Halt, stop teamwork, ICE

Das Weihnachtsloch wird dieses Jahr von Bundesminister Ramsauer gestopft. Ranseier?? Wer ist das denn, werden sich Viele fragen. Und was macht der?
Eigentlich ist der Herr Ransauer Verkehrsminister; Chef der Bahnen und Autobahnen, aber da ja im momentanen Parlament jeder Minister sowieso macht was er will, wildert der Ramsauer etwas bei der Bildungsministerin dingsbums,  den Namen hab ich vergessen. Anglizismen raus, sagt der Verrkehrminister Ramsauer, und nennt deshalb „Teamwork“ wieder Gruppenarbeit, „Flipcharts“ sollen in seinem Ministerium künftig Tafelschreibblöcke heißen, aus dem Beamer wird der Datenprojektor, die E-Mail wandelt sich zur elektrischen Nachricht, das Galadinner zum festlichen Abendessen, Know-how zum Wissen, das Travel Management zur Reisestelle, die keynote speech zur Grundsatzrede, das Team zur Gruppe.

Jedoch die, (nach Ansicht des Ministers) etablierten Anglizismen sollen bleiben, sagt der Ramsauer. „Ich bin für die Reaktivierung der deutschen Sprache“ sagte schon mein Deutschlehrer in der Schule, und meinte zwar unter Vermeidung von Anglizismen, aber mittels dummdeutscher Nutzung von Latizismen, etwa sowas wie dass er wäre für die Wiederbelebung der deutschen Sprache.

Etabliert und eingedeutscht ist, nach Ansicht von Minister Ramsauer,  bereits der „Service point“, der bleibt so, „rent a bike“ als urdeutscher Ausdruck natüürlich auch. Schade, „Auskunft“ wäre eindeutiger, aber der verweist zu direkt auf etwas, was man am service point nur selten bekommt, eine Auskunft nämlich. Servicepoint klingt eher, wenn auch zutreffender, nach „Wir bemühen uns bei Gelegenheit“. Wahrlich, keine werbewirksame Übersetzung.

Und Fahrradverleih? Klingt zu traditionell, zu altbacken, obwohl das zu dem rollenden Material und den Weichen der Bahn sehr gut passen würde. Problemfall bleibt der Passus „rent“ = rentner; rentiert; spielt auch in dem englischen Version auf das veraltete Material der DB an.

Ob ICE (intercity express) bleibt, ist lt. Ranseier noch unklar. Mit der Alternative „SED“; für „schnellste Eisenbahn Deutschlands“ gab es irgendein Problem, aber der Referent des Ministeriums wusste nicht zu sagen, welches. Irgendwas mit DDR.
Aber der große Clou, die Sensation in Blech wird es im Schilderwald geben. Ramsauer will nämlich was gegen Geisterfahrer tun. Nach seiner Ansicht sind auch hier die Anglizismen der Grund allen Übels. Das Stopschild also. Stop – wer weiss denn schon, daß das „Falsch“ bedeutet? Wörtlich übersetzt hiesse es nämlich „Halt“. Die vielen Geisterfahrer, die falsch rum auf die Autobahn fahren und viel Leid verursachen – mit dem neuen Falsch-Schild und einem leibhaftigen Minister drunter kann es keine Geisterfahrer mehr geben.

Ramsauer stoppt Falschfahrer. Aber wirklich alle?

Ramsauer stoppt Falschfahrer. Aber wirklich alle?

Falls falsches, versehentliches Auffahren wirklich die Ursache der Geisterfahrerei ist.  Kurz vor Weihnachten traf ich meinen Ex-Kollegen R. wieder. Und der sagte gleich: „du – ich hab da neulich was erlebt- glaubste nicht“

Was war passiert? Ich (also R.) fuhr am letzten Wochenende abends spät auf der A30 von O. nach B. Die Bahn war leer, nur vor sich sah R. denn irgendwann sowas wie Funkenschlag. Kein Rücklicht, Bremslicht oder Nebellampe. R. kam näher, und erkannte einen Pferdeanhänger, bei dem die Klappe offen war, runterhing und auf dem Asphalt schleifte. Das machte die Funken, und einen Höllenradau. Der Fahrer schien trotzdem nichts zu merken. R. gab Signale, und endlich fuhr der Pferdetransporter auf den Standstreifen und hielt an. Der Fahrer blieb erst mal brav sitzen. R. hielt auch, stieg aus, und sagte dem Fahrer, dass seine Klappe vom Hänger offen ist, schleift und Radau und Funken macht, und das Rücklicht verdeckt.

Der Fahrer (Mann, etwas älter; also etwa 55, völlig desinteressiert) stieg darauf hin aus, guckte sich die offene Klappe kurz an, und fing dann an, den Hänger abzukoppeln, Klappe immer noch offen. R. fragte ihn (verdutzt), warum er das jetzt mache (und nicht einfach Tür zu und weiterfahren, beispielsweise), und der Mann sagte, er wolle jetzt eben wenden und sein Pferd suchen.

Auf der A30 ist schon was los am späten Abend! R. rief natürlich die Polizei, die kam schnell und verhinderte die Wende, und fand unterwegs auch das Pferd. In Straßengraben und nicht mehr lebendig.

Da hätte der Ramsauer mal eingreifen müssen!

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