Rückblick: Tag der Frau

Der Tag der Frau ist zu einer festen Instanz in diesem unserem Lande geworden. Frauenrechtler und Rechtlerinnen erklären einmütig, die Frau sei real benachteiligt.
Floristen und Floristinnen versuchen zum Tag der Frau zwar, die Blumen, die am Valentinstag nicht verkauft wurden und noch nicht allzu welk sind, jetzt an reumütige Männer loszuwerden, aber an der realen Benachteiligung ändert das angeblich nichts.
Aber stimmt das überhaupt? Ist die Frau real benachteiligt? Hier, jetzt und heute?

Um das rauszufinden, gibts nur einen Weg: Ab zum Real, und gucken, wo die Frau steht.
Stop Nummer eins ist der Getränkemarkt, weil der liegt gleich hinter dem Eingang. Da grinst Christina aus der Wasserkiste neben Regina, aber Hugo, Otto oder Heinz suche ich vergeblich. Männer sind wohl nicht mal so marktfähig wie die Kleinstädte in OWL oder die Vororte grauer Großstädte; siehe Öttingen (München) oder Kronsberg (Hannover).
Nächste Station: Zeitschriften. Geht klar an die Frau. Brigitte, Lisa, Helga und wie sie alle heißen mögen.
Zwischenstand: 6:0.
Bei Elektro erhöht Severin auf 7:0, bevor Magnum, der Staubsaugersack, den etwas fragwürdigen Anschluss erzielt. In der Süßigkeitenabteilung erhöht Mozart mit der Kugel zum 7:2, allerdings ebenso fragwürdig.
Klarer dagegen die Roland Brezeln und Don Simon, der Tütenwein; Die russischen Politiker in der Schnapsecke zählen hingegen nicht (weiss man bei Gorbatschow beispelsweise, ob Michail oder Raissa gemeint sind?). Auch Captain Jack kann die Steilvorlage nicht nutzen.
Mit dem 7:2 geht es zu den Tütensuppen. Nee, Maggi (sprich Meggi; wie Maggy Thatcher) als denglische Kurzform von Margareth(e) zählt nicht. Dann kann ich genau so gut in die Heimwerkerecke gehen und alle Bretter (= Brett; als denglische Kurzform von Brat wie Brat Pitt; und Brat-Pfanne aus der Kochecke sowieso)) auch als Männerpunkt zählen.
Mal abgesehen vom Tag der Frau: Bodenständige Menschen, Chemiker, Heimwerker und notorische Falliten sollten ihre Kinder sowieso nicht nach ihrem Wohnort, Job oder der Perspektive daraus benennen: Halle, Paris, Esther, Brett (Brad), oder Nicole (nie-kohle gesprochen) sind .
Dasselbe gilt für Meica. Der Frauenname wäre Meike, und Koseworte wie „Kleine Knackzarte“ oder ähnliche Würstelnamen; da fangen wir gar nicht erst mit an.
Heinz und Thommy schaffen das klare 7:4, Beim Fleisch erhöht Hertha auf 8:4, bevor Abraham mit dem Schinken das 8:5 erzielt. Harry und sein Brot erzielen das 8:6, aber direkt im Anschluß, nämlch in der Kaffeabteilung macht Melitta das 9:6.
Ein spontaner Klimawandel dann im Kühlregal. Zunächst nutzen wiederum die Frauen ihn besser. Dr. Öttker spielt steil auf Paula, die netzt ein zum 10:6. Zuckermädchen erhöht auf 11:6, bevor Franz Weichkäse eingewechselt wird. Und er schafft den zwischenzeitlichen Ausgleich!
Bevor der Pfiff zur Gemüseabteilung ertönt, heisst es 11:11, nachdem Rötkäppchen wegen Abseits abgepfiffen wurde. Das verspricht, auf dem Weg zur Kasse noch ein ganz spannende Ding zu werden.
Also zur Gemüseabteilung. Und die Männer starten unterirdisch. Denn unter der Erde regiert die Frau. Bei den Kartoffeln ist Frau absolute Spitze. Sieglinde, Anabella, und wie die Mädels alle heißen.
Chiquita „Banane“ dann noch mit dem 17:11.
Ariel die Meerjungfrau steht im Abseits beim nächsten Treffer, der in der Wasch- und Spülmittelabteilung fällt. Also weiter zur Duftecke.
In der Parfümerie machen die Frauen dann alles klar. Hugo steht fast alleine auf weiter Flur (Bruno kommt zu spät), denn ausgerechnet Otto (Kern) bringt mit mindestens einem Eigentor-Hattrick (Hattrick klingt zwar wie Pattrick, zählt hier aber nicht als Mann, keine Sorge) die Entscheidung. Gabriela Sabatini, Naomi Kempel, Christina Aquidingsda, und Halle Berry.
Wobei Halle als Mädchenname genau so grenzwertig ist wie Brett. Ich kann mir das nur so erklären, dass sie in Halle oder in einer Halle gezeugt wurde, als romantische Erinnerung. Dann hätte sie sogar noch Gück gehabt. Ein Schlafzimmer in Wanne-Eikel beispielsweise; nicht auszudenken.
Die Entscheidung ist gefallen. Regina das duftige Klopapier, und Sandra die Küchenrolle machen den Sack zu.
Omas Dosensuppen fallen dann auch nicht mehr ins Gewicht. Genausowenig wie Fanny (Pfanny), Linda Schmutz-ab, und die bitteren Pillen von Arnika, Veronika etc..
Walter Glas setzt mit Nadine, Kayla und anderen Mädels noch eins drauf, bei den Wasserfiltern schliesslich Britta mit dem 35:15.
Zu allem männlichen Elend kommt dann noch Lila. Ein Frauenvorname, der in Osnabrück extrem beliebt ist. In der Deko-Abteilung gleich nach Rosa auf Platz zwei. Warum gibt es keine Farben mit Männernamen oder umgekehrt? Braun Rasierer, ok, aber keine Vasen oder Anzüge in der Modefarbe „Herbert“.
An Ken und Barbie vorbei gehts zur Kasse, Magnum II grinst zwar eisig aus der Truhe, aber auf dem Parkplatz stellt Mercedes den alten Abstand in der Schlussminute wieder her.
Ergebnis: In Real nichts zu holen für die Männer, denn die Frauen gewinnen die Frauen deutlich mit 49 zu 17. Nach früher Führung im Getränkemarkt konnten die Männer durch Würzsauce und Käsetheke aufholen, aber das KO durch die Obstabteilung und die bärenstarke Duftecke am Ende nicht verhindern. Deko machte das Debakel perfekt.

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Eine Antwort to “Rückblick: Tag der Frau”

  1. Tag der Frau – was gibts Neues? « Jebac's Blog Says:

    […] ziemlich genau einem Jahr war schon mal der „Tag der Frau“. Ich habe damals den Tag genutzt, um ausgiebig zu analysieren, wo die Frau den real steht und wie sie…. An der eindeutigen Dominanz von Sandra (Küchenrolle), Serena (Auto und Damenbinde), Regina […]

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