Archive for Februar 2011

Herr Doktor Freiherr und die Glaubwürdigkeit

Februar 18, 2011

Unsere tollen Minister! Mit wenigen Ausnahmen könnten die mir Samstags auf dem Markt begegnen, und ich würde sie nicht erkennen. Mutti Merkel, die kennen alle, sogar ich. Und den Westerwelle auch, wenngleich viele nicht wissen, was der für ein Minister ist. Schäuble ist auch Minister. Von dem weiss man, der will, wenn er nicht mal wieder krank ist, immer nur sparen und Geld vom Bürger kassieren, weshalb viele denken, er sei Finanzminister, und Westerwelle der Innenminister. Wen gibt s noch? Im Frühstücksfernsehen sitzt jeden Tag Onkel Brüderle und redet über alles mögliche. Netter Onkel, unser Frühstücksminister. Mehr fallen mir spontan gar nicht ein. Halt: Von der Leiden, nach kurzem Nachdenken, ist auch Minister. Den anderen Job hat ja damals der Wulff gekriegt. Tante Harz 4, die jedes Mal wenn das Fernsehen sie zeigt, mit unerträglicher Micky-Maus-Stimme diesen einen Satz sagt, dass nämlich die Kinder auf die Gutscheine, und sonstige Reformen warten, die sie selber seit Monaten blockiert.
Aber die bisher einzige Lichtgestalt in diesem Hühnerhaufen war der Herr Freiherr. Doktor Freiherr Karl-Theodor zu Guttenberg. Den habe ich anfangs auf Fotos immer mit Lothar Matthäus verwechselt, aber nur anfangs. Aber nicht nur daran, dass die Frau an seiner Seite immer dieselbe war, sondern an seiner Arbeit merkte ich den Unterschied schnell. Der machte seinen Job recht gut. Und hatte einen großen Vorteil gegenüber so Schmierlappen wie unserem Mehrzweck-Minister Westerwelle: Er schien ehrlich und immun gegen Korruption. Von Haus aus Kohle genug, trotzdem anständig geblieben. Der nette Freiherr von Nebenan. Niemand, der für ein paar Möwenpick-Millionen ein neues Gesetz verkaufen würde. Gut zu seinen Jungs; schon damals als Wirtschaftsminister, genau wie heute als Bundeswehr-Minister.
Da ich schon sehr politikverdrossen bin und bei Wahlen seit Jahren aus Protest ungültige Stimmzettel abgebe, hätte mich so jemand vielleicht retten können, und wieder einen guten Wähler aus mir machen können.

Erreicht hat er genau das Gegenteil. Bei der nächsten Wahl werde ich mir sogar das mit dem ungültigen Stimmzettel sparen und mich nur noch ärgern, wenn die Lindenstaße durch dies Wahl-Geblubber unterbrochen wird.
In der westlichen Welt nimmt man es mit dem Urheberrecht sehr genau. zumindest was die kleinen Leute angeht. Musikstück, Hörbuch oder Video illegal runtergeladen? Sofort steht ein Abmahn-Fritze auf der Matte und will dafür Kohle. Für sich, nicht für den Urheber, selbstverständlich. Auf der Homepage ein Bild, welches nicht ausdrücklich freigegeben und mit Quelle versehen ist? Verstoß gegen das Urheberrecht, wieder 2000 €  an die Anwaltsmafia fällig. Schul- oder Haus oder Doktorarbeit per Copy + Paste? Durchgefallen. Und zwar endgültig. Laut allen Promotionsordnungen, die ich kenne, gibt es keine zweite Chance.
Das mit dem Urheberreht gilt aber nicht für den feinen Freiherren. 78 Stellen seiner Doktorarbeit bestehen aus nicht gekennzeichneten Copy + Paste Inhalten. Und was sagt er dazu: „Entschuldigung. Ich les mir das nochmal durch. Bis ich das bezahlt; sorry: geklärt habe, bin ich für Euch nur „Herr Freiherr“, und nicht mehr „Herr Doktor Freiherr“.

Wer (wie ich) selber die Tretmühle Promotion mitgemacht hat, d. h. 3 Jahre eine 70-Stunden-Woche bei schlechtester Bezahlung und ohne Urlaub, dann Zusammenschreiben auf Kosten des Arbeitsamtes, der freut sich über jeden, der beim Bescheissen auffliegt. Und – die Tatsache, dass der „Herr Freiherr“ alles abstreitet, was andere Leser dieses Werkes klar belegen, zeugt doch wohl davon, dass er seine eigene Doktorarbeit nicht besonders gut kennt. Wer liest auch schon gerne 400 Seiten Juristerei, und prüft auch noch nach, was die Autoren da zitieren? Soldatenpost ist doch viel spannender.

Was diese Promotion wohl gekostet hat? Und ob die Autoren Garantie darauf gegeben haben? Mich jedenfalls würde es nicht mehr wundern, wenn auch der „Freiherr“ nur gekauft oder geklaut ist, oder er die Frauen in Wahrheit genau so schnell wechselt wie sein Doppelgänger Lothar. Die Glaubwürdigkeit der letzten Lichtgestalt ist endgültig hin. Eben doch genau so ein Schmierlappen wie der Rest dieser „Bundesregierung“. Wie konnte ich bloss auf diesen Typen reinfallen?

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Oh Gott – Gottwald tritt zurück!

Februar 13, 2011


Eine Ära geht zu Ende: Mubarak, Gottschalk, Frontzek, Höness und (wahrscheinlich auch) Schaaf treten zurück. Und lassen uns mit der Frage der Nachfolge alleine.

Richtig ernst ist die Situation aber weder in Ägypten (6000 Jahre Erfahrung sprechen für sich), München (alles geregelt), Gladbach (steigte eh ab) oder Bremen (der Trainer der Zweiten übernimmt, wie immer, und bleibt die nächsten 10 Jahre Cheftrainer). Richtig ernst ist die Situation nur in Mainz. Der Gottschalk tritt zwar erst in „Zukunft“, also nach noch ein paar Sendungen und mehreren „Best Of“ im Sommerloch zurück, aber was wird dann? Wer wird dann?

Mehrere Kandidaten sind heiss:

Jörg Pilawa und Günther Jauch – dagegen spricht allerdings, dass die Wetteinsätze viel zu niedrig sind.

Frank Elsner – leider seit 25 Jahren ohne Berufserfahrung, aber hat sich das ZDF in den letzten 25 Jahren denn nenennswert geändert?

Markus Lanz (wer ist das?)

Stefan Raab – Guter Vorschlag. Leider will der  jede Wette selber mit machen. Ein schwerer Unfall schon in der ersten Sendung ist wahrscheinlich. Also keine Dauerlösung.

Hape Kerkeling – Warum nicht? Ist grade arbeitslos, soweit bekannt ist. Jeder Harz IV-Empfänger weniger hilft dem Staat. So oder so.

Nicht ganz so heiss sind:

bei etwa 40 Spielen pro Jahr - eine reife Leistung!

Gratulation zum Jubiläum. 4.000 Spiele als Trainer. Bei etwa 40 Spielen pro Jahr - eine reife Leistung! Aber es muss auch mal gesagt werden: so alt hast du heute auch ausgesehen.

 

Thomas Schaaf – fliegt demnächst bei Werder raus, ist cool und Medien-Profi. Steckt verloren gegangene oder schief gegangene Wetten besser weg als der Gottschalk.

Uli Höness: Elendes Dickmaul. Somit sprachlich gut qualifiziert. Hört bei Bayern auf, und sucht etwas, um die karge, sechsstellige Rente aufzubessern. Und um sich selber in Scene zu setzen.

Westerwelle: demnächst hoffentlich arbeitslos, aber wenig wahrscheinlich als Gottwald-Nachfolger. Denn für Geschäftsanbahnungen a la Möwenpick ist die Sendung im bisherigen Format wenig geeignet. Ausser vielleicht bei Kranken – und Lebensversicherungen, je nach Wette. Vielleicht kann man die Sendung ja auch mit „Börse im Ersten“ fusionieren, und nach bewährter Methode weiter Steuern und Steuervergünstigungen verzocken. Wetten das als „Business Edition“

Jörg Kachelmann: Mediensicher. Und als Teil der Resozialisierung ist eine Samstag-Abend-Show sicher nicht schlecht. Geht aber erst mal nur ohne Hunzinger als Assistentin wegen der Rückfallgefahr. Margreth Thatcher oder Alice Schwarzer wären gute Assistentinnen.

L. Meyer-Landruth: Ebenfalls Resozialisation, nach der mehrfachen Qualifikationsniederlage gegen sich selber und der erfolglosen Titelverteidigung. Evtl. erst mal als „Hunzinger“ für Master Raab, um Praxis zu kriegen und richtig Deutsch zu lernen, und um des Masters Wett-Wunden zu pflegen.

Hosni Mubarak: Momentan sehr populär. Und wegen der Ausländer-Quote ein interessanter Kandidat.  Braucht, wegen seiner eingefrorenen Konten das Geld und wird sich ins Zeug legen. Gute Beziehungen zu Promis in aller Welt. Einziges Problem: Kann kein Deutsch.

Ante Sapira: Kennt sich mit Wetten bestens aus. Würde „Wetten das“ prima mit der „Sportschau“ verbinden.

Herpes voller Lügen und Maren Gilser: Etablierte Show-Stars, der Master mit seit Rudi Carell bewährtem holländischem Hintergrund.  Ein absolutes Erfolgsmodell, aber leider nur RTL-Erfahrung. Mehr als 500 Zuschauer könnten dieses erfahrene Team verunsichern. Und – etwas alt sind die, aber das ist das Publikum doch inzwischen auch. Gelle?

Oder gibts noch mehr Vorschläge?