Archive for Februar 2010

Noahs großer Fehler

Februar 21, 2010

Wer kennt nicht die gewaltige, beeindruckende Sprache der Bibel und die grandiosen Metaphern, die benutzt werden? Als vor etwa 6.000 Jahren der Damm brach, der das heutige schwarze Meer vom Mittelmmer trennte, und es zeitgleich eine anhaltende Schlechtwetterperiode gab, wanderte das Volk aus dem heutigen schwarzen Meer aus, nach dem heutigen Nahost, und nahm seine Religion und seine Mythen mit.
Die Religion wurde fanatischer, Jahwe wurde zum einzigen Gott, und die Juden wurden zu dem Volk, welches Schrift erfand, um religiöse Ereignisse aufzuzeichnen, und nicht wegen der Buchhaltung wie die Assyrer und Babylonier.
Assyrer und Babylonier sind längst Geschichte, was eindrucksvoll beweist, welchen Wert (weltgeschichtlich betrachtet) die Buchhaltung gegenüber der Theologie einnimmt. Die Geschichte vom großen Dammbruch ist als „Sintflut“ in die Aufzeichnungen eingegangen, und ein Mann namens Noah wird als Retter der Menschheit und der Tierwelt angepriesen. Jahwe wählte ihn aus, der zukünftigen Menschheit die Tierwelt, die vor der Sintflut dagewesen war, zu retten. Und er tat es, auch wenn er sich nicht an die Anweisungen seines Chefs hielt. Der sagte, er solle von den reinen Tieren je 7 Männlein und 7 Weiblein in seinen „Kasten“ (=Arche) nehmen, aber er nahm gemäß Bibel nur zwei mit. Laut Koran hatte er den Platz nämlich für alle Menschen gebraucht, die ohne Sünde sind.
Noah hatte also eine gewisse Wahl, wer und was in den Kasten kommt, wen und was er mitnimmt. Und dabei machte er einen nur einen großen Fehler, und der ist leider nicht mehr zu korrigieren.
Er tat schon recht daran, Mammuts, Säbelzahntiger, Mastodons, Saurier (??) und so weiter nicht mit in die Arche zu schleppen, bei den Tauben hat er allerdings Mist gebaut, und diesen Fehler zu spät gemerkt.
Noahs Frau, deren Namen weder bei Juden, Christen noch Moslems überliefert ist (er nannte sie wahrscheinlich Schatzi oder ähnlich), dürfte schon am zweiten Morgen im Kasten schlechtgelaunt aufgestanden sein. Als Noah sie fragte „gut geschlafen, Schatzi?“, sagte sie: „Nein, die Tauben!
Dies gurr gurr flatter flatter raubt mir den Schlaf“. Und so ging es 40 tage und 40 Nächte, und ausserdem regnete es. Danach war auch Noah mit den Nerven am Ende.
Er musste diese lästigen Kreaturen irgendwie los werden. Er öffnete die Dachluke, scheuchte die tauben raus, und dazu Raben sowie ein paar andere, furchterregende und hungrige Raubvögel, deren Namen man heute nicht mehr kennt.
Der Rest ist Geschichte. Greife sind entsetzlich dämliche kreaturen. Sie stiegen majestätisch auf in die Lüfte und warteten auf Beute. Die kam natürlich nicht, also verhungerten sie in der Luft. Der Rabe, nicht dumm (die rezenten Arten der Corvidae sind, genau wie Schimpansen und Delphine in Experimenten zur Selbsterkennung fähig) dachte sich, was soll das, und setze sich auf den Bug der Arche und wartete bis die Dachluke wieder aufgeht. Die Taube flog zum nächsten Baum und brach etwas Nistmaterial ab. Noah und Schatzi waren erst mal entsetzt, als die Taube alleine zurück kam, aber als sie das Nistmaterial sahen, waren die schlaflosen Nächte vergessen. „Huhu“ dürfte die Taube gesagt haben. „Land Land“ oder so mögen Noah und Schatzi gejubelt haben, vergessen die schlaflosen Nächte und der morgenliche Streit, und nahmen Kurs auf den Berg Ararat.
Den Rest kann man in der Bibel und dem Koran nachlesen.
Bis auf eines: Die Raben haben das auch nicht verkraftet. 6000 Jahre huhu: sie beschlossen, auszusterben. Lieber ehrenvoll auf der Roten Liste untergehen, als ewig an die Erbschande erinnert zu werden, die der Urahn auf dem „Kasten“ verbrochen hatte.
Und die Menschen? Sie kaufen Plastik-Raben zum taubenverscheuchen und stellen die in den Garten, um in Ruhe schlafen zu können. Die Tauben kennen das seit 6000 Jahren und sagen dazu nur huhu.

Haben sie ein Gehirn?

Februar 18, 2010

Mein heissgeliebter VFL ist schon seit geraumer Zeit dabei, sich zum Toyota der Liga zu entwickeln: Zu Hause ohne Bremse, auswärts ohne Gas. Leider nicht gegen Schalke, obwohl die NOZ das bis zum Mittag des nächsten Tages noch behauptet hat. Also musste ich mir, um ganz sicher zu sein, das Spiel aus dem Internetz runterladen. Freundlicherweise gibt es VFL-Fans, die einen digitalen Rekorder haben. Die nehmen die Zusammenfassungen der VFL-Spiele auf und machen diese für Andere zugänglich.
Toller Service. Der Rückblick auf die Spiele gegen den HSV oder den BVB haben mich über die Winterpause gerettet. Dennis „Handball“ Schmidt oder das Tor des Monats, da pulsieren die lila und die weißen Blutkörperchen gleich viel schneller. Natürlich muss man die Videos bei Rapidshare oder Megaupload oder ähnlichen Firmen runterladen, und kriegt unweigerlich deren Werbung mit.
Logisch, denn dadurch finanzieren die sich ja. Ich habe mich dran gewöhnt, jedesmal zu erfahren dass ich falsch versichert bin, dafür aber – kein Scherz- jedesmal der 999999. Besucher der Seite bin und irgend was unglaublich tolles gewonnen habe. Oder so gut wie gewonnen. Neu für mich war aber der Sehtest. Den kenne ich seit 19hundertsondsoviel, die Platte mit den grünen und roten Punkten.
Test zur Feststellung von rot-grün-Blindheit, einer sehr häufigen Sehstörung bei Männern. Viele wissen es nicht, und merken es auch nicht. Erst wenn Andere sie wegen der gewagten Farbkombinationen bei der Kleidung aufmerksam machen (wieso, der graue Anzug ist doch schick?), oder beim Sehtest. Klassisch ist John Dalton (der Entdecker des gleichnamigen Dalton-Gesetzes; nach dem noch heute die atomare Masse von Atomen benannt ist), der um 1800 herum in einer „angeblich“ schreiend roten Jacke zu einer Beisetzung ging und allgemeines Entsetzen auslöste. Erst da merkte er, dass die „schwarze“ Jacke von Anderen anders „empfunden“ wurde.
Zurück zum Ausgangspunkt: Die Uberschrift der Werbung war aber: Wie intelligent sind Sie? Können Sie die Zahl lesen? 78% deiner Nachbarn können es nicht!.
Ungewöhnlich hoher Anteil an rot-grün-blinden Männern. Im Schnitt liegt der bei 15%. Aber die Preisfrage ist: Was hat das mit Intelligenz zu tun? Um nicht rot-grün-blind zu sein, braucht man keinen IQ von 150, die Hälfte oder weniger tuts auch, darunter wirds wegen der Zahlen allerdings etwas langwierig. Die roten und grünen Punkte sind trotzdem zu erkennen.
Nur wer gar kein Gehirn hat, dürfte ernste Schwierigkeiten bekommen. Das ist es also was da wirklich getestet wird: Die Hirnfunktion. Also denn: Die Zahl ist 78. Test bestanden. Hirn vorhanden.
Aber auch dass liess ich mir nochmal bestätigen. Ich rief diese Seite auf, und nach 6 weiteren Fragen (z. B. wieviel ist 6 + 3: a: 7; b: 8; c:9; d: 10 kam die Seite, auf der mir gratuliert wurde, ich müsse jetzt nur noch zustimmen, dass mir kostenpflichtige Klingeltöne aufs handy geladen werden, brach ich nämlich ab. Nur wer nämlich mit H schreibt, ist dämlich.

Steuersünder als Volkshelden

Februar 11, 2010

„Steuer-CD“ ist dabei, schon jetzt das Unwort des Jahres zu werden. Darf Frau Merkel 2,5 Millionen Euro an einen unzufriedenen HBSC-Mitarbeiter zahlen, der die Dateien von seinem Chef geklaut hat? Selbstverständlich, sagt das Volk. Wer hier seine Steuern nicht zahlt, sondern es den Schweizen in den A… schiebt, , ist ein ganz schlimmer, mitverantwortlich für den Streusalz-Mangel auf Deutschlands Straßen, an der Wirtschaftskrise, an der Harz-4 Misere (dazu Bilder bei „Brisant“ von dicken Kindern, die sehnsüchtig nach Mäckes-Pommes schielen) etc…

Also, bleib dran, Staat, kauf alles und verknack sie alle. Nebenbei, natürlich führt das zu einem Boom bei CD-Angeboten. Die Daten-CD, die Frankreich nicht haben wollte, wurde auch schon wieder rausgekramt und angepriesen. Und Schleswig-Holstein beispielsweise wurde eine CD mit 320 Daten angeboten. Der Kauf wurde aber abgelehnt. Den Steuerbehörden war vermutlich klar, dass es auf der Welt auch Daten gibt, die nicht 100 Millionen Euro Steuern pro Stück von bösen alten Männern bringen, sondern vielleicht was ganz anderes, was es im Netz billiger gibt.
Sammelbilder von deutschen Formel 1-Weltmeistern vielleicht. Dem Volk der Autobahnraser sind die F1-Champions natürlich nationale Ikonen. Wer käme auf die Idee, daß Michael Schumacher beispielsweise in Deutschland Steuern hinterzieht? DER doch nicht!
Denn der Herr Schumachen kommt ja auch gar nicht erst in diese Verlegenheit, denn er zahlt in Deutschland ja überhaupt keine Steuern. Er ist ja nicht mal Deutscher, denn er lebt und wohnt seit 1996 im Sündenpfuhl Schweiz. Nach Wikipedia erklärte Herr Schumacher hierzu:“An der Schweiz hat mich gereizt, dass ich ein vernünftiges Steuerabkommen aushandeln konnte. In Deutschland sind sie ja selber dumm, wenn sie mir kein Angebot machen und dafür gänzlich auf meine Steuergelder verzichten“.
Aha.
Böse böse wer Teile seines Geldes in die Schweiz transferriert, aber wer sich selber dahin transferriert und gar nichts zahlt, ist im dummen Deutschland  ein Nationalheld. Und alle Deutschen  jubeln, wenn er in Zukunft der Schweiz zu noch mehr Steuereinnahmen verhilft.

Vor Gebrauch entfernen

Februar 6, 2010

Gebrauchsanweisungen sind nur was für Weicheier. Ein normales Gerät, vorsätzlich in einem Geschäft käuflich erworben, muss selbsterklärend sein. Das gilt natürlich nicht für Geschenke mit unklarer Funktion, wo man nicht weiss ob irgendwo ein Teelicht rein muss oder ob man sich besser einen Tee daraus machen sollte, weil sonst die ganze Hütte abfackelt.
Oder die Kaffeemaschine. Im Hausgebrauch nur „das Kind“ genannt, weil sie genau so viel Pflege und Aufmerksamkeit braucht wie ein Kind. Angenehm ist allerdings, dass die Kaffemaschine nicht schreit, sondern mit den 4 Lampen Blinksignale aussendet. Und Kinder verkalken nicht so oft. Mehr Unterschiede gibt es nicht. Die Gebrauchsanweisung von diesem Gerät ist tatsächlich das meisstgelesene Buch in unserem Haushalt, noch vor der Bibel.
Wer sich allerdings wirklich die Mühe macht, Gebrauchsanweisungen für selbsterklärende Geräte zu lesen, wird in der Regel lediglich darauf aufmerksam gemacht, was für ein gefährliches und gesundheitsschädliches Teil da grade angeschafft wurde.  Die neue Maus für den Laptop zum Beispiel: Warnung: kann bei übermäßigem Gebauch zu Schmerzen im Handgelenk führen. Oha. Also doch wieder Touchpad.
Und für manche „Geräte“ braucht man nun wirklich keine. Zum Beispiel Thermoskannen. Ich habe grade eine Neue. Ohne Gebrauchsanweisung, in der Packung nur die Kanne. Alles klar. Kaffee rein, Kanne zu, vor dem Ausgießen aufschrauben, was könnte sonst noch wichtig sein?
Ich weiss es nicht. Der erste Kaffe jedenfalls war schön warm, hatte aber einen eigenartigen Beigeschmack. Weshalb, lernte ich bei der zweiten Tasse. Zusammen mit dem Kaffe platschte die Gebrauchsanweisung in die Tasse.
Es war nicht mehr viel drauf zu lesen, aber wahrscheinlich stand da: „Entfernen Sie die Gebrauchsanweisung vor der ersten Benutzung“.

Schatz, reich mir mal das Salz bitte

Februar 2, 2010

Immer noch behindern Eis und Schnee das Leben. Hier zwar nicht so wie in MeckPomm, wo ein halber Meter Schnee am Tag fällt, kein eisiger Sturm der den Schnee zu meterhohe Schneewehen türmt, nein, Windstille und 5 cm Neuschnee reichen für das perfekte Chaos. Fairerweise muss dazu gesagt werden, leichter Forst war auch noch. Minus drei Grad immerhin. Und der Verkehr bricht erneut völlig zusammen. In der Stadt ist ein Durchkommen unmöglich, die Busse fahren nicht mehr, Straßen sind gesperrt. Was ist passiert? Nichts. Die braven Bürger schaufeln und salzen die Fußwege, die Lohnunternehmer fegen und streuen die Anlagen, aber auf den Straßen rührt sich nichts. Kein Salz mehr da, sagt die Stadtverwaltung. Aber das ist doch nichts Neues, schon Mitte Januar war es soweit. Macht nichts, hiess es damals, dann streuen wir eben Split. Und jetzt? Split alle. Salz bestellt, Liefertermin im März. Macht nichts, sagt die Stadtverwaltung, dann fegen wir eben. Bis auf etwa einen Zentimeter Rest liess sich der Schnee ja auch prima auf Rad- und Fusswege fegen. Und über den Eiswall aus gefrorenem Schneematsch kann man mit dem Auto sowieso nicht fahren. Höchstens dagegen. Der letzte Zentimeter allerdings wurde zu blankem Eis komprimiert. Die Autofahrer müssen sich den Witterungsverhältnissen anpassen, sagt die Stadtverwaltung, oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Aber wenn die auch nicht fahren? Die Busspuren waren sogar noch schneller und dicker vereist als die Straßen. Der ultimative Tipp der Stadtverwaltung: Bevorraten Sie sich rechtzeitig mit Lebensmitteln und bleiben Sie zuhause. Guter Tipp. Grade das mit dem „Rechtzeitig“. Denn Einkaufen gehen kann man ja unbeschwert. Die Fusswege sind weitestgehend Schnee- und Eisfrei.

Also beim Einkauf  Salz kaufen nicht vergessen. Ich werde der Stadt für den nächsten Winter ein oder zwei Pakete spenden. Vielleicht stellen die ja auch Spendenboxen auf, wie für Hundefutterdosen für das Tierheim. Damit sowas nicht wieder passiert.