Posts Tagged ‘Fussball’

Frauenfussball: Die Frage der Woche

September 17, 2011

Machen wir es kurz. Nadine Angerer wird als Nachfolgerin von Birgit Prinz Kapitän der Frauen-Nationalmannschaft.

Nett, dazu gleich ein Interview in der Sportschau. Reporter  zu Nadine Angerer:
„Sie sind ja das Erbe von Birgit Prinz als neue Kapitänin angetreten. Wie fühlt sich denn die neue Binde an ?“

Die Killergurken werden unser Leben für immer verändern!

Mai 26, 2011

Das war eine harte Woche. Erst der Abstieg nach Relegation, die vorbildlichen Fans aus Dresden randalieren, prügeln und richten hohen Sachschaden an; dazu die allgegenwärtigen Killergurken- und Tomaten, die wie ein Damoklesschwert über der Stadt schweben. Höhnische Glückwünsche und Freude aus Münster, und aus Bielefeld, und heute dann die Razzia in der Geschäftsstelle, wobei kistenweise Unterlagen abtransportiert wurden. Niemand weiss etwas genaues, aber es wird Steuerhinterziehung vermutet, denn der Besitz von Gurken, Tomaten und ähnlichem Teufelszeug ist (noch) nicht strafbar. Auch, wenn auf dem Markt schon Gemüsefrauen als Mörderinnen beschimpft und massiv bedroht wurden. „Osnabrück möchte keine Erreger verspeisen“ fasst die NOZ diesen Sachverhalt zusammen.

Hände waschen würde reichen. Oder wassersparend und resourcenschonend mit diesen brillentuchartigen Sagrotan-Läppchen desinfizieren; was im Ekelklo die Fäkal-Colis killt, wird den Eheck schon von der Tomate beseitigen. Und auch Gurken kann man waschen und desinfizieren und schälen, aber der Experten-Tipp lautet: Niemals roh genießen. Also nehmt die ungewaschenen Dreckfinger und stopft Schlangengurke, Tomaten-Achtel, Eisbergsalat oder Melonenscheiben in Backofen oder Mikrowelle, bis alle bösen Erreger tot sind. Mit Gummihandschuhen genießen, das spart Wasser und schont die Umwelt, selbst wenn es wie Moppelkotze schmeckt und riecht.

Grillen könnte Leben retten!
Besser noch ists aber, ganz auf schädliches Gemüse zu verzichten, und nur Gegrilltes zu sich zu nehmen. Der Tagespresse sind gute Tipps zu entnehmen, wie man die Killergurken-Krise hübsch und lecker überstehen kann oder zumindest könnte.
Das launige Motto von Schlecker zum Thema Grillen ist auf Denglisch oder Engleutsch, und verursacht schon beim Lesen multikulturelles Augenbluten:
Tipp des Tages zur Gurkenkrise: Passend dekorieren. Das hilft auch über gegrillten Feldsalat hinweg. Zum Beispiel die ollen Kerzen wieder rauskramen bringt Stimmung total:
Das hebt schon mal die Stimmung, aber was braucht man eigentlich noch für den perfekten Grillabend? Logisch, im Zeichen der Killergurken nur drei Dinge:

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  • Alufolie (die halbrohe Wurst einpacken und zu Hause gar braten),
  • Trinkhalme (da passen keine Wespen durch)
  • Eiswürfelbeutel (Eiswürfel machen, Verbrennungen lindern)

Mehr nicht. Die Alufolie gibt es übrigens entweder in „geschmacksneutral“, oder in „Nachfüll“. Ich würd sie trotzdem vorher abmachen. Auch wenn das mit den Gummihandschuhen schwierig ist.
Tolle Party also. Rohes Fleisch, oller Schmuck, Wespen im Bier und Verbrennungen überall. Da bleibt doch nur der Suff. Und Kinder: dran denken –  Film, Kamera, Video, und die peinlichsten Bilder von Papi, Mami und Nachbar/in groß ausdrucken oder ins Internet stellen. Zubehör natürlich auch vor You for Ort, gleich unter „Grillzubehör“.

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Huhu, mein Täubchen, wo steckst du denn?
In diesem Zustand ins Ehebett, das geht nicht.“Das ist nicht mehr Ihr Platz“ schreit die Ehefrau. Ihr Platz, ein Tochterunternehmen von Schlecker, weiss selbstverständlich Abhilfe:Vater und Sohn auf der Matratze. Kinderleichte Raparatur, nachdem Papi sich da vollgefressen im Suff hat drauffallen lassen und es „Peng“ gemacht hat und platzt.

Und damit Papa auf der raparierten Matratze am nächsten Morgen nicht verpennt (wo ist Mami eigentlich; morgens um 8 immer noch auf Nachbars Grillparty?), gibts den passenden Naturgeräusche-Wecker:
Hammerpreis! Nur 0,66 €/Naturgeräusch, bzw. sagenhafte 0,57 € pro Farbe.

Und die passenden 6 Naturgeräusche sind:
rülpsen, pupsen, brechen, würgen, in den Hausflur pinkeln und Taubengurren.
Alles wie gestern beim Grillen, aber fehlt da nicht noch das siebte Geräusch, das aus der Nachbarwohnung heut nacht?

Die Killergurken haben diese Ehe zerstört.
In A. R. Schlecker speaking: There falls one really no ocean more to in (da fällt einem echt nichts mehr zu ein).

Bis auf eine klitzekleine Überlegung: Es ist immer noch nicht sicher, dass Akten in den Kisten waren, die heute aus der Geschäftsstelle des VFL transportiert wurden. Haben die Dresdenen am Montag wirklich grundlos randaliert, oder weil jeder Gast eine Tomate geschenkt bekam? Und wegen Eheck alle gleichzeitig nach 118 Minuten aufs Klo mussten?

WM der Frauen

Mai 10, 2011

Was es alles so gibt. Demnächst startet die Fussball-WM der Frauen. Damit bei dem „Nonnen-Hockey“ überhaupt jemand zuguckt, wird die WM klugerweise in die Sommerpause gelegt, in der Hardcore- und Hobbyfans von Vereinsmannschaften sonst intensiv damit beschäftigt sind, ihre jeweiligen Fan-Foren mit entweder absurden Trainer- oder Spielerwünschen vollzumüllen, oder grade frisch erworbene Spieler anhand von jahrealten Beiträgen aus den Foren derer Ex-Vereine schon jetzt als Fehleinkäufe zu klassifizieren. The same procedure … every year. Also, Lysistrata, übernehmen Sie .

Not go for the man, go for his balls

Also Frauenfussball. Osnabrück kriegt, egal ob in Liga 2 oder 3 als kleines Leckerli das Vorbereitungsspiel am 3. 6. 2011 der deutschen Mädels gegen Italien. Karten gibts, wenn man bei Google sucht, nur über eine Musical-Agentur aus Bochum.  🙂 Das sagt schon mal recht viel über die sportliche Bedeutung. Der DFB, und der VFL verhalten sich da ziemlich ruhig. Länderspiel in Osnabrück!  Karten für 5 Euro.! Kämpfende Frauen! Live!

Zieht alles nicht.
Ist das schon die neue Rücksicht auf den Islam nach der Bin Laden-Tötung? Nein, denn die Frauen aus islamischen Ländern spielen schon immer in Sportkleidung, die ihre Weiblichkeit „schamvoll versteckt“. Fusi also in langen Hosen, langärmeligem Shirt und, natürlich, Schleier. Stört beim Fussball naturgemäß weniger als beim Schwimmen beispielsweise. Aber warum sollte Mann noch da hin gehen? Trikottausch am Ende entfällt vermutlich auch, oder wird zumindest nicht öffentlich gezeigt. Gegen Italienerinnen sollte das aber kein Thema sein, oder?

Denn es geht auch noch radikaler. Diesmal bei den orthodoxen Juden. Ja, die öffnen sich der Welt und übertragen die Frauenfussball-WM, aber die weiblichen Spieler („Spielerinnen“) werden komplett ausgeblendet. Ein Redakteur der jüdischen Zeitung „The Forward“ erklärte dazu, man schätze zwar den Sport, aber, manche ultra-orthodoxe Juden betrachteten jede Abbildung des weiblichen Körpers als „unanständig“.
Man verfolge seit langem eine Hauspolitik, nach der Frauen „dafür geschätzt werden sollen, wer sie sind und was sie tun – nicht dafür, wie sie aussehen“, so die Stellungnahme der Zeitung. Mit dieser Haltung wolle man Respekt für die Frauen ausdrücken. Und „The Foreward“ hat sich die exklusiven Übertragungsrechte vom DFB gekauft. Für eine bessere Welt mit mehr Fussball, aber weniger unchristlicher Körperverherrlichung. Fusball pur also. Schauen Sie nur auf den Ball, denn was anderes werden sie gar nicht erst sehen.

Klasse Flanke - die Abwehr glatt ausgepielt, aber dann...

Da läuft der Ball also „wie von Geisterhand“  glatt durch die Reihen. Keine Namen, kein Personenkult, kein heidnisches bengalisches Feuer. Toll.

Trotzem bleibt für mich, als neandertalerischer Anhänger des traditionellen Männerfussballs die kleine Frage offen: Hätte ein Schleier nach moslemischem Vorbild es denn nicht auch getan?

Elfmeter, Elfmeter

April 1, 2011

Mit Allem ist zu spaßen, aber nicht mit unserem VFL und seiner Auswärtsschwäche. Das Sechs-Punkte-Spiel in Karlsruhe, und die tölpelige Abwehr. Nur nicht früh in Rückstand geraten. Also, stream suchen, Chat und Liveticker an, los gehts; leider bevor ich einen stream finde. Und dann das im Noz-Ticker:

Elfmeter in der ersten Minute. Ich ging aus dem Zimmer zur Bierkiste, und seuftze  laut. Das der reingeht, ist klar.
„Was gibts Neues“, fragt meine Frau.
„Der VFL liegt zurück“ antworte ich.
„Aber das ist doch nichts neues“ war die tröstende Antwort.

Die Bilanz im Forum: 4 Tote. Zweimal Herzinfakt, 1 Hirnschlag, 1 Nutzer wegen Schreiens von seinem Nachbarn erschossen. In den Straßen der Stadt rasen die Notarztwagen los.

Ich bin seit drölfzig Jahren nicht mehr auf einen Aprilscherz reingefallen. Kompliment, NOZ. Der war richtig gut. Trocken, präzise, gutes timing. Der tödliche (S)pass.

Aber warum fielen so viele Leute drauf rein, bzw. sogar zum Opfer?

Ganz einfach, dieses Scenario war einfach zu real. In 12 von 27 Spielen fielen frühe Gegentore, ehe sich der VFL endlich aufraffte. Mal mit, meist ohne Errfolg. Es wurde beim DFB sogar beantragt, jedes Spiel beim Stande von 0:1 beginnen zu dürfen, damit unsere Spieler „von Anfang an“ ganz auf dem Platz stehen. Und tatsächlich:

Diesmal wars echt.

Wenn man den Kopf richtig einsetzt, ist der wie ein drittes Bein

März 24, 2011

Christoph Daum ist neuer Trainer in Frankfurt. Er sieht zwar aus, als würde er sich sein Geld in der Geisterbahn verdienen, aber Ahnung von Fussball hat er. „Wenn man den Kopf richtig einsetzt, ist der wie ein drittes Bein“. Da spricht der Fachmann. Nicht der von der Geisterbahn, wo sich Dreibeinige, oder Monster mit Bein statt Hirn besser machen würden als auf dem Fussballplatz.

Rainer Brüderle ist kein Fussballer. Trotzdem hat er seinen Daum verstanden, und macht was mit seinem Kopf. Er setzt ihn als etwas, was den anderen zwei Beinen ein Bein stellt und dem Minister für irgendwas? kräftig taumeln lässt. Zukünftiger Ex-Minister, sollte man besser sagen. Dabei hat er doch nur etwas geäußert, was ohnehin jeder wusste. Gebeten, das  Moratorium der Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke zu kommentieren, wies der Minister erläuternd darauf hin, dass angesichts der bevorstehenden Landtagswahlen Druck auf der Politik laste und die Entscheidungen daher nicht immer rational seien. Er war immer für Kernkraft, und bleibt es auch. Bei SPON gehts noch weiter, wer es nachlesen will.

Das nenne ich mal eine ehrliche, glaubhafte Aussage. Genau so empfindet es doch der Normalbundesbürger. Merkel und Co. als Atomkraft – nein Danke-Partei?  Hö Hö. Wer das glaubt, denkt wirklich mit dem Knie. Es ist doch niemand so dämlich zu glauben, dass die tragischen Ereignisse in Japan hierzulande zu mehr als zu billiger Polemik im Wahlkampf taugen. Den Betroffenheitsjournalismus in Wählerstimmen ummünzen, darum geht es. Überdenken der Sicherheitsrisiken bei AKWs in Deutschland? „Hiermit erkläre ich mal ein Paar von Denen als Unsicher. Nach der übernächsten Wahl erinnert sich sowieso keine Sau mehr dran, dann können wir wieder ungestört mit EON und Co reden, und die schleunigst wieder anknipsen“. Und vermeiden so, dass zur überübernächsten Wahl die Frage kommt, warum der Strom denn schon wieder 10% teurer wird (vielleicht auch nur um 8%, denn Atomstrom aus Frankreich ist gar nicht so teuer). Und die Frage kommt dann nicht von ein paar niedlich protestierenden Schülerchen, sondern von den Wählern, die auf jeden Cent achten müssen.
Was hat der Brüderle denn nun falsch gemacht? Er sitzt viel und gerne im Frühstücksfernsehen rum, und redet da mit dem Volk. Vielleicht hat ihn das dazu gebracht, einfach mal „ehrlich“ und „glaubhaft“ zu sein.

Klar, das wird ihn den Job kosten. Kopf hoch, Brüderle. Hauptberuflicher „Experte“ im Frühstücksfernsehen – das ist doch deine wahre Berufung. In Zukunft gibts viel mehr Zeit für deinen Traumjob!

Hallo Reporter: Super-GAU im Fussball!

Januar 30, 2011

Die Woche vom 24. bis 30. ist fest geplant in der Sport-Redaktion eines regionalen Medienanbieters. Die Schichten wurden festgelegt, der Urlaub der Chef-reporter wurde auch bewilligt, denn: Der Leithengst, der VFL, ist so berechenbar und vorhersehbar geworden in seinen Bemühungen, in Liga 2 zu bleiben, wie der Wallach „Kleiner Onkel“ aus Pipi Langstrumpf. Bwin und andere Propheten sagen 8:00 gegen einen VFL-Sieg voraus, also, Volontair, nutze die Woche um Argumente für die langsame Demission des Trainers (Herr Baumann) zu finden. Und Tschüss. Alfons und Harald sind weg. Volontair Kevin nutzt also die Woche, und schleicht jeden Trainingstag am Tainingsplatz rum, um schlechte Stimmung einzufangen. Kevin befragt Spieler, die sich per Taxi anliefern lassen, unfreiwillige Reservespieler, die Rentner am Platzrand, und baut eine hübsche, gut recherchierte „Baumann–nichts geht mehr-Story daraus. Er spricht baumann auch ein paar mal direkt an: „Ey, Rücktritt noch in Aue oder was geht sonst Alter?“ Das dauert schon mal bis Donnerstag, grad mit dem Aufschreiben von alldem. Und dann steht Kevin da, am Donnerstag Abend, in den Dieselschwaden des Mannschaftsbusses, der in das schöne Erzgebirge abrauscht, kriegt sein Foto gemacht, und das letzte unzufriedene Interview im Kasten und denkt ans Wochenende, welches für ihn quasi jetzt beginnt.  Well done, Kevin.
Freitag abend noch mal eben der unvermeidlichen Niederlage lauschen, na ja, der Boss zahlts ja. Bis zur 88. Minute passt der in der Woche ausgearbeitete Bericht ja auch. Aue immer gut für ein Tor in den letzten 5 Minuten, und zwar nach Standarts. Kevin nickt ein. Und wird durch den Reporter prompt geweckt: Tor in der Nachspielzeit nach Standart-Situation (Kevin nickt zufrieden) .. für den VFL.
Das Spiel endet tatsächlich 0:1.
Kevin ist jetzt in Panik. Der Bericht über den anstehenden Rausschmiss von Baumann – gegessen. Unzufriedene Spieler, speziell der unzufriedene Joker Schmidt? Also alle unzufriedenen Passagen raus. Alle Anti-Baumann-Passagen raus. Alle Trainer-Wechsel-Passagen raus. Es bleiben 5 Worte vom Text über. Kevin hyperventiliert.  Und die Serie? Auswärts nie gewonnen? Gut, da findet sich doch schnell was im Internetz. Tippa Tappa Kicker.  Letzter Auswärtssieg in Liga 2 war vor über zwei Jahren: Top Titel gefunden. Kevin stöhnt erleichtert. Die Schlagzeile lautet also: „Die Lila-Weißen feiern nach 638 Tagen das Ende des Auswärtsfluchs.“ Und Kevin betrinkt sich dann. Der Text wird von seiner abstinenten, vegetarischen  Freundin, die das ganze verfolgt hat, noch am selben Abend auf Harmlos umgeschrieben.
Schade eigentlich, dass weder Kevin noch seine vegetarische Freundin damals in Burghausen dabei waren, als der VFL nach einem Auswärtssieg aufstieg. First time, first love. What a feeling is this, electricity grows…  Geschweige denn bei der Meisterfeier. Das war Dritte Liga, aber da gab es in 365 Tagen immerhin 5 Auswärts-Siege.
Alle 73 Tage einen. Im Schnitt.
Egal, Kevin, wenn Harald und Alfons wieder da sind, bist du es wahrscheinlich nicht mehr. Seriöser Journalismus darf extrem sachlich und emotionslos sein (A. Badtke) oder auch mal emotional und enthüllend (H.Pistorius), aber die Fakten müssen schon stimmen. Zumindest soweit, wie ein Kicker-Online-Anklicker wie ich das nachvollziehen kann.

Jobboom für Ältere

November 18, 2010

Der „Spiegel“ berichtete vor einigen Tagen (17.11.) darüber, und zitiert. „Bei den über 60-Jährigen ist langfristig eine Beschäftigungsquote von bis zu 50 Prozent möglich“, sagte Martin Dietz, Arbeitsmarktexperte des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), der „Financial Times Deutschland“. Und Oliver Stettes vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erwartet einen „massiven Beschäftigungsaufbau“. Bei den älteren Arbeitnehmern würden sich die Beschäftigungsquoten künftig dem Durchschnitt aller Altersgruppen annähern.

Der Facharbeitermangel machts möglich: neue Jobs für die Ü60. Und morgen werden wir Osnabrücker live dabei sein. Laut Kicker pfeift ein 64-jähriger Schiedsrichter sein erstes Spiel:

Mit 64 Jahren zum ersten Einsatz als „Mann an der Pfeife“. Nicht übel! Speziell, wenn es stimmt, was „Datenkrake“ google über den Mann weiß: leidenschaftlicher Rechtsanwalt, Nichtraucher, spielt gerne Poker, leidet unter Arteriosklerose, frisch geschieden.

Aber was ist mit der Forderung unserer Fast-Präsidentin v. d. Leyen? Sie forderte doch, sich stärker auf eine ältere Belegschaft einzustellen. Es gehe um die Kernfrage, wie „interessante, motivierende und kräfteschonende Arbeitsplätze“ für Ältere geschaffen werden könnten. Dabei könnte der Einsatz technischer Hilfsmittel etwa bei Arbeiten mit schwerer körperlicher Belastung einen großen Beitrag leisten.

Sehen wir daher den ersten Schiedsrichter mit Rolator? Wohl eher nicht, zumindest keine 90 Minuten lang. Die Laufleistung eines Schiris liegt nur bei bei 5 – 10 km in 90 min (also zwischen 4 und 8 km/h etwa); ein zügiger Fußgänger kann 6 km/h gut durchhalten. Also liegt keine „körperliche Belastung“ im Sinne von Frau v.d.Leyen vor. Dürfen die Spieler nur nicht so schnell weglaufen, bei Spurts kommt der (wegen der Arteriosklerose) nicht mehr nach, und braucht dann schnell den Rolator. Aber dafür ist ja der Schiri-Assistent da.

Denn aus der Ferne urteilen, das geht wegen der nachlassenden Seh- und Hörfähigkeiten nicht, bzw. nur mit Fernglas (oder Videobeweis, aber das ist ein anderes Thema). Aber Pokerspieler sind gute Psychologen, die können jede Situation intuitiv erfassen, auch über größere Distanzen, und können die Körpersprache lesen und schnell darauf reagieren. Eine frische Scheidung zeugt zudem von Entscheidungsfreudigkeit und Durchsetzungsvermögen, auch nach langer, scheinbarer Harmonie. Als Nichtraucher wird der entschlossene Pfiff nicht an mangelndem Lungenvolumen scheitern.

Trotzdem bleibt die Frage, ob nicht doch die Wettmafia an der Schiedsrichterwahl beteiligt war. Wir sagen: nein. Die Schufa-Auskunft von Herrn Stark ist trotz Scheidung negativ, und laut google street view wohnt er immer noch in seinem schnuckeligen, unverpixelten Haus, und fährt mit den dicken Benz in seine Kanzlei in Krefeld. Also von da droht ebenfalls keine Gefahr.

Nochmal Glückwunsch, Walter Stark, zum neuen Job; wir wüßten wirklich gerne, warum Sie zum Spielleiter auserkoren wurden, aber egal. Hoffen wir trotzdem auf einen „Spaziergang“ für den VFL.

Basic instinct vs. google

November 9, 2010

Der Existenzkampf in Liga 2 ist hart, und wird mit allen Mitteln einer multimedialen Gesellschaft geführt. Und speziell im Abstiegskampf ist alles erlaubt. Auch der alte Trick aus basic instinct. Welcher? Na, die „Ich trage kein Höschen-Nummer“ natürlich. Nur leider zieht der nicht mehr, bzw. lässt sich heutzutage ganz einfach multimedial per Web 2.01 entgiften.
Aber der Reihe nach:
Zunächst zur Erinnerung wg. basic instinct: S. Stone hat einem Popstar mit einer Art Hammer (Eispickel) in den Kopf gehackt, und zwar so doll, dass der gestorben ist. M. Douglas ist Polizeibeamter (Cop) und ermittelt gegen diese Dame. Aber bei dem entscheidenen Verhör wird er durch einen diskreten, aber spektakulären Mangel an Textilien seitens der Verdächtigen Frau Stone abgelenkt. Nach einer Studie von 2008, in der die Sehgewohnheiten von mehreren Tausend Digital-TV-Zuschauern untersucht wurden, ist das immer noch die Szene, bei der die Seher am häufigsten auf die „Pause“-Taste drücken.


Um auch diese Fragen zu beantworten: Regisseur Paul Verhoeven bekam den fehlenden Slip von S. Stone geschenkt. Das Unterhöschen trug die Schauspielerin noch bis kurz vor jener sagenumwobenen Verhör-Szene. Dann hat ihn  P. VerhoevensTochter noch eine Weile getragen, und „dann hat ihn wohl die Waschmaschine gefressen“ (Zitiert nach Welt).

Und Herr Douglas endet in dem Film auch mit einer Art Hammer (Eispickel) im Kopf, als direkte Folge der Nachlässigkeit und Ablenkung bei besagtem Verhör. 2:0 für Frau Stone. Kopfarbeit zahlt sich eben aus.

Was hat das mit dem Abstiegskampf in Liga 2 zu tun? Ganz einfach – der VFL nutzt denselben Trick, um die Gegner abzulenken. Was/wer ist denn der KSC gegen Michael Douglas? Es gibt zu viele Parallelen: Ein verunsicherter Cop hier, ein verunsichertes Team da; ein Trainer auf Bewährung und unter Beobachtung da, ein Cop unter Bewährung und unter Beobachtung hier. Daher die Mission: „Ich trage keine Höschen“. Ein psychiologisches Meisterstück.  „Lasst es den Gegner sehen, wir haben noch „Eier in der Hose“ und zeigt es (die?) ihnen“. So die geheime, uns aber vorliegende Anweisung von K. Baumann (Trainer VFL). „Und macht das Ding rein“.
Anfangs ist alles super; der KSC ist 20 Minuten lang geschockt, denn ein schneller Greiftest in der 1. Minute ergibt: der VFL meint es ernst damit!

20 Minuten lang spielt der VFL wie von einem Druck erlöst, aber dann geht ein Ruck durch die Karlsruher.  Der neuen KSC-Trainerfuchs und sein Media-Team haben einen Weg gefunden, die Sharon-Stone-Falle zu knacken. Markus Kauczinski wechselt google street view ein.

Der Defensiv-Verpixler! Jetzt kann der KSC wieder beherzt zugreifen. Die stoned-Aktion des VFL ist ab jetzt gescheitert:

(aus bild-online; mit dem Zitat: „KSC-Spieler Ole Schröder (25) zog heftig an der Hose seines VfL-Konkurrenten Niels Hansen (27) – und brachte dadurch Erstaunliches zum Vorschein. (Quelle: bild.de).

Das wirft die Fragen auf: Erstaunlich? Was sitzt bei einem Fussballspieler an dieser Stelle? Was hatte der denn Anderes erwartet? Was wurde überhaupt gefunden?

Über was war Ole Schröder (25) denn nun so erstaunt? Wir werden es nie erfahren. Ist nämlich alles weggepixelt! Lindemann ist zu recht sauer. Spielerisch war das gleich null, und nur mit Kampf und Einsatzwillen reicht es ohne Hose einfach nicht. Und nur auf den Stone-Effect zu setzen, reicht im modernen Fussball für einen Sieg nicht mehr aus.

„Die Spieler haben körperlich alles versucht, aber die Einstellung hat nicht gestimmt“, und „die Verpixelung hat uns das Wasser aus den Segeln genommen“, so Trainer Baumann zur Leistung seines Teams. „Wir gehen aufrecht vom Platz“ sagte Markus Kauczinski über sein Team, aber dank google street viev gibt es dazu leider keine Bilder.
Gottseidank. Und das 0:0 war, gemessen am filmischen Vorbild, schon ein Sieg, denn das Spiel ging ohne nennenswerte oder mechanische Hirnverletzungen zu Ende.

Finale in Berlin: Osnabrück oder Gauck?

Juni 30, 2010

Das heutige Spiel hat mich wieder mit dem Fussball versöhnt. Ganz großer Spocht, hier die dramatischen Ereignisse nochmal zum Nachlesen:

Willkommen in der Bellevue-Arena in Berlin zum großen Finale. Hier stehen sie sich nun endlich gegenüber: Die Routiniers aus Osnabrück, unter der erfahrenen Hand von Trainer Christiano Wulffo, und das Überraschungsteam aus dem Osten: der 1. FC Gauck, angeführt von Spielertrainer Joachimo Gaucko. Obwohl beide Brasilianer sind, könnten die Trainer doch nicht unterschiedlicher sein: Wulfo, der Westbrasilianer, der sein Team über Schülersprecher und Ministerpräsident ins Finale führte, und Gaucko, der den FC Gauck über Pastor und Gauck-Behörde überraschend ins Finale führte. Gaucko war, obwohl er Ostbrasilianer ist,  für lange Zeit übrigens auch als Trainer des Gegners im Gespräch.

Aber nun zum Spiel. Der Unparteiische pfeift an, der Ball läuft. Osnabrück bekanntermaßen schwach auf der linken Seite, aber auch im Mittelfeld mit überraschenden Lücken. Gauck zwar mit überraschend starkem Mittelfeld, optisch überlegen, aber zu defensiv eingestellt. Zudem ist Gysi auf der linken Seite ein Totalausfall. Torlos endet die reguläre Spielzeit. Christiano Wulffo ist stocksauer. Man habe die drückende Überlegenheit dank der „Leistungsverweigerung“ einiger Mittelfeld-Spieler nicht in Zählbares umsetzen können. „Das Team hat mich im Stich gelassen, speziell das Mittelfeld“.

Nach 3 Stunden Pause geht es in die Verlängerung. Das Mittelfeld bespricht sich zwar nur 5 Minuten, aber Abwehr und Sturm müssen intensiver betreut werden. Das Publikum ist dennoch fasziniert von diesem Großereignis. Trotzdem das gewohnte Bild: Das Team von Christiano Wulffo steht nun besser im Mittelfeld, aber der Entscheidungsschlag will nicht gelingen. Ganze 6 cm fehlen an dem entscheidenden Treffer. Gauck mit konstanter Defensivarbeit rettet sich ins Elfmeterschiessen.

„Bis hier war Serbien, jetzt kommt unser England“ so soll sich Osnabrücks Präsidentin Merkel in der Kabine in der Ansprache an ihr zunehmend demoralisiertes Team gewandt haben. Außerdem scheint es einen „Maulwurf“ zu geben: Delikate Details aus der Kabine gelangen an die Öffentlichkeit. Präsidentin Merkel wütet und verdächtigt, aufgrund der Tatsache, dass die Twitter-Posts mit dem Namen Martina Gedeck unterzeichnet sind, auf Martina Gedeck. Martina Gedeck tippt zwar permanent an ihrem Handy rum, aber dementiert alles. Das wird ein Nachspiel nach sich ziehen.

Auch die Pause vor dem Elfmeterschiessen zieht sich in die Länge. Sie dauert jetzt fast schon drei Stunden. Das Mittelfeld braucht wieder nur 6 Minuten, steht dann aber 2Stunden und 54 Minuten in der Schlange vor der Toilette.

Aus der Kabine der Osnabrücker dringt (durch Twitter-Posts mit dem Namen Martina Gedeck) das Gerücht, Christiano Wulff wollte als Trainer wegen der Disziplinlosigkeit seines Teams zurücktreten. Nur ein eindringlicher Appel von seiner Präsidentin hielt ihn davon ab, und vielleicht auch die Tatsache, dass sich seine Gattin Bettina schon gestern diskret F.L. (für „first lady“) auf die Schulter hatte tätowieren lassen.

Überraschung auch bei Gauck: Torwart Jochimsen, der gleichzeitig Linksaußen spielt, bleibt in der Kabine. Das Publikum tobt. Und nun pfeift der Unparteiische zum allesentscheidenden Elfmeterschiessen.

Gaucko läuft an und…

wird hart, wenn auch nur verbal, von Kynast attackiert. Wird er weiter spielen können? Meyer-Landrut macht sich zur Einwechslung bereit, aber noch hat der Unparteiische die Fahne oben. Trotzdem kursieren im Publikum bereits Gerüchte über den Ausgang dieses (möglicherweise)  allesentscheidenden Schusses. Bei einer Online-Abstimmung sprachen sich immerhin 23,6% für Tor, 16,6% für Fehlschuss und 69,9 % für Gehalten aus. Dann rufen die Klingeln der FIFA die Schiedsrichter zusammen, um über das Ergebnis zu beraten. Nach den vielkritisierten Fehlentscheidungen bei der WM in Südafrika wird das jetzt nach jeden Torverdacht so gehandhabt, da niemand weder Fehlentscheidungen noch Videobeweis will.

Und jetzt ist es soweit: Der Schuss von Gaucko, der gar nicht abgegeben wurde, obwohl in Osnabrück niemand im Tor stand,  zählt! Der Ball war nicht in vollem Umfang hinter der Linie, sondern 11 Meter davor! Das ist die Entscheidung! Die Schiedsrichter stimmten mit XXX zu XXX bei XXX Enthaltungen dafür, dass statt dessen Christiano Wulffo ein reguläres Tor erzielt hat und damit erstmals den Pokal nach Osnabrück holt!

Gaucko applaudiert höhnisch und sieht dafür rot-grün. Wulffo ist sichtlich erleichtert und freut sich höllisch über den Ikea-Katalog, den sein Team ihm schenkt, „damit es in Bellevue mal etwas moderner wird, so mit „Viren“ im Badezimmer etwa“.

Wulffo wischt sich den Schweiß von der Stirn und nimmt den Katalog „außerordentlich gerne und aus Überzeugung“ an.