Des Kaisers neuer Akku

Wir, hier im Sommerloch, sind die staunenden Zeugen eines der größten wissenschaftlichen Durchbrüche des 21. Jahrhunderts. Unser Leben ist geprägt, wenn nicht gar gezeichnet, von der Energiefrage. Solar, Wind, Steckdose, Atome: Woher soll die Energie der Zukunft kommen, und was kostet eine Kilowattstunde in Zukunft? Da kommt ein revolutionärer Durchbruch grade recht. Nein, nicht Akkus, die mehr Strom speichern, sondern transparente Akkus. Strom, der nicht mehr undurchsichtig, sondern quasi durchsichtig transparent bis unsichtbar ist. Und flexibel formbar auch noch.
Was bringt uns das denn weiter im 21. Jahrhundert, mag sich so mancher Ignorant des technisch Machbaren fragen. Denn bei einem herkömmlichen Handy (oder Laptop oder Ipad oder Elektroauto) steckt der Akku verborgen irgendwo im Gehäuse, und vibriert höchstens mal diskret.
Ein transparenter Akku ist einfach nur eine Revolution der diskreten Elektrik. Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Für das neue Elektroauto, bei dem manchmal doch der E-Schumi am Steuer sitzt, ist für den warm-up in Zukunft nicht mehr nur der teure Ökostrom, der durch seine grüne Farbe im herkömmlichen Akku sofort auffällt, nötig. Transparenter Akku – diskret ein paar unsichtbare KWH des billigen Atomstromes zum verjuxen dazuladen. Yes, Toyota, so gewinnt man selbst im Arvensis Ampelrennen gegen  E-Twingo, Tante Paula E-Bikes und Segways!  Daß der Strom, der dazu verballert wurde, die gelbe Farbe mit den schwarzen Symbolen hat, wird keiner bemerken, denn der Anhänger mit dem Atomstromakku ist ja unsichtbar.
Und es gibt noch viel mehr neue Anwendungen für dieses revolutionäre Produkt.  Wer sich etwa den transparenten, flexibel formbaren Akku umschnallt, sieht auch viel schlanker aus. Und ein Iphone beispielsweise, dessen eingebauter Akku selbst in Version 5 nur 6 Stunden hält, würde extrem davon profitieren, wenn ein diskreter, aber leistungsstarker Zusatzakku verfügbar wäre. Pas de problem, dank Yuan Yang und anderen US-Forschern: Einfach eine durchsichtige Autobatterie 12 V 90 Ah anklemmen, das ist (dank der Transparenz) diskret und leistungsstark. Zwar trotzdem 20 Kg schwer, aber für 6 Stunden zusätzlicher Online-Dauer sind Apple-User ja bekanntermaßen leidenswillig. An dem transparenten Bollerwagen, auf dem man das Ding geräuscharm hinter sich her ziehen kann, sowie einem transparenten Shopper-Model zum Schieben wird noch gearbeitet.
Des Kaisers neuer Akku hat allerdings bereits jetzt ein Problem. Lange bevor die Großserie starten kann, gibt es bereits Akkuviren. Wiederum sind es US-Experten, die die designt haben, und gleichzeitig schon mal davor warnen.
Norton Anti-Akku-Virus steckt, nach eigenen Angaben, noch in den Kinderschuhen, wurde aber schon tausenfach an zukünftige Nutzer/innen transparenter Akkus verkauft. Denn:  perfide Hacker könnten unsichtbare Akkus wahlweise zur Explosion bringen (Attentat! Attentat!!) und Panik und Katastrophen auslösen, oder, noch viel schlimmer, die Bollerwagen mit dem „transparenten“ Akku darauf sichtbar machen. Und den vermeinlich schlanken Körper, verborgen hinter einem flexiblen,  transparenten 12V 90 Ah Bleiakkumulator, wieder in voller Beleibtheit sichtbar machen.
Nicht auszudenken, sowas.

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