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Noch eine Dioxin-Kugel, Darling?

Januar 7, 2011

das war eine heutige Frage am Frühstückstisch. Die Antwort, die „politically correct“ gewesen wäre, ist: „Willst du mich mit diesen Billigdiscounter-Produkten umbringen? Überwinde deinen Geiz und kauf endlich mal Bio-Sachen. Da passiert das nicht“.  So z. B.  der „Experte“ im eierlosen Frühstücksfernsehen. Wer sich etwas mit der Materie beschäftigt hat, lächelt jedoch nur und sagt: „Noch ein Ei, gerne, solange die Preise so im Keller sind, auch zwei“.

Eier

Leckere Dioxinkugeln

Analysieren wir diese ebenso kurzen wie interessanten Gespräche ein wenig: Los gehts mit der Frage, wie giftig ist Dioxin eigentlich? Mäuse haut es in den beliebten Tierversuchen schon im millionstel-Gramm Bereich tot. Also 5 Hühnereier pro Maus am Tag, wenn die veröffentlichten Werte über die aktuellen Belastungen stimmen. Man sehe das mal in Relation, da ein Ei (ohne Schale) etwa genau so viel wiegt wie eine Maus. Hamster, Schwein und Affe vertragen jedoch fast 1000 mal so viel Dioxin, ohne schwerwiegende gesundheitliche Probleme. Macht 5000 Eier (ohne Schale) am Tag. Und Pflanzen sterben an Dioxin rein mechanisch, und zwar dann, wenn mehr als 50 Kg der reinen Substanz, oder wahlweise 5 Millionen Tonnen Eier, auf sie fallen.

Lecker? Gefährlich?

Lecker, gefährlich oder tödliche Gefahr?

 

Menschen kriegen von Dioxinen nachweislich Chlorakne und ähnliche, unschöne Hautveränderungen, Schäden an der Leber und Entzündungen weiterer innerer Organe. Aber Krebserkrankungen, bzw. Tod durch Zellschäden bei Menschen? Problematisches Thema, politically auch nicht korrekt. Die Boehringer-Arbeiter,die in Hamburg von ihrer schlampigen Werksleitung jahrelang, z. T. sogar jahrzehnte lang sehr hohen Dioxin-Dosen ausgesetzt waren, erkrankten 25 mal öfter als andere Hamburger an Krebs. Die Todesrate in dieser Health Care-Fabrik war noch höher, da Organversagen und Suizide extrem oft vorkamen. Obwohl jeder Arbeiter zwei Aspirin am Tag gratis gegen die Schmerzen bekam.

Rauchen ist vergleichbar schädlich wie Dioxine in hohen Dosen (5000 Eier pro Tag), was das Krebsrisiko angeht. In Kombination mit Alkoholkonsum ist das Krebsrisiko von Rauchen sogar 80 mal höher. Beides ist nicht etwa verboten, sondern ein wertvoller Beitrag zu den staatlichen Steuereinnahmen: Flugsicherheit, Renten und was weiss ich noch, werden durch Tabak- und Alkoholsteuer finanziert. Und die Lebensversicherungen bauen auch drauf. Wer raucht und säuft, zahlt ein, aber ist schnell tot, idealerweise bevor der Herr Kaiser zahlen muss.
Noch ein legaler Krebsmacher: Big Mac, Wopper und Yogurette: Mädchen, die in der Pubertät übergewichtig sind, haben ein 40 mal höheres Brustkrebsrisiko als Normalgewichtige. Ist die rein synthetische Ernährung durch Kinderschokolade, Hamburger und Co. deshalb verboten, obwohl sie schädlicher ist als Dioxin-Eier? Nein. Von dem schnellen Krebstod, bevor der Rentenfall eintritt, profitiern ja schliesslich alle im Sozialstaat.

Und Schichtarbeit, speziell in Kombination mit Nachtarbeit erhöht (durch die Störung der diurnalen Rhytmik und des Schlafes) das Krebsrisiko um das 50-fache. Rein von der Risikobeurteilung her gesehen, müsste Schichtarbeit weitaus eher verboten werden als Dioxin-Eier.

Appel Ei

Jetzt Kaufen. Billiger werden die bis Ostern nicht mehr

Also mein Tipp: Boykottiert das System. Jetzt Eier kaufen. Und zwar die aus Bodenhaltung. Dioxin hemmt den Befall durch Mäuse, was quasi egal ist, aber auch den durch diverse Pilze und Bakterien, darunter auch Salmonellen, die in Eiern aus Bodenhaltung immer enthalten sind. Eier- und Frischeiprodukte werden in Altenheimen gerne eingesetzt, um  durch Salmonellenbefall den „Bestand zu reduzieren“, also um unserer aller Sozialbeiträge zu schonen. Die Pflegeversicherer werden uns grade jetzt die Eier nicht wegkaufen, paradoxerweise wegen dem vergleichsweise harmlosen Dioxin.

Billiger werden Eier so schnell nicht mehr, und die mit Dioxin drin halten garantiert bis Ostern, und vielleicht sogar länger.

… die auf die Frucht fliegen

August 13, 2010

…die Fruchtfliegen!

Darum heißen die so. Wer gerne frisches Obst zu sich nimmt, wird das Problem kennen: Fruchtfliegen. Wie aus dem Nichts tauchen die Ersten schon bei der Morgenmelone auf, sobald die Melonenschale auch nur angeritzt ist. Dann die Zweite, am Biomüll finden sich nach ein oder zwei Stunden bereits  mehrere, und wenn man den dann nicht runterbringt, gibts Invasion. Nicht nur beim Biomüll; die reifende Banane, Nektarine, der zarte Pfirsich – immer dasselbe Problem. Aufbewahren im Kühlschrank, was bei Wassermelonen (und Biomüll) ohnehin problematisch ist, hilft auch nicht, denn sobald das Obst Raumtemperatur hat, gehts wieder los.

Was tun? Müsli mit Trockenobst ist keine Lösung, Leberwurststulle auf Dauer auch nicht. Die Bananen- oder Melonenschalen in den Restmüll zu werfen, löst das Problem selbstverständlich ebenfalls nicht, denn die Farbe der Tonne interessiert Drosophila herzlich wenig.
Jammern hilft auch nicht; man muss gezielt, entschlossen und aggressiv vorgehen: erst das Problem auf den Punkt bringen, Fragestellungen formulieren und dann das Problem lösen.

Und hier sind die Fragestellungen:
Frage eins: Wo kommen die Viecher so früh morgens eigentlich schon her? Verwest da eine Banane unter dem Herd oder hinter dem Küchenschrank? Nein, Zustände wie bei Lionel Messie unterm Sofa müssen gar nicht sein, damit einzelne Fruchtfliegen überleben. Lange überleben. Das ganze Tier wiegt etwa ein Milligramm. Um sich ausreichend zu ernähren, ist etwa 1/10 Milligramm Futter pro Tag nötig. Ein Körnchen Zucker oder ein Brötchenbrösel würden für drei Tiere für drei Wochen reichen. Voraussetzung ist lediglich, dass das Futter feucht genug ist. Staubtrocken findet Drosophila es entweder nicht (riecht nicht nach Futter) oder kann es nicht kauen. Aber hohe Luftfeuchte oder der Wasserdampf vom Frühstücksei reichen schon aus. Die morgentlichen Fruchtfliegen bedeuten als nicht, dass irgendwo eine  faulige Banane liegt, denn selbst winzigste Brösel reichen aus, um einige wenige Quälgeister wochenlang am Leben zu halten. Und so sauber, dass nicht mal einzelne Bananenmoleküle in der  Parkettritze liegen, ist die Küche nicht mal bei Johann Laffer im Fernsehen.
Frage zwei: Was tue ich dagegen? Klar, killen. Und zwar subtil, nicht stumpf mit der Fliegenklatsche auf die Melone hauen, oder Paral auf die Banane sprühen. Unser Motto lautet: Sei schlauer als die Fruchtfliege. Töte sie durch ihre Gier und ihre Insektenhaftigkeit.

Und jetzt die Problemlösungen.

Wir haben zwei Verfahren entwickelt, die unsere Frühstücksmelone wirksam schützen, und das Leberwurstbrot überflüssig machen, solange Wein im Haus ist. Denn hier gilt: Alkohol ist eine Lösung!
Damit ist nicht gemeint, schon morgens Wein zum Leberwurstbrot zu konsumieren, denn das hilft gar nicht; ganz im Gegenteil; es sind plötzlich doppelt so viele Drosophilas da. Nein, viel subtiler. Wir bauen den „Ersticker“ und den „Ertrinker“:

Der Ersticker

Abb. 1

Falle Typ A (Der „Ersticker“): Man braucht zur Konstruktion: ein Glasschälchen, durchsichtiges Salatöl, etwas lieblichen Weißwein. Der obere Rand des Glasschälchens und die Innenseite (1) wird mit reichlich Salatöl eingepinselt. In das Schälchen gibt man nochmal einen Schuss Öl, sodaß der Boden bedeckt ist, und einen Esslöffel Weißwein (2). Der Zusammenbau erfolgt wie in Abb. 1. Das Glaschälchen wird zwischen dem Obst aufgestellt.

Wie funktioniert das? Fruchtfliegen werden vom Geruch des Obstes und des Weines angelockt. Aber sie fliegen nur selten direkt auf das Obst los, sondern setzen sich erst mal irgendwo in der Nähe hin, um zu glotzen. Tun sie das auf dem öligen Rand der Glasschüssel, ist es schon passiert. Das Öl klebt sie fest, und verklebt die Tracheen. Die wenigen Tiere, die direkt der Weinfahne folgen, erleiden das selbe Schicksal am Grund der Schüssel. Alkohol ist tödlich.

Abb. 2

Abb. 2

Falle Typ B (Der „Ertrinker“): Man braucht zur Konstruktion: einen handelsüblichen Suppenteller, einen transparenten Standart-Gefrierbeutel, 50 mL Rotwein, sowie einen Tropfen Spülmittel. Der Zusammenbau erfolgt wie in Abb. 2.
In den Gefrierbeuten werden 50 mL Rotwein und der Spülmitteltropfen gegeben (3). Der Beutel (1) wird in den Suppenteller (2) gestellt. Die Öffnung, die zunächst nach Oben zeigt, wird dann U-förmig gebogen, dass sie nach unten zeigt (4b).  Wichtig: Die Öffnung muss weit genug offen bleiben (4a).

Ein guter Platz für Fallen vom Typ B ist eine sonnige Fensterbank, damit sich der Wein-uund Alkoholdunst gut ausbreitet und viele Drosophilas anlockt.

Wie funktioniert das? Wieder ist es der Duft des Weines, der die Fruchtfliegen anlockt. Sie gelangen, trotz des erwähnten Glotzverhaltens, irgendwann durch die U-förnige Öffnung ins Innere des Beutels.  Aber sie finden nicht wieder raus. Insekten fliegen immer direkt zum Licht („Fenster-Effekt“), denn sie können sich den Weg nicht merken. Die fleischfressende Pflanze Darlingtonia aus Nordamerika nutzt denselben Effekt aus, um Insekten zu fangen, nur ohne Spülmittel. Letzteres verhindert, in unserem Falle durch die Verringerung der Oberflächenspannung, dass Fruchtfliegen auf dem Wein landen und dann wieder los fliegen. Tipp: Man kann den Beutel auch gerne mal zwischendurch nehmen und schütteln, um die „Glotzer“ zu killen.

Waidmanns Heil!