Wurst und Politik

Eines muss man der Frau Merkel ja lassen: Das Problem Westerwelle wollte sie elegant lösen. Wenn man mit dessen Partei schon eine Traumkoalition eingehen muss, wird sie sich gedacht haben, dann
will ich den wenigstens nicht die ganze Zeit vor den Füßen haben. Und schwupps – wurde er Außenminister. Die werden traditionell dafür bezahlt, dass sie im Ausland sind. Kann kein Auswärts – nicht mal englisch? Egal. Er ist ja schliesslich deutscher Aussenminister. Und nicht englischer, süamerikanischer oder sowas.
Der Plan war gut, aber er hat nicht funktioniert. Es macht sowieso jeder Minister, wozu er grade Lust hat. Karl-Theo trifft sich immer noch mit Wirtschaftsvertretern, angeblich zwar nur um denen zu sagen, dass er nicht mehr Wirtschaftsminister ist,
aber das oft und gerne. Aber bei Herrn Westerwelle ist das anders. Der macht Innenpolitik, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen.
Auf die knallhart ehrliche Art, nicht wie so ein Harz-Vierer. Von denen will und muss er sich distanzieren. Und sagt, er hat keine Lust mehr, dass es in Deutschland nur noch Leute gibt, die vom Staat bezahlt werden.
Lange Zeit dachte man ja, dass das speziell auf Staatsdiener wie z. B. Minister zutrifft, aber weit gefehlt. Das war früher. Die Privatisierung hat auch in der Politik Einzug gefunden. Die Preisliste liegt noch nicht offiziell vor, aber ein paar Sachen sind
bereits durchgesickert. Gesetze sind relativ teuer, ab 1 Million geht da was. Aber das Geld ist ja schnell wieder drin. Gespräche mit dem Minister gibts schon ab 20.000 €. Nicht teuer, aber davon braucht man einige bis zum Gesetz. Fliegen mit der FDP ist dann der nächste Schritt, da wird das Gesetz klar gemacht. Kostenpunkt 160.000 € (plus Ticket), die selbstverständlich sehr gut angelegt sind.
Klar, dass Guido am liebsten weit weg fliegt (da kann man gleich mehrere Gesetze planen) und nur kurz bei den Ausländern bleibt, denn man versteht eh nicht was die reden, und Gesetze kaufen die von Ihm auch nicht.
Und wenn am Ende denn alles klar gemacht ist (wie bei den Hotels beispielsweise) kommt der Außenminister auch gerne persönlich zur Einweihung und redet irgendwas. Kosten: Keine. Komplett gratis.
Allerdings muss man dazu wissen, dass Guido nur mit Lebensgefährten kommt, und der kassiert, damit er mitkommt. Und spendet sein Honorar dann an wohltätige Organisationen wie die FDP.
Klar, dass man sich dann als echter Dienstleister sieht, und nicht als jemand der Geld vom Staat kriegt. Und was sagen die Leute dazu, die dem Staat immer noch auf der Naht liegen? Traditionell folgendes: „Es gibt zwei Sachen, bei denen man nicht wissen möchte, wie sie gemacht werden: Wurst und Politik“.

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