Wenn man den Kopf richtig einsetzt, ist der wie ein drittes Bein

Christoph Daum ist neuer Trainer in Frankfurt. Er sieht zwar aus, als würde er sich sein Geld in der Geisterbahn verdienen, aber Ahnung von Fussball hat er. „Wenn man den Kopf richtig einsetzt, ist der wie ein drittes Bein“. Da spricht der Fachmann. Nicht der von der Geisterbahn, wo sich Dreibeinige, oder Monster mit Bein statt Hirn besser machen würden als auf dem Fussballplatz.

Rainer Brüderle ist kein Fussballer. Trotzdem hat er seinen Daum verstanden, und macht was mit seinem Kopf. Er setzt ihn als etwas, was den anderen zwei Beinen ein Bein stellt und dem Minister für irgendwas? kräftig taumeln lässt. Zukünftiger Ex-Minister, sollte man besser sagen. Dabei hat er doch nur etwas geäußert, was ohnehin jeder wusste. Gebeten, das  Moratorium der Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke zu kommentieren, wies der Minister erläuternd darauf hin, dass angesichts der bevorstehenden Landtagswahlen Druck auf der Politik laste und die Entscheidungen daher nicht immer rational seien. Er war immer für Kernkraft, und bleibt es auch. Bei SPON gehts noch weiter, wer es nachlesen will.

Das nenne ich mal eine ehrliche, glaubhafte Aussage. Genau so empfindet es doch der Normalbundesbürger. Merkel und Co. als Atomkraft – nein Danke-Partei?  Hö Hö. Wer das glaubt, denkt wirklich mit dem Knie. Es ist doch niemand so dämlich zu glauben, dass die tragischen Ereignisse in Japan hierzulande zu mehr als zu billiger Polemik im Wahlkampf taugen. Den Betroffenheitsjournalismus in Wählerstimmen ummünzen, darum geht es. Überdenken der Sicherheitsrisiken bei AKWs in Deutschland? „Hiermit erkläre ich mal ein Paar von Denen als Unsicher. Nach der übernächsten Wahl erinnert sich sowieso keine Sau mehr dran, dann können wir wieder ungestört mit EON und Co reden, und die schleunigst wieder anknipsen“. Und vermeiden so, dass zur überübernächsten Wahl die Frage kommt, warum der Strom denn schon wieder 10% teurer wird (vielleicht auch nur um 8%, denn Atomstrom aus Frankreich ist gar nicht so teuer). Und die Frage kommt dann nicht von ein paar niedlich protestierenden Schülerchen, sondern von den Wählern, die auf jeden Cent achten müssen.
Was hat der Brüderle denn nun falsch gemacht? Er sitzt viel und gerne im Frühstücksfernsehen rum, und redet da mit dem Volk. Vielleicht hat ihn das dazu gebracht, einfach mal „ehrlich“ und „glaubhaft“ zu sein.

Klar, das wird ihn den Job kosten. Kopf hoch, Brüderle. Hauptberuflicher „Experte“ im Frühstücksfernsehen – das ist doch deine wahre Berufung. In Zukunft gibts viel mehr Zeit für deinen Traumjob!

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