Knutt ist tot

Knutt ist tot. Der ehemals junge, niedliche Menschenfresser mit einem Marktwert von mehreren Millionen Euro wurde reg- und leblos und verstorben in dem Wassergraben treibend aufgefunden,  der seine gemütliche Zelle von der Freiheit trennt. Selbstmord, ganz klar. Aber Warum? Warum nur, tut Er Uns das an.

Nach Aussagen seines Wärters hat Knut schon seit langer Zeit sehr auf seine Gesundheit geachtet. Nicht nur, dass er den verstrahlten Spinat verweigerte, er hat seit Fukushima überhaupt nichts mehr aus dem Pazifik gegessen. Nicht mal frischen Pangasius, sondern nur noch lebende oder frischtote Pinguine aus Bodenhaltung.
Sein Aufseher sagte jedoch, Knutt sei sehr am aktuellen politischen und wirtschaftlichen Geschehen interessiert gewesen. Klar, denn die Millionen, die er als Flausch-Model verdiente, hat er in Öko-Aktien angelegt. Alles, was das Eis am Nordpol schont: Windkraft. Solaranlagen, Erdwärme, und ähnliches, vor allem aber in Kernkraft. Der Frühstücks-Pinguin musste in die aktuelle Financial Times eingewickelt sein, sonst wurde er nicht verzehrt. Klar, diese Branchen hatten ihre Krisen letztes Jahr, aber das hat Knutt recht gut verkraftet, und besagte Branchen auch. Der eigene Eisberg in Südlage fürs Altenteil war, jedenfalls finanziell, niemals in Gefahr. Knutt investierte ferner in multikulturelle Verständigung und Akzeptanz. „Wenn ich in Rente bin, wird sich niemand mehr auf der Straße umdrehen, wenn ein Eisbär durch Alfhausen oder Brochterbeck geht“. Das war sein Ziel.

Trotzdem wurde er zunehmend lethargisch.  Sein Freund Gutti – ein mieser Lügner und Betrüger. Und nicht mal Arzt. Und der Kernkraft-Tipp war von ihm. Sein Idol Gottwald tritt zurück, und Heidi Plump wird Nachfolgerin. Ausgerechnet. Im Seehundfell wäre die ja noch ganz appetitlich, aber als Kind auf dem Eisbärenfell? Grönemeier singt wieder. Niemand schreibt ihm E-Post. Auf Facebook hat er genau noch zwei Fans: sich selber und „Flocke“, diese Ziege. Die anderen Bären mobben ihn, auch deshalb.

Knutt fiel in tiefe, tagelange Nachdenklichkeit über seine Karriere und was falsch läuft, und als er mental wieder auftauchte, war er sehr sauer, dass er sowohl das Erdbeben als auch den Tsunami, die beide Deutschland so schwer trafen, verpasst hatte. Denn Knutt hat seine sämtlichen Tantiemen aus seiner Eigenvermarktung natürlich in deutsche Aktien investiert, und ist; sorry, war, schwer beunruhigt durch die momentane Lage.

Gebebt hat die Erde zwar in Japan, aber die deutschen Atomkraftwerke, diese Meisterwerke des Meilerbaus, sind, nein, waren, sicher. Seit dem Erdbeben in Japan sind alle deutschen AKWs allesamt, unmittelbar und definitiv extrem gefährlich geworden.. Sofort abschalten, verfügt Mutti Merkel in einem Akt der Rechtsbeugung. Denn sonst sind unsere Landtagswahlen nicht mehr zu retten. Westerwelle, als Multiminister, ist flexibel genug, erst mal dafür und dann dagegen zu sein; aktueller Stand unbekannt. Der zuständige Minister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (kurz „Umweltminister“) wurde leider nicht informiert und tritt stattdessen lieber im Frühstücksfernsehen auf. Wie der Brüderle. „Deutsche Atomkraftwerke liegen Innen Deutschland, also ist der Innenminister zuständig“. Ruck – zuck raus aus der Kernkraft. Kostenpunkt: 230 Milliarden Euro. Das wird natürlich auf die Verbraucher umgelegt (Knutts Kühlaggregate etwa brauchen im Sommer Strom bis zum gehtnichtmehr), und dieser Strom kommt aus französichen oder russischen Kernkraftwerken. Sonst wäre der „Ausstieg“ ja noch teurer.

Doch wer ist schuld an dem Atom-Deasaster, welches Knutts Aktien bis auf den Grund seines Wassergrabens fallen liessen? Wirklich nur Japan? Denn die Kraftwerke, die da grade hochgehen oder im Kern zerschmelzen, wurden bei General Electric in den USA gekauft. Es wäre alles längst unter Kontrolle, wenn es den japanischen Betreibern nur gelingen würde, die Garantie-Unterlagen aus dem Keller zu holen. Aber so? Keine Hilfe aus Amerikanien ohne den Original-Garantie-Schein. USS Ronald Regan dreht ab. Kein Garantieschein – keine Reparatur. Egal ob Ipad oder Kernkraftwerk. „Gods Own Country“ hält sich an die Gesetze. Mit High-Tech made in Germany wäre das nicht passiert. Oder doch? Seit dem Erdbeben in Japan ist deutsche Nukleartechnik doch Risiko-Technik, selbst ohne Erdbeben und Tsunami

Alternativen müssen her. Was ist mit Öl? Um das zu sichern, fordert der Westerwelle, ausnahmsweise mal in seiner Eigenschaft als Außenminister, einen ständigen Sitz für Deutschland im Weltölsicherheitsrat. Als alter Duz-Freund von Gaddaffi hat er jetzt aber ein neues, interessantes Problem. Und er löst es westerwellisch. Das Prinzip „Weiss nicht“ setzt sich durch. Europäische Einheit in solchen Fragen? Kannste eh verbuddeln. Wer in Europa hat denn Öl, ausser Norwegen (und die waren grade auf Eisbärenjagd und in New York nicht dabei). Und was, so Westerwelle, wenn mein alter Kumpel Gaddaffi doch siegt? Dann kriegen nämlich wir das billige Benzin, und der Rest der UN nicht. Und wenn die Revolution siegt? Nun, wir waren jedenfalls nicht ausdrücklich dagegen.

Als wenn das nicht schon genug Nackenschläge für einen Bären wären, Multikulti ist auch in Gefahr geraten. Der neue Innenminister, dieser Schüchterling aus Niederbayern, hat nämlich den Tipp gekriegt: mach dich doch mal durch ne coole Rede bekannter – aber sag nicht dasselbe wie dieser andere Softie Wulff. Und was sagt KlausThomasNorbert als braver Parteisoldat? „Der Islam gehört nicht nach Deutschland“. Ohne rot zu werden. Er hätte genau so gut sagen können: „Eisbären gehören nicht nach Deutschland“. Der Tsunami spülte diesen Dummsulz zwar erst mal weg, aber eine schwach verstrahlte Atmosphere bleibt zurück.

Knutt hyperventiliert. Monatelang für dämliche Kids und senile Omas Posieren, und dann das. Was macht die deutsche Politik aus meinen Aktien? Aus der Traum von der eigenen Eisscholle. Eisberg – ade.
Und heute dann noch das: Der VFL verliert. Die letzte Sendung von „Wetten das“ mit dem Gottwald. Grönemeier singt. Wer soll, wer kann so viel Leid auf mal ertragen?

Knut nicht. er schneidet sich mit einem verschärften Pinguinschnabel die Pulsadern auf, trinkt 6  Ice Beer zum Morgenpinguin und schmeisst sich sicherheitshalber ausserdem noch in seinen Wassergraben.
Game over. Aber hoffendlich nicht nur für Knutt.

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