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Finale in Berlin: Osnabrück oder Gauck?

Juni 30, 2010

Das heutige Spiel hat mich wieder mit dem Fussball versöhnt. Ganz großer Spocht, hier die dramatischen Ereignisse nochmal zum Nachlesen:

Willkommen in der Bellevue-Arena in Berlin zum großen Finale. Hier stehen sie sich nun endlich gegenüber: Die Routiniers aus Osnabrück, unter der erfahrenen Hand von Trainer Christiano Wulffo, und das Überraschungsteam aus dem Osten: der 1. FC Gauck, angeführt von Spielertrainer Joachimo Gaucko. Obwohl beide Brasilianer sind, könnten die Trainer doch nicht unterschiedlicher sein: Wulfo, der Westbrasilianer, der sein Team über Schülersprecher und Ministerpräsident ins Finale führte, und Gaucko, der den FC Gauck über Pastor und Gauck-Behörde überraschend ins Finale führte. Gaucko war, obwohl er Ostbrasilianer ist,  für lange Zeit übrigens auch als Trainer des Gegners im Gespräch.

Aber nun zum Spiel. Der Unparteiische pfeift an, der Ball läuft. Osnabrück bekanntermaßen schwach auf der linken Seite, aber auch im Mittelfeld mit überraschenden Lücken. Gauck zwar mit überraschend starkem Mittelfeld, optisch überlegen, aber zu defensiv eingestellt. Zudem ist Gysi auf der linken Seite ein Totalausfall. Torlos endet die reguläre Spielzeit. Christiano Wulffo ist stocksauer. Man habe die drückende Überlegenheit dank der „Leistungsverweigerung“ einiger Mittelfeld-Spieler nicht in Zählbares umsetzen können. „Das Team hat mich im Stich gelassen, speziell das Mittelfeld“.

Nach 3 Stunden Pause geht es in die Verlängerung. Das Mittelfeld bespricht sich zwar nur 5 Minuten, aber Abwehr und Sturm müssen intensiver betreut werden. Das Publikum ist dennoch fasziniert von diesem Großereignis. Trotzdem das gewohnte Bild: Das Team von Christiano Wulffo steht nun besser im Mittelfeld, aber der Entscheidungsschlag will nicht gelingen. Ganze 6 cm fehlen an dem entscheidenden Treffer. Gauck mit konstanter Defensivarbeit rettet sich ins Elfmeterschiessen.

„Bis hier war Serbien, jetzt kommt unser England“ so soll sich Osnabrücks Präsidentin Merkel in der Kabine in der Ansprache an ihr zunehmend demoralisiertes Team gewandt haben. Außerdem scheint es einen „Maulwurf“ zu geben: Delikate Details aus der Kabine gelangen an die Öffentlichkeit. Präsidentin Merkel wütet und verdächtigt, aufgrund der Tatsache, dass die Twitter-Posts mit dem Namen Martina Gedeck unterzeichnet sind, auf Martina Gedeck. Martina Gedeck tippt zwar permanent an ihrem Handy rum, aber dementiert alles. Das wird ein Nachspiel nach sich ziehen.

Auch die Pause vor dem Elfmeterschiessen zieht sich in die Länge. Sie dauert jetzt fast schon drei Stunden. Das Mittelfeld braucht wieder nur 6 Minuten, steht dann aber 2Stunden und 54 Minuten in der Schlange vor der Toilette.

Aus der Kabine der Osnabrücker dringt (durch Twitter-Posts mit dem Namen Martina Gedeck) das Gerücht, Christiano Wulff wollte als Trainer wegen der Disziplinlosigkeit seines Teams zurücktreten. Nur ein eindringlicher Appel von seiner Präsidentin hielt ihn davon ab, und vielleicht auch die Tatsache, dass sich seine Gattin Bettina schon gestern diskret F.L. (für „first lady“) auf die Schulter hatte tätowieren lassen.

Überraschung auch bei Gauck: Torwart Jochimsen, der gleichzeitig Linksaußen spielt, bleibt in der Kabine. Das Publikum tobt. Und nun pfeift der Unparteiische zum allesentscheidenden Elfmeterschiessen.

Gaucko läuft an und…

wird hart, wenn auch nur verbal, von Kynast attackiert. Wird er weiter spielen können? Meyer-Landrut macht sich zur Einwechslung bereit, aber noch hat der Unparteiische die Fahne oben. Trotzdem kursieren im Publikum bereits Gerüchte über den Ausgang dieses (möglicherweise)  allesentscheidenden Schusses. Bei einer Online-Abstimmung sprachen sich immerhin 23,6% für Tor, 16,6% für Fehlschuss und 69,9 % für Gehalten aus. Dann rufen die Klingeln der FIFA die Schiedsrichter zusammen, um über das Ergebnis zu beraten. Nach den vielkritisierten Fehlentscheidungen bei der WM in Südafrika wird das jetzt nach jeden Torverdacht so gehandhabt, da niemand weder Fehlentscheidungen noch Videobeweis will.

Und jetzt ist es soweit: Der Schuss von Gaucko, der gar nicht abgegeben wurde, obwohl in Osnabrück niemand im Tor stand,  zählt! Der Ball war nicht in vollem Umfang hinter der Linie, sondern 11 Meter davor! Das ist die Entscheidung! Die Schiedsrichter stimmten mit XXX zu XXX bei XXX Enthaltungen dafür, dass statt dessen Christiano Wulffo ein reguläres Tor erzielt hat und damit erstmals den Pokal nach Osnabrück holt!

Gaucko applaudiert höhnisch und sieht dafür rot-grün. Wulffo ist sichtlich erleichtert und freut sich höllisch über den Ikea-Katalog, den sein Team ihm schenkt, „damit es in Bellevue mal etwas moderner wird, so mit „Viren“ im Badezimmer etwa“.

Wulffo wischt sich den Schweiß von der Stirn und nimmt den Katalog „außerordentlich gerne und aus Überzeugung“ an.

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Na das wird ja spannend…

Juni 3, 2010

VonderLeiden ist plötzlich aus dem Rennen, weil die mal was gegen das Internet gesagt hat. Keine Kinderpornos mehr, und hat damit Parteifreunde und Kirche gegen sich aufgebracht.

Schon klar.

Also Wulf. In der ARD-Halbzeitpause sagten Parteifreunde über ihn, er sei deshalb so geeignet, weil er „einen Kompass im Kopf habe“.  Schwer verständlich, das. Nie wurde der Facharbeitermangel in der Politik deutlicher als jetzt! Was können die Polit-Kollegen also meinen?

Entweder eine schwere Verletzung vom letzten Kentern beim Segelausflug auf dem Rubbenbruchsee, oder die meinen (durch die Blume) „Kompass anstatt Hirn“.  Mit Alternative 1 würde er die Behinderten-Quote in der Berufsgruppe Bundespräsidenten steigern; mit Alternative 2 wäre er allerdings für das höchste Amt im Staate ausserordentlich gut qualifiziert, es wäre sogar ein Fortschritt.

Als er noch Oppositionsführer war, brauchte er immer nur zu sagen „ich bin dagegen“. Was er als Ministerpräsident sagt, wird in der Presse nicht berichtet. Aber jetzt, mit dem Kompass statt Hirn kanns ja nur aufwärts (bzw. nordwärts) gehen.

Besser Kompass statt Nagel im Kopf. Davon haben wir ja schon genug.