Geniesse das Leben in vollen Zügen (II) …

Oktober 4, 2012

(…) Fortsetzung von Teil I:

Wilkommen zum Zwangsausstieg in Herford – denn dieser Zug endet hier am Gleis 4. Nach dem Ausstieg der Gäste braust er menschenleer auch schleunigst wieder zurück Richtung Bünde. Wie nun kommt man von Herford fort? In Herford gibt es einen Service Point, der sogar offen und kommunikationsbereit ist. Die Hardware funktioniert, und der freundliche Service-Point Mitarbeiter druckt gleich einen neuen Fahrplan aus. Es geht nach Löhne anstatt nach Kassel, das wäre ja ausserdem auch in Hessen und das Niedersachsenticket wäre ungültig. Aber – Überraschung – es stellt sich heraus, dass auch Zielbahnhof Löhne und Abreisebahnhof Herford eigentlich nicht mehr so richtig wirklich  in Niedersachsen liegen. Folglich gilt auch für die Bahnfahrt von Herford nach Löhne das Niedersachsenticket nicht. Und – von einer direkten Verbindung zwischen Osnabrück und Göttigen könne man bei dieser Strecke ja wohl nicht mehr reden. eue Fahrkarte kaufen.
Aber – wenn nun ein Zug wegen diesem Triebkopfschaden einfach ausfällt – was kann der Gast dafür? Elli hat den schliesslich nicht kaputt gemacht. Von einem triebkopfschaden ist am Service-Point nichts bekannt, aber der Mann an Gleis 4 müsste das wissen. Vielleicht kann der dann sogar eine Bescheinigung (Triebkopfschadensbestätigung) ausstellen. Elli schnappt sich die Koffer und eilt an Gleis 4. Der Mann ist ganz leicht zu finden, aber der findet den ausgefallenen Zug in seinem Rechner nicht. Die Privatbahnen melden sowas nicht gerne (vielleicht ist auch nur dieses „Dings“ kaputt), dabei käme das oft vor. Egal: Da nicht im PC steht, dass der Zug nicht gefahren ist, kann er die Bescheinigung nicht ausstellen. Sorry.
Koffer nehmen – zurück zum Service Point und den Fahrschein kaufen, aber welchen und wo? Eine einfache Bahn-Fahrkarte für 3,40 € kann man am Automaten im Eingangsbereich des Bahnhofs ziehen. Man kann sie auch hier im Service Point kaufen, das ist aber 2 € teurer (wg. dem notwendigen Service und der aufwändigen Beratung) oder – schnell nachgeschlagen vom Mitarbeiter – Bus fahren (1 € billiger) oder Taxi (schneller, aber bestimmt teurer). Elli geht zum Automaten und löst die Karte. Die Koffer darf sie so lange am Service Point stehen lassen („wir sind ja Dienstleister“).
Der nächste planmäßige Zug fährt natürlich von Gleis 4. Der Mann auf Gleis 4 entschuldigt sich nochmal wegen der fehlenden Triebkopfschadensbestätigung, und gibt dann einen wertvollen Tipp: Schneller als der planmäßige Zug nach Löhne vom Gleis 4 wäre der nächste, der an Gleis 3 kommt, weil der 20 Minuten Verspätung hat. Dann wäre in Herford der vorherige Anschlusszug grade noch zu kriegen, weil der auch Verspätung hat, und sie müsste keine 30 Minuten oder 90 Minuten warten, je nachdem wieviel Verspätung der planmäßig in 10 Minuten fahrende Zug denn dann hätte. Und der fährt in Löhne direkt vom Gleis gegenüber. Schwer zu verstehen – egal, an Gleis 3 fährt ein Zug ein, und Elli steigt ein – nix wie weg hier. Das letzte, was sie von Herford hört, ist die Durchsage, dass der ursprünglich eingeplante Zug sich um 20 Minuten verspäten wird.
In Löhne steht abfahrtbereit ein kleiner Zug auf dem Gleis gegenüber, Elli hastet hinein, aber der Zug fährt nicht los, denn er wartet – 20 Minuten lang auf den verspäteten Anschlusszug aus Herford. Als der endlich kommt, geht es auch nicht gleich weiter. Die hinteren Türen sind defekt, alle Reisenden (und das sind viele!) müssen sich durch die vorderen Türen quetschen.
Dann fährt er ab (35 Minuten verspätet) und fährt bis Vlotho. Da bleibt er stehen. Elli hört nach kurzer Zeit eine Durchsage:  Die Weiterfahrt verspätet sich, weil der entgegenkommende Zug auf dem Nebengleis sich verspätet. Nach 5 Minuten kommt der Zug auf dem Nebengleis an. Beide Züge stehen noch weitere 5 Minuten reglos und ereignislos im Bahnhof, dann geht die Fahrt weiter.
In Löhne hat der lt. Ursprungsplan vorvorherige Zug soviel Verspätung, dass Elli den bequem erreicht. Damit hat sie -sozusagen – durch den Abstecher über Herford quasi keine Bahnzeit verloren. Und die 3,40 € für das Westfalenbahn-Ticket waren sicherlich gesünder angelegt als im Bordrestaurant oder Bahnhofsrestaurant oder der Bockwurstbude am Gleis 4.

Nach ca. 50 Minuten ereignisloser Bahnfahrt ist Elli etwas müde und steigt -planmäßig-  in Elze aus. Die Verspätung hat nur um 10 Minuten zugenommen. Auf dem Nebengleis steht ein Zug und die Ansagestimme sagt: Zug nach Göttingen – Verspätung um ca. 5 Minuten. Elli ist verwundert – denn laut Plan gbt es diese Zug gar nicht, aber er fühlt sich ganz real an. Elze – nach aktueller Realzeit und Bahn-Fahrplan bedeutet das 45 Minuten Aufenthalt, und dann weiter auf demselben Gleis, auf dem sie angekommen ist.

Elli berät sich mit anderen Fahrgästen (Bahnneulinge aus Meppen, die tatsächlich über Kassel nach Elze gereist sind und auch nach Göttingen wollen). Sie kommen zu dem Schluss: Aufgrund dessen, dass wir uns verspätet haben könnte sich der Zug auf dem Nachbargleis ebenfalls verspätet haben (auch wenn das Bahnsteigschild gar nichts anzeigt), ist es einer, den wir nehmen können. Gesagt – getan, alle drücken auf die Knöpfe, damit die Türen sich öffnen. Der Zug fährt genau in dem Augenblick los – ohne Ansage, und ohne Elli und die Meppener.

Die folgenden 45 Minuten Wartezeit an Gleis 2 in Elze reichen kaum aus, um die Erlebnisse der bisherigen Reise auszutauschen. Alle freuen sich über die Verspätung des Zuges nach Göttingen, und sind beinahe enttäuscht, dass es nur 10 Minuten sind. Nach ca. 50 Minuten Fahrt kommen alle in Göttingen an. Gott sei Dank bemerkt Elli kurz vor dem Ausstieg, dass (quasi nur von außen sichtbar) ein Schild an der vorderen Tür angebracht ist mit dem Aufdruck: „Diese Tür ist defekt“.
Die hintere Tür tut. Alle steigen aus und freuen sich riesig, endlich doch noch angekommen zu sein. Der Weg ist das Ziel, da haben die alten Chinesen wirklich recht.

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Geniesse das Leben in vollen Zügen…

September 26, 2012

sofern denn überhaupt mal ein Zug fährt. Und man damit dem eigentlichen Reiseziel näher kommen kann. Zumindest ein klein wenig. Elli, eine alte Freundin von mir wollte sich eigentlich unser Auto leihen, um damit zu Bekannten nach Göttingen zu fahren. Aber angesichts der momentanen Sprit-Preise (und, mit meiner Erinnerung an deren Fahrkünste), einem kleinen Hinweis auf den technischen Zustand der Bremsen, der Lenkung, der nicht bezahlten Versicherung und der daraus resultierenden möglichen Teilnahme an den Paralympics 2016 (Elli ist extrem sportlich veranlagt) sah sie ein, dass die Bahn eine gesunde, ruhige und stressfreie Alternative ist.
Zumindest in der Theorie. Diese besagt, dass man sich zuerst mal online über den Reiseweg informiert. In Reiseplan steht genau, wann welcher Reisezug wo abfährt und wo ankommt, speziell auf welchem Gleis, und an welches Gleis man für die Weiterreise (falls denn ein Umsteigen überhaupt nötig sein sollte) sein sollte, um die Weiterfahrt zum Zielort entspannt zu geniessen.
Noch kurz zur Vorgeschichte: Ich bin immer gerne mit der Bahn gefahren, wenn es zu geschäftlichen Terminen ging. Aber das ist das ICE-Zeitalter.
Anders bei Elli. Elli hat damals, ca. 1990, im Ruhrpott studiert, und fuhr eigentlich mit ihrem damaligen Freund zusammen mit dem Auto am Wochenende zurück ins heimische Emsland.  Bis dann der damalige Freund einen geschäftlichen Termin am Wochenende nach dem anderen hatte, und Klein-Elli mit der Bundesbahn reisen musste. Hübsch, 18 Jahre alt, dickes Gepäck (die Wäsche von 2 Wochen), zwischen betrunkenen Soldaten und betrunkenen Fussball-Fans eingekesselt auf dem Flur der nach Karbol stinkenden, vergammelten Züge aus der Ex-DDR. Gottseidank, dass es damals noch keine Handys und den sinnleeren  „Hallo Schatz- ja, der Empfang ist jetzt auch bei mir besonders schlecht“-Terror gab. Müßig zu erwähnen, was es wirklich mit den „geschäftlichen Wochenend-Terminen“ auf sich hatte. Psychologisch ausgedrückt wurde die Bundesbahn zu einen Synonym für Erniedrigung, Verlassen werden und Dreckwäsche ins Emsland bringen.

Extremer Bahn-Vorschaden also. Aber das ist 20 Jahre her, die DDR-Wagons steht im Museum, aber Elli hatte sich in all der Zeit konsequent geweigert, die Bahn zu benutzen, und immer einen leihwilligen Autobesitzer gefunden. Bis heute. Wir planen die Fahrt am Computer.  ganz einfach – aber mit dem Niedersachsen-Ticket muss man leider doch zweimal umsteigen. Ein Ticket online kaufen geht leider auch nicht, der Bahn-Server ist heute nicht erreichbar.
Egal, das spart ja auch nichts, und am Bahnhof gibt es freie Parkplätze, und der Fahrschein-Automat rückt das Niedersachsen-Ticket auch fast wiederstandslos heraus. Also ab an Gleis 11, wo ein moderner, schicker Zug schon bereit steht. Wir lassen uns Zeit, verabschieden uns, Elli will einsteigen, da tritt ein Mann in Uniform dazwischen und sagt: „Dieser Zug endet hier. Bitte nicht einsteigen“. Und zeigt auf ein Schriftzug am Fenster, auf dem tatsächlich auch steht: „Dieser Zug endet hier. Bitte nicht einsteigen“ Aber ich muss doch hier einsteigen, um nach Göttingen zu kommen? Der Mann zeigt nach oben, wo genau jetzt die Lautsprecher-Stimme sagt: „Achtung – der Regional-Express Nummer sowieso fährt heute von Gleis 12 ab“.  Und gleich danach: Reginalexpress Nummer dingsda. Bitte einsteigen und Türen schliessen – der Zug fährt jetzt ab“.  Elli sucht immer noch verzweifelt den Zettel, auf dem die Nummer stehen muss, die der Regionalexpress haben soll, der nach Göttingen fährt. Ich schubse sie in den Zug an Gleis 12, der jetzt los fährt, und hoffe, dass das eine gute Entscheidung war.

Den Rest der Reise habe ich zuerst per SMS, dann per mail, bzw. nachträglich durch Dritte erfahren.  Denn wegen meines Tipps“fahr doch mal Bahn anstatt Auto und verschone deine Umwelt“ bin ich für Elli jetzt definitiv „Persona non Grata“ Denn so ging das ganze weiter:

Bünde: erster planmäßiger Umstieg – erstes Problem mit dem Plan. Durchsage des Service-teams genau zwei Minuten vor der planmäßigen Ankunft des Zuges: „Die planmäßige Ankunft des Zuges entfällt wegen eines Triebwerkfehlers der Lokomtive“.
Ende. Es folgen keine weiteren Durchsagen. Die Wartenden beraten sich. Es gibt Tipps wie früher bei den Pfadfindern. Erst mal mit einem Zug weiter nach Herford. Oder erst mal mit einem Zug weiter nach Bielefeld. Zurück nach Osnabrück? Oder doch nach Bad Önhausen – da halten manchmal sogar auch die ICE. Den Bahn-Service befragen? Guter Plan, aber der nächste Service-Point steht wahrscheinlich in Bielefeld oder Paderborn oder in Gamisch-Patenkirchen, jedenfalls nicht in Bünde. Trotzdem war das alles graue Theorie – plötzlich traf ein Zug ein und nahm alle Reisenden auf (d. h. alle, die eben noch debattierten, stiegen ruck.zuck ein) , und es stellte sich raus, der Zug fährt planmäßig nach – Herford. Und es gibt einen Schaffner in dem Zug. Elli fragt ihn nach dem Weg nach Göttingen. Der Schaffner grübelt eine ganze Weile und hat dann – möglicherweise, wie er selber sagte, möglicherweise nur – einen Zug im Kopf, der über Kassel fährt (Elli sieht die A33 und die A46 vor Augen, und wie sehr sie sich mit dem Auto immer über diesen riesigen Umweg über Kassel geärgert hat). Aber auf jeden Fall – der Schaffner ist sich fast sicher – in Herford aussteigen und dann umsteigen. Beides wahnsinnig gute Tipps, denn der Zug endet zwar in Herford, die Reise aber nicht.
Er will sich aber weiter erkundigen („dafür haben wir doch dies dings..“) und kommt nach 5 Minuten mit einem elektronischen Gerät („dings“) in der Hand wieder, das einem online die besten Reiseverbindungen raussucht. Tolles Ding das, sagt er, nur sei es seinem Kollegen bei dem letzten unplanmäßigen Stopp runtergefallen und seitdem irgendwie kaputt.  Das täte ihm sehr leid. aber sein Kollege (der das hatte fallen lassen) meint auch, erst mal in Herford aussteigen und am Service Point fragen.

(…)Zu Teil 2

Dr. med. Gremlin

September 6, 2012

Ein Bekannter von mir, der für einen Paketdienst in einer anderen Stadt Pakete ausliefert, hat sich letztens eine ganz dumme Abmahnung wegen eines Rechtschreibfehlers eingehandelt. Es gibt in dieser Stadt einen berühmten Arzt mit einem speziellen Fachgebiet, eine echte Konifere seines Fachgebietes, der heisst Peltier; Dr. Peltier, bzw. Herr Doktor Peltier um exakt zu sein. In manchen Kreisen ist die Promotion – sei sie echt oder nur Guttenberg- und deren permanente, ausdrückliche Aussprechungen („Herr Doktor“) im Alltag essentieller Bestandteil des täglichen Lebens. Ausgesprochen wird der Name natürlich frankophon, also ähnlich wie „peltiäeh“; wobei das H am Ende von Dr. Peltier nur sanft gehaucht wird.
Anyhow, in der Hitze des Sommermorgens lässt die Sehkraft gerne etwas nach, und man wird schreibfaul, und so wurde bei dem besagten Bekannten razfaz aus dem Dr. Peltier der Herr Pelztier. Ein Z zuviel – und  zwei fatale Fehler auf einen Streich. Nummer eins: Ohne den Doktortitel fühlt sich der Paketempfänger ohnehin nicht angesprochen, aber die Frage in der Praxis an die Helferinnen, wer denn das Paket für Herrn Pelz-Tier annehmen könnte, löste erst mal Ungläubigkeit aus. „Sind Sie sicher, dass das hier richig ist? Wir sind immerhin eine anerkannte Praxis für … Was sollen wir mit einem Pelz-Tier?“ Ein Blick auf die Sendung allerdings, und etwas „Hä?“ löste das Problem – und die Spannung: „Pelztier..“ Prust – laut loslach. „Ist das wegen dem …“ . Das laute (angeblich gackernde) Lachen der Arzthelferinnen rief nun aber den Herrn Dr. Peltier persönlich auf den Plan.

Kurz zusammengefasst: er empfand diesen Verlust an Autorität als gar nicht komisch, witterte lautstark „Unrat“ und erwirkte für den armen Zusteller eine Abmahnung wegen „mangelhafter Lese-und Schreibkenntnisse“. Was aus den gackernden Praxis-Helferinnen wurde, ist nicht überliefert.

Kuschelig, gelle? Its a dirty Job, but someone must do it.

(Namensvettern von Dr. Peltier, die sich zu unrecht angesprochen fühlen, sind ausdrücklich nicht gemeint)

Kabbel Part III

September 6, 2012

Die Fortsetzung von Part2, welches widerum nur eine Fortsetzung von Part 1 war.
Donnerstag, 8 Uhr, dritter Urlaubstag. Kurzfassung: Es passiert wieder viel an dem tag, ich erhalte ein paar Reklame-Anrufe, trinke meinen Kaffee schwarz, da ich mich nicht traue, eben um die Ecke Milch zu kaufen – vergebliches Opfer. Gegen 14 uhr fange ich an, die Firma Steinbrecher anzurufen, mit dem bekannten Ergebnis: Niemand da.
Ab 15 Uhr – inzwischen stocksauer –  rufe ich Kabel Deutschland selber an und versuche, jemand anderes als die Call-Center-Mädels ans Rohr zu kriegen. Erfolglos. Es gibt den Tipp, die Störstelle anzurufen. Das tue ich, und gelange sogar endlich in die Reklamationsabteilung. Ein Call-Center-Mensch nimmt mein Anliegen entgegen und sagt, die Kabels selber werden schnellstmöglich zurückrufen.
Das hat fast eine Stunde gedauert – ich warte eine Weitere, es ruft niemand zurück. Kurz vor 5 rufe ich die Reklamationsabteilung nochmal an, und frage nach dem Rückruf. Antwort: Schnellstmöglich bedeutet Frühestens nach 24 Stunden, eher aber nach 48.  Ich sage der Dame, dass ich soviel Zeit nich abe, und lieber kündige als solange zu warten. Antwort: gerne doch, aber kündigen kann ich nur schriftlich.
Und das tue ich denn auch. Ich jogge zum Bahnhof, und das Einschreiben geht grade noch raus.
Freitag morgen klingelt denn auch sofort das Telefon. Firma Cornelius – die Montöre hätten nicht gewusst, dass die ein Kabel in den dritten Stock legen müssen, und wären deshalb nicht gekommen. Ob es Ende nächster Woche bei mir passt – vorher wäre alles dicht – so terminlich, alles dringende Fälle… Sie redet, ich hingegen bin irgendwie unfähig, irgendwas zu sagen. Ich muss ja auch an meinen Blutdruck denken, also sage ich ein paar mal ä und dann lege ich auf und esse eine Handvoll Baldriantabletten zum immer noch schwarzen Kaffee.   Kluge Tat, denn zwei Minuten später ruft Kabel Deutschland selber an. Sie hätten meine Kündigung erhalten, aber die Kündigungsfrist wäre leider abgelaufen. Und die Firma Cornelius hätte gemeldet, dass die schon dreimal da waren und niemanden angetroffen hätten. Baldrian sei Dank – ich schildere dem Kabelmenschen, wie es wirklich war, und weise darauf hin, dass heute gerne einen vierten Urlaubstag nehme, um direkt zu meinem Anwalt zu gehen.
„Ich solle mal nichts unüberlegtes tun, wir melden uns“. Soweit, sogut.  Bleibt noch eine weitere offene Frage: Wieso telefoniere ich eigentlich immer noch? T-Online ist doch seit fast 1 Woche gekündigt? Ich rufe den Service an, und eine andere Oma wundert sich mit mir. „Die haben die Kündigung gar nicht weiter gegeben“.  Sehr gut, denn das will ich jetzt auch gar nicht mehr. Wir verhandeln etwas über ein neues, günstigeres Angebot, welches ich durch das Weglassen von einigen „Gratisleistungen“ auf 25,90 drücken kann. Und den Gutschein für einen Kugelschreiber in hochwertigem Design.
Das Ende der Geschichte: Dienstag schreibt Kabel Deutschland, dass aus Kulanzgründen der Vertrag aufgelöst wird. Einmal pro Woche erhalte ich aber Post von denen. Und den Kugelschreiber von T-online muss ich auch noch abholen…

Stolpersteine vor unserer Tür

September 1, 2012

Stolpersteine vor unserer Tür.

Branchenlisten und Aktualität

August 21, 2012

Branchenlisten und Aktualität.

Was ist eigentlich Hydroxypropylmethylcellulose?

August 16, 2012

Was ist eigentlich Hydroxypropylmethylcellulose?.

Was man über Anrufbeantworter wissen sollte:

August 3, 2012

die haben eine Laut-Taste. Diskret angebracht und schlecht beschriftet. Ob die gedrückt ist oder nicht, zeigt ein kleines bis winziges Symbol im Display an. Wer achtet schon darauf – denn ob das an ist oder nicht, bemerkt man selber sowieso nicht, denn man ist ja meist nicht da, wenn der Anrufbeantworter angeht. Und Schall trägt sehr weit, grade wenn das Fenster offen steht.
Donnerstag abend – Sperrmüllabend. Die Leute von (sagen wir aus Anonymitätsgründen) schräg gegenüber veranstalten einen gemeinschaftlichen (weil kostenpflichtigen) Sperrmüll, mehrere Mieter tragen die ausrangierten Reste ihrer Rechner, kaputte Ikea-Regale und Blumentöpfe, und fleckige Aldi-Matzatzen aus Wohnung und Keller an die Straße, wo schon mehrere Sachsucher geduldig der Dinge harren, die da ans Dämmerlicht kommen. Die Ausbeute muss lohnend sein, die Sachsucher stellen die Knattermofas ab und streiten sich um das Erstdurchsuchungsrecht bestimmter Kisten. Die Nachbarn von (sagen wir aus Anonymitätsgründen) schräg gegenüber, alles Bio-Gutmenschen, vermitteln.
Dann dringt ein diskretes tüt tüt aus einem der offenen Fenster dieses Hauses. Ein fernes Telefon eben. Aber dann ertönt ein Text. Und zwar ziemlich laut. „Hallo, dies ist der Anschluss von Hans Moser (Name geändert), ich bin nicht da (nicken der Hausbewohner, und einer sagt  „Ja der is doch gestern mit seiner Frau nach … gefahren“). Piepton – Und dann folgt die Nachricht. Die Menschen auf der Straße lauschen und erstarren und verstummen und blicken sich um. Und starren auf das Fenster, hinter dem eine Frauenstimme sagt: „Hallo Schatz, gestern war ja deine Frau am AB. Ich bin wieder in der Stadt, und erwarte dich … im …“. Der Rest war nicht jugendfrei.
Die häusliche Sperrmüllgesellschaft auf der Straße ist peinlich berührt. Es dämmert schon, aber rote Köpfe von erstarrten Menschen leuchten durch die Nacht. Die Sachsucher sind taktvoll genug, ihre Knattermofas anzuwerfen und sich „ich komm später nochmal“ zuzurufen. Und abzudüsen. Ich verstehe nicht, was die Nachbarn leise sagen, während sie abgehen.
Warum ich das so genau von meinem Dachfenster aus beobachte?  Ich habe selber den Keller voll Sperrmüll. In den angrenzenden Häusern genau dasselbe. Dunkle, staunende, lauernde, jetzt auch amüsierte Gesichter hinter dunklen Fenstern, wohin man blickt. Und während meine Nachbarn und ich den verfrühten Abgang der gegenübers nutzen und diskret unsere Keller und Dachböden räumen, und im Schatten der Nacht aus dem schmalen Häuflein von gegenüber eine respektable Müllhalde kreieren, geht es immer wieder um die Frage „Hans Moser – das ist doch der mit dem Audi… . Hättest du das von dem gedacht?“

Miese Jobs…

Mai 13, 2012

Its a dirty job, but someone must do it..
wir jammern ja mitunter rum, dass uns die alltägliche Arbeit nicht in dem Maße fordert, wie wir uns das wünschen. Die Höhepunkte fehlen, und wir fühlen uns entweder überfordert oder nicht ausreichend gefordert, Platz zum Jammern auf hohem Niveau ist immer genug da.  Ich habe letzte Woche allerdings eine Geschichte gehört, was „jammern auf höchstem Niveau“ angeht, die finde ich bemerkenswert.
Mateusz, ein neuer, von mir sehr geschätzter Mitarbeiter unseres Bürogebäudes, erzählte, warum er bei seiner vorigen Firma (einer Großbäckerei) schlagartig gekündigt hat. In der Großbäckerei war er in der Nachtschicht tätig, und im Wesentlichen für die Kontrolle der Steuerung der Herstellung von Rosinenbrötchen zuständig. Es gibt automatische Schieber, die die Mehlzufuhr regeln, die Butterzufuhr, die Zuckerzufuhr, Backpulver, und natürlich auch den Rosinenanteil. Automatische Knetwerke formen daraus den Teig, der dann in die Portioniermaschine fährt, zu Proto-Brötchen geformt wird, und dann abgebacken wird, um  endgültig in eine handelsfähige Form zu gelangen. Soweit, sogut. Mehl, Butter, Zucker und Rosinen werden natürlich nicht per hand aus Tüten zugegeben, sondern per Tanklaster angeliefert und in Hochsilos gepumpt, und von da aus automatisch über Rohrleitungen in die Backmischungen dosiert. Bis dann eines Abends der automatische Schieber für die Rosinenzufuhr defekt wurde. Der Back-Computer fordert 50 kg Rosinen für Rosinenbrötchen an, aber der Schieber öffnet nicht. Ein Samstag abend, natürlich…  Der Service-Techniker muss her, aber Samstag abend – was das wieder kostet…
Der Schieber befindet sich in etwa 10 Meter Höhe, und es muss also jemand rauf, um den mechanisch zu öffnen, jedesmal, wenn der Backcomputer 50 kg Rosinen für eine neue Rosinenbrötchen-Mischung anfordert. Also wurde Mateusz auf einen Stapel von 20 Euro-Paletten gelegt (um hoch genug ranzukommen; 10 Meter, so hoch reicht ja kein Stapler und keine Leiter), auf dem Palettenstapel festgebunden bis auf den rechten Arm, damit er nicht runterfällt, und wenn das kleine gelbe Licht neben dem kaputten Schieber angeht ( alle 20 Minuten etwa), Schieber rausziehen, und wenn das gelbe Lichtlein wieder aus geht, Schieber zu. Das war die Samstag-auf Sonntag-Nacht-Schicht. Und Sonntag abend kam der Lagermeister mit einem Strick in der Hand und den Worten:“ Der Techniker kommt leider erst nächsten Mittwoch“ auf ihn zu….

Versand-Alternativen: Ebay, Amazon, Paypal…

April 30, 2012

Versand-Alternativen: Ebay, Amazon, Paypal….