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SuperGAU für UPS

Oktober 31, 2010

DHL kann sich freuen. Jemenitische Terroristen bringen der Post-Nachfolgeorganisation in naher Zukunft ein sattes Umsatzplus. Das ist sicher, trotz aller Pannen und Pleiten, zB beim Epost.

Wie das? Konkurrent UPS ist Schuld. Und auch nicht. Denn UPs ist die arme Sau, die die Pakete mit dem Sprengstoff aus dem der jemenitischen Al-Quaida-Filiale transportiert hat. Auch wenn der Name nicht genannt wird, auf dem Video und jedem anderen Bild  ist der kackbraune Paketdienst deutlich zu erkennen.

... irgendein Paketdienst,der in Düsseldorf ein internationales Umschlagzentrum betreibt...

Der normaldeutsche/europäische, speziell aber der US-amerikanische Paketversender wird natürlich sofort folgern, wie .. „Ach nee, unser UPS arbeitet mit Bin Laden zusammen? Der Bin, der uns das schöne New York so kaputt gemacht hat? Nee, der soll meine Pakete nicht auch noch transportieren! “ Albern? Nein. Die Unternehmen wissen sehr gut, wie negativ so was wirkt. Denken wir etwas zurück an die US-Invasion im Irak 2002. Der US-amerikanische Computerhersteller Dell hatte schon 2001, also vor der Invasion eigens seinen Online-Shop um ein paar Fragen erweitert. Sofern das gewünschte Produkt nach ausserhalb der USA (denn die USA sind ja sicher und garantiert terrorfrei) versendet werden sollte, musste der Käufer noch eine Frage ehrlich beantworten: „Wird das Produkt in Zusammenhang mit Massenvernichtungswaffen, d.h. nuklearen Anwendungen, Raketentechnologie oder chemischen oder biologischen Waffen verwendet werden?“ Durch diese raffinierte Sicherheitsabfrage konnte und sollte natürlich nicht verhindert werden, dass sich der 11. September wiederholt, aber Dell hatte einfach Angst, dass CNN-Reporter noch vor der US Army die Zuflucht von Saddam stürmen, und finden dort – Kamm, Zahnbürste, Deo und einen Dell-Rechner. Zitat von 2002: „Wenn bei der al-Qaida in einer Tora-Bora-Höhle ein Dell-Rechner auftaucht“, so ein Dell-Manager, „hätten wir ein Problem“ (Nachzulesen bei SPON).
Und exakt das Problem hat jetzt UPS. Ihr Terrorversender Nummer 1. Immer zu Diensten, al-Quaida!
Und ein Tipp am Ende: den günstigen Toner aus dem Jemen (gibts bestimmt bei ebay-yemen online zum echten Bombenpreis) sollte man, trotz der höheren Versandkosten , besser per DHL ordern. Sonst kommt die US-Army gleich mit und baut einem die Kartusche auf die Saddam-Art ein.

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Epost! Epost?

August 5, 2010

Elektrische Post. In Zeiten von Email, social networking und „Internet“ wurde es auch mal Zeit, daß der Kurier des Zaren vom hohen Ross steigt, und auf modern macht. Sonst fällt womöglich passend zum Ende des Briefpost-Monopols noch jemandem auf, daß sich „Briefträger“ immer noch zu Fuß oder per Rad auf die Straßen wagen müssen, um Reklame von Santander, Tango, Dingsda- und anderen Banken, Lottogewinne 🙂 , Weihnachtsgrüße von Conrad, Amazon, meinem Optiker, Payback und Paypal. Und was sonst noch nicht mehr per Mail kommt (weil es nicht mehr kommen darf; denn es wurde denen von mir untersagt lt. Novelle des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb), das landet dank Post in dem  mechanischen Briefkasten.
Ausser Montags, denn da arbeiten die Postler ja bekanntermaßen nicht, und nur die paar „Infobriefe“ von Citypost wandern in die blaue Tonne.
Da könnte die mechanische Konkurrenz gnadenlos ansetzen. Auch Montags die normale Menge an Reklame im Postkasten, das ist eine Klage bei der EU wert. Schon montags wissen, wie hoch man bei Santander, Tango, und Co gerankt wird, und vom Brillenmacher erfahren, ob schon wieder Weihnacht ist oder man letzten Montag Geburtstag hatte und das vergaß.

Epost kombiniert also die Vorteile der herkömmlichen Post (äh ja, als da wären: man kann Spam recyclen, was bei Email nicht geht; es gibt keine Viren, es kostet Geld) mit den Vorteilen von Email (schnell, man muss nicht zum Briefkasten gehen, gratis) miteinander. Und trotzdem bleibt es Post pur.

Klingt fantastisch, da mach ich mit.

Aber das ist nicht ganz so einfach wie in eine neue Wohnung ziehen und Schild an den neuen Briefkasten pappen. Für die Epost muss man diverse Existenzberechtigungs- und -nachweisschritte absolvieren, bis man sein Namensschild an den elektrischen Briefkasten kleben darf.  Zertifizierter „Premium“-Email-Empfänger quasi. Damit Tonline, der Optiker und wer noch endlich nachweisen können, daß die Rechnung oder Mahnung auch wirklich als Email zugestellt wurde.
Damit der elektrische Briefbote kommt, sind also ein paar kleinere Initiativen seitens der Ebriefempfänger gefragt.  „voll einfach, dauert keine 5 Minuten„, sagt die Epost. Recht hat sie. Dauert keine 5 Minuten.

Zuerst online anmelden, natürlich. Name, Wohnort, bla, nichts aufregendes. Ärger erstmals beim erwählten Passwort. Alles was ich mir merken kann ist viel zu unsicher für die Epost., „verwenden Sie mindestens 3 Sonderzeichen…“ „keine Worte“ „minnestens 12 Zeichen lang“ und so geht das eine Weile. Das Ergebnis kann ich mir niemals merken, aber egal, es gibt eine Neues-Passwort-Anfordern-Funktion. Everybody needs a second Chance.
Und nun? Handy-Nummer eingeben, denn es folgt ein TAN per SMS.
Funktioniert prima. TAN eingeben, es folgt: „Wir prüfen. Bitte warten.“ Ich säße da heute noch, denn die Reaktion brachte der echte Briefträger 3 Tage später in den Postkasten. Die PIN zur TAN.
OK, PIN zur TAN eingeben, passt auch, und nun? Post-Ident-Formular runterladen. Anschließend „online“ eine Postagentur identifizieren, die einen „Postident“ erfolgversprechend durchführen kann. Um es kurz zu machen, mit dem „Kenntumi“ gehe ich also brav zur nächsten postidentfähigen Post-Agentur und reihe mich in die Schlange ein.  Vor mir Oma schickt Brief – dauert. Tante schickt Päcksken an Onkel – dauert. Schlange hinter mir wird unruhig.
Jetzt ich, mal eben den Postident machen. Mit den Worten „Identifizieren Sie Mich Bitte“ reiche ich den gefordeten Personalausweis, sowie das Postident-Kentumi-Formular über die Epost-Theke. Die Dame seufzt, und wird dann sehr aktiv: Postident scannen, tippen, drucken, ausfüllen, stempeln, Personalausweis-Daten eingeben, nochmal was scannen, wieder drucken, eingeben, drucken, falzen, stempeln, frankieren. In der Schlange regt sich erster Protest. Ein oder zwei junge Leute mit Postident-Schreiben in der Hand verdrücken sich unauffällig. Als ich meinen Perso nach 10 Minuten zurückerhalte, ist die Postagentur-Dame schweissgebadet, und die Schlange aufgebracht. „Das kann jetzt ein paar Tage dauern“ sagt die schweissgebadete Postdame. Und freut sich sichtbar auf die nächste Oma mit Päckchen.
Als ich endlich nach Hause komme, liegt im mechanischen Briefkasten ein Brief: „Herzlich wilkommen bei Epost. Ihr Postident wurde durchgeführt. Bitte geben sie diese TAN bei Epost ein.“
Donnerwetter, das ist schnell. Schneller als ich für den Kampf gegen Oma und 50 m Fußmarsch brauchte. Leider ist die TAN falsch. Eine Neue wird umgehend geschickt, sagt Epost.
Nächster Tag: Brief mit „Notfall-PIN“ in der mechanischen Post, falls meine TAN nicht tut. Ich hefte das Schreiben ab. Notfalls würde ich es wiederfinden. Abends schicht mir Epost noch eine TAN aufs Handy.
Am Samstag finde ich im mechanischen Briefkasten zwei neue Briefe von Epost. Der eine enthält meine TAN zur Anmeldung, der andere die Gratulation, dass ich mich jetzt mit meinem Passwort bei Epost anmelden kann. Meine biologische und wirtschaftliche Existenz hätte ich nach Epost-Meinung per Handy und Postident ausreichend nachgewiesen. Heute mag ich aber nicht mehr.
Montag: Briefkasten leer. Ich gehe im Internet zu Epost.de, kann mich problemlos und ohne Passwort einloggen, und erwarte also meine  „wichtigen, zertifizierten Briefe“:

Gelogen haben die wirklich nicht – alles wie bei der normalen Post, nur in Elektrisch. Montags Ruhetag.

Aber echt neu und toll: ich muss nicht mehr bis zum Briefkasten laufen, um zu sehen, daß er leer ist.

Und ich werde in Zukunft meine Mails bewusster versenden, denn die kosten dank Epost ab jetzt ja Geld.