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Schlecker sprengt unsere Badezimmer!

Januar 9, 2011

Winterzeit ist Kohlzeit. Brassica napus var., also Weißkohl, Grünkohl oder Blumenkohl (alles Brassica oleracea- Varietäten), sowie der botanisch entfernt verwandte Chinakohl (Brassica rapa ssp. pekinensis), lässt sich einfach perfekt einlagern und ist das ideale Wintergemüse. Wer jetzt nicht spanische Erdbeeren (die geschmacklich weder von Tomaten noch von H2O zu unterscheiden sind, aber gemeinsam das biophysikalische Mysterium mit sich bringen, dass der Wassergehalt über 100 % liegt), oder Äpfel aus Argentinien und Birnen aus Chile kaufen möchte (gibts aktuell bei Edeka und Marktkauf; auch als „Bio“; der Versand aus Chile oder Argentinien per Flugzeug ist vermutlich schneller und billiger als der winterliche LKW-Transport von Stade nach Osnabrück) liegt beim Kohl ganz richtig.

Problem: Die Inhaltsstoffe. Im Gegensatz zu Apfel, Birne oder Wassertomate enthalten Kohlsorten, selbst nach langer Lagerung, immern noch geschmacks- und geruchsbildene Stoffe. Das macht sie als typische Wintergemüse so beliebt. Die Ursache sind die Thiocyanate, schwefelhaltige Verbindungen, die Brassicaceae als Fraßschutz synthetisieren. Im Falle menschlicher „Fresser“ geht das allerdings auf tragische Weise schief: Thiocyanate machen den charakterischen Kohlgeschmack aus. Und sorgen, aufgrund des hohen Schwefelgehaltes, auch für übelriechende Pupse beim anschließenden Gang zur Toilette. Grund dafür ist die Bildung von Schwefelwasserstoff aus Thiocyanaten im menschlichen Darm, was für den intensiven Pups-Geruch nach verfaulten Eiern verantwortlich ist.  H2S (Schwefelwasserstoff) ist ein hochbrennbares, leicht entzündliches Gas, welches auch bei der Fäulnis, Vergammelung und Verwesung von Fleisch entsteht. Oder nach dem Genuß von Kohl, oder Eiern.

Letztere sind ja im Moment echte Schnäppchen, aufgrund der vermeindlichen Krebsgefahr. Der „Eierpups“, also der klassische geruch nach „faulen Eiern“ stammt in diesem Falle von den hohen Gehalten der ebenso essentiellen wie schwefelhaltigen Aminosäuren Cystein und Methionin.

Diese lassen sowohl den „Kohlpups“ als auch den „Eierpups“  nach verfaulten Eiern riechen. Und beide steuern explosives H2S bei.  Als wäre das hochbrennbare Methan, welches in jedem von uns bei der Verdauung vegetarischer Nahrung entsteht, nicht schon Bombe genug.  Keine Sorge, das stammt aus rein vegetarischer Ernährung.  Alle Kohlenwasserstofffe in unserer Nahrung, also Fette, Kohlenhydrate, Zucker, werden als Methan-Pups ausgeschieden.

Dicke (und stinkende) Luft im Bad.

Was kann man dagegen tun, fragt sich – ausgerechnet – die „Parfümerie“ Schlecker:

Bang my loo!

Was wird passieren? BOOM.

Tabula rasa im WC, wenn nicht im ganzen Haus. Wohnungs-Explosion aus unbekannter Ursache“, wird das Fernsehen melden.Spontane Selbstverbrennung, wird „Brisant“ melden. Mein Haus, mein Klo, mein Auto: Alles explodiert wegen eines Tipps aus dem Sonntagsblatt.

Das macht es natürlich leichter und unbefangener,  (sofern man „seinen Arsch retten konnte“, also die Detonation  überlebt hat), aus den heutigen Prospekt die „Badmöbel der Saison“ für das nächste Klo im neuen Haus auszuwählen. Danke für den Tipp,

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