Fast Fertig! Hier verpixeln wir einen Geldspeicher

Hier sehen wir sein Team bei der Arbeit. Wirklich, nicht wiederzuerkennen, das Haus. Das ist moderne Datensicherung. So trickst man Google umweltschonend aus!

Meister Feinbein warnt noch ausdrücklich vor Billig-Verpixelern: „Sie nennen es mechamische Verpixelung“

Diese „Unseriösen Angebote aus dem Internet“, so Feinbein, führten zwar auch dazu dass das Haus hinterher für Google komplett unsichtbar ist, aber es verschlechtert die Wärmedämmung auf dramatische Art und Weise, wie an den bereits verpixelten oberen Stockwerken gut zu sehen ist:

Keine Wärmedämmung mehr nach der Verpixelung!