Archive for Januar 2011

Hallo Reporter: Super-GAU im Fussball!

Januar 30, 2011

Die Woche vom 24. bis 30. ist fest geplant in der Sport-Redaktion eines regionalen Medienanbieters. Die Schichten wurden festgelegt, der Urlaub der Chef-reporter wurde auch bewilligt, denn: Der Leithengst, der VFL, ist so berechenbar und vorhersehbar geworden in seinen Bemühungen, in Liga 2 zu bleiben, wie der Wallach „Kleiner Onkel“ aus Pipi Langstrumpf. Bwin und andere Propheten sagen 8:00 gegen einen VFL-Sieg voraus, also, Volontair, nutze die Woche um Argumente für die langsame Demission des Trainers (Herr Baumann) zu finden. Und Tschüss. Alfons und Harald sind weg. Volontair Kevin nutzt also die Woche, und schleicht jeden Trainingstag am Tainingsplatz rum, um schlechte Stimmung einzufangen. Kevin befragt Spieler, die sich per Taxi anliefern lassen, unfreiwillige Reservespieler, die Rentner am Platzrand, und baut eine hübsche, gut recherchierte „Baumann–nichts geht mehr-Story daraus. Er spricht baumann auch ein paar mal direkt an: „Ey, Rücktritt noch in Aue oder was geht sonst Alter?“ Das dauert schon mal bis Donnerstag, grad mit dem Aufschreiben von alldem. Und dann steht Kevin da, am Donnerstag Abend, in den Dieselschwaden des Mannschaftsbusses, der in das schöne Erzgebirge abrauscht, kriegt sein Foto gemacht, und das letzte unzufriedene Interview im Kasten und denkt ans Wochenende, welches für ihn quasi jetzt beginnt.  Well done, Kevin.
Freitag abend noch mal eben der unvermeidlichen Niederlage lauschen, na ja, der Boss zahlts ja. Bis zur 88. Minute passt der in der Woche ausgearbeitete Bericht ja auch. Aue immer gut für ein Tor in den letzten 5 Minuten, und zwar nach Standarts. Kevin nickt ein. Und wird durch den Reporter prompt geweckt: Tor in der Nachspielzeit nach Standart-Situation (Kevin nickt zufrieden) .. für den VFL.
Das Spiel endet tatsächlich 0:1.
Kevin ist jetzt in Panik. Der Bericht über den anstehenden Rausschmiss von Baumann – gegessen. Unzufriedene Spieler, speziell der unzufriedene Joker Schmidt? Also alle unzufriedenen Passagen raus. Alle Anti-Baumann-Passagen raus. Alle Trainer-Wechsel-Passagen raus. Es bleiben 5 Worte vom Text über. Kevin hyperventiliert.  Und die Serie? Auswärts nie gewonnen? Gut, da findet sich doch schnell was im Internetz. Tippa Tappa Kicker.  Letzter Auswärtssieg in Liga 2 war vor über zwei Jahren: Top Titel gefunden. Kevin stöhnt erleichtert. Die Schlagzeile lautet also: „Die Lila-Weißen feiern nach 638 Tagen das Ende des Auswärtsfluchs.“ Und Kevin betrinkt sich dann. Der Text wird von seiner abstinenten, vegetarischen  Freundin, die das ganze verfolgt hat, noch am selben Abend auf Harmlos umgeschrieben.
Schade eigentlich, dass weder Kevin noch seine vegetarische Freundin damals in Burghausen dabei waren, als der VFL nach einem Auswärtssieg aufstieg. First time, first love. What a feeling is this, electricity grows…  Geschweige denn bei der Meisterfeier. Das war Dritte Liga, aber da gab es in 365 Tagen immerhin 5 Auswärts-Siege.
Alle 73 Tage einen. Im Schnitt.
Egal, Kevin, wenn Harald und Alfons wieder da sind, bist du es wahrscheinlich nicht mehr. Seriöser Journalismus darf extrem sachlich und emotionslos sein (A. Badtke) oder auch mal emotional und enthüllend (H.Pistorius), aber die Fakten müssen schon stimmen. Zumindest soweit, wie ein Kicker-Online-Anklicker wie ich das nachvollziehen kann.

Advertisements

Schlecker sprengt unsere Badezimmer!

Januar 9, 2011

Winterzeit ist Kohlzeit. Brassica napus var., also Weißkohl, Grünkohl oder Blumenkohl (alles Brassica oleracea- Varietäten), sowie der botanisch entfernt verwandte Chinakohl (Brassica rapa ssp. pekinensis), lässt sich einfach perfekt einlagern und ist das ideale Wintergemüse. Wer jetzt nicht spanische Erdbeeren (die geschmacklich weder von Tomaten noch von H2O zu unterscheiden sind, aber gemeinsam das biophysikalische Mysterium mit sich bringen, dass der Wassergehalt über 100 % liegt), oder Äpfel aus Argentinien und Birnen aus Chile kaufen möchte (gibts aktuell bei Edeka und Marktkauf; auch als „Bio“; der Versand aus Chile oder Argentinien per Flugzeug ist vermutlich schneller und billiger als der winterliche LKW-Transport von Stade nach Osnabrück) liegt beim Kohl ganz richtig.

Problem: Die Inhaltsstoffe. Im Gegensatz zu Apfel, Birne oder Wassertomate enthalten Kohlsorten, selbst nach langer Lagerung, immern noch geschmacks- und geruchsbildene Stoffe. Das macht sie als typische Wintergemüse so beliebt. Die Ursache sind die Thiocyanate, schwefelhaltige Verbindungen, die Brassicaceae als Fraßschutz synthetisieren. Im Falle menschlicher „Fresser“ geht das allerdings auf tragische Weise schief: Thiocyanate machen den charakterischen Kohlgeschmack aus. Und sorgen, aufgrund des hohen Schwefelgehaltes, auch für übelriechende Pupse beim anschließenden Gang zur Toilette. Grund dafür ist die Bildung von Schwefelwasserstoff aus Thiocyanaten im menschlichen Darm, was für den intensiven Pups-Geruch nach verfaulten Eiern verantwortlich ist.  H2S (Schwefelwasserstoff) ist ein hochbrennbares, leicht entzündliches Gas, welches auch bei der Fäulnis, Vergammelung und Verwesung von Fleisch entsteht. Oder nach dem Genuß von Kohl, oder Eiern.

Letztere sind ja im Moment echte Schnäppchen, aufgrund der vermeindlichen Krebsgefahr. Der „Eierpups“, also der klassische geruch nach „faulen Eiern“ stammt in diesem Falle von den hohen Gehalten der ebenso essentiellen wie schwefelhaltigen Aminosäuren Cystein und Methionin.

Diese lassen sowohl den „Kohlpups“ als auch den „Eierpups“  nach verfaulten Eiern riechen. Und beide steuern explosives H2S bei.  Als wäre das hochbrennbare Methan, welches in jedem von uns bei der Verdauung vegetarischer Nahrung entsteht, nicht schon Bombe genug.  Keine Sorge, das stammt aus rein vegetarischer Ernährung.  Alle Kohlenwasserstofffe in unserer Nahrung, also Fette, Kohlenhydrate, Zucker, werden als Methan-Pups ausgeschieden.

Dicke (und stinkende) Luft im Bad.

Was kann man dagegen tun, fragt sich – ausgerechnet – die „Parfümerie“ Schlecker:

Bang my loo!

Was wird passieren? BOOM.

Tabula rasa im WC, wenn nicht im ganzen Haus. Wohnungs-Explosion aus unbekannter Ursache“, wird das Fernsehen melden.Spontane Selbstverbrennung, wird „Brisant“ melden. Mein Haus, mein Klo, mein Auto: Alles explodiert wegen eines Tipps aus dem Sonntagsblatt.

Das macht es natürlich leichter und unbefangener,  (sofern man „seinen Arsch retten konnte“, also die Detonation  überlebt hat), aus den heutigen Prospekt die „Badmöbel der Saison“ für das nächste Klo im neuen Haus auszuwählen. Danke für den Tipp,

Noch eine Dioxin-Kugel, Darling?

Januar 7, 2011

das war eine heutige Frage am Frühstückstisch. Die Antwort, die „politically correct“ gewesen wäre, ist: „Willst du mich mit diesen Billigdiscounter-Produkten umbringen? Überwinde deinen Geiz und kauf endlich mal Bio-Sachen. Da passiert das nicht“.  So z. B.  der „Experte“ im eierlosen Frühstücksfernsehen. Wer sich etwas mit der Materie beschäftigt hat, lächelt jedoch nur und sagt: „Noch ein Ei, gerne, solange die Preise so im Keller sind, auch zwei“.

Eier

Leckere Dioxinkugeln

Analysieren wir diese ebenso kurzen wie interessanten Gespräche ein wenig: Los gehts mit der Frage, wie giftig ist Dioxin eigentlich? Mäuse haut es in den beliebten Tierversuchen schon im millionstel-Gramm Bereich tot. Also 5 Hühnereier pro Maus am Tag, wenn die veröffentlichten Werte über die aktuellen Belastungen stimmen. Man sehe das mal in Relation, da ein Ei (ohne Schale) etwa genau so viel wiegt wie eine Maus. Hamster, Schwein und Affe vertragen jedoch fast 1000 mal so viel Dioxin, ohne schwerwiegende gesundheitliche Probleme. Macht 5000 Eier (ohne Schale) am Tag. Und Pflanzen sterben an Dioxin rein mechanisch, und zwar dann, wenn mehr als 50 Kg der reinen Substanz, oder wahlweise 5 Millionen Tonnen Eier, auf sie fallen.

Lecker? Gefährlich?

Lecker, gefährlich oder tödliche Gefahr?

 

Menschen kriegen von Dioxinen nachweislich Chlorakne und ähnliche, unschöne Hautveränderungen, Schäden an der Leber und Entzündungen weiterer innerer Organe. Aber Krebserkrankungen, bzw. Tod durch Zellschäden bei Menschen? Problematisches Thema, politically auch nicht korrekt. Die Boehringer-Arbeiter,die in Hamburg von ihrer schlampigen Werksleitung jahrelang, z. T. sogar jahrzehnte lang sehr hohen Dioxin-Dosen ausgesetzt waren, erkrankten 25 mal öfter als andere Hamburger an Krebs. Die Todesrate in dieser Health Care-Fabrik war noch höher, da Organversagen und Suizide extrem oft vorkamen. Obwohl jeder Arbeiter zwei Aspirin am Tag gratis gegen die Schmerzen bekam.

Rauchen ist vergleichbar schädlich wie Dioxine in hohen Dosen (5000 Eier pro Tag), was das Krebsrisiko angeht. In Kombination mit Alkoholkonsum ist das Krebsrisiko von Rauchen sogar 80 mal höher. Beides ist nicht etwa verboten, sondern ein wertvoller Beitrag zu den staatlichen Steuereinnahmen: Flugsicherheit, Renten und was weiss ich noch, werden durch Tabak- und Alkoholsteuer finanziert. Und die Lebensversicherungen bauen auch drauf. Wer raucht und säuft, zahlt ein, aber ist schnell tot, idealerweise bevor der Herr Kaiser zahlen muss.
Noch ein legaler Krebsmacher: Big Mac, Wopper und Yogurette: Mädchen, die in der Pubertät übergewichtig sind, haben ein 40 mal höheres Brustkrebsrisiko als Normalgewichtige. Ist die rein synthetische Ernährung durch Kinderschokolade, Hamburger und Co. deshalb verboten, obwohl sie schädlicher ist als Dioxin-Eier? Nein. Von dem schnellen Krebstod, bevor der Rentenfall eintritt, profitiern ja schliesslich alle im Sozialstaat.

Und Schichtarbeit, speziell in Kombination mit Nachtarbeit erhöht (durch die Störung der diurnalen Rhytmik und des Schlafes) das Krebsrisiko um das 50-fache. Rein von der Risikobeurteilung her gesehen, müsste Schichtarbeit weitaus eher verboten werden als Dioxin-Eier.

Appel Ei

Jetzt Kaufen. Billiger werden die bis Ostern nicht mehr

Also mein Tipp: Boykottiert das System. Jetzt Eier kaufen. Und zwar die aus Bodenhaltung. Dioxin hemmt den Befall durch Mäuse, was quasi egal ist, aber auch den durch diverse Pilze und Bakterien, darunter auch Salmonellen, die in Eiern aus Bodenhaltung immer enthalten sind. Eier- und Frischeiprodukte werden in Altenheimen gerne eingesetzt, um  durch Salmonellenbefall den „Bestand zu reduzieren“, also um unserer aller Sozialbeiträge zu schonen. Die Pflegeversicherer werden uns grade jetzt die Eier nicht wegkaufen, paradoxerweise wegen dem vergleichsweise harmlosen Dioxin.

Billiger werden Eier so schnell nicht mehr, und die mit Dioxin drin halten garantiert bis Ostern, und vielleicht sogar länger.