Archive for Januar 2010

Jesajas Wecker

Januar 26, 2010

In der Bibel gibt es viele Propheten, aber Jesaja war, soweit ich weiß, der Einzige, der auch mal gute Nachrichten überbrachte. Die Sache mit dem Messias beispielsweise ist sein Ding. Es ist nicht überliefert, aber wenig wahrscheinlich, dass Jesaja bereits über eine Vorrichtung verfügte, die ihn morgens weckte, damit er auch pünktlich seinen anstrengenden, mitunter lebensgefährlichen Job als Prophet angehen konnte.
Auf meinen Wecker wäre er neidisch gewesen. Ein annefürsich sehr normales Exemplar aus der Kollektion eines großen Kafferösters. Ich kriegte es von meiner damaligen Chefin auf der Weihnachtsfeier vor 2 Jahren geschenkt, damit ich bloss immer pünktlich bin. Das war exakt an dem Tag, als meine Probezeit zu Ende war.

Der Wecker vertrieb durch sein lautes Ticken Menschen, lockte dafür Tauben vors fenster, aber er war zuverlässig. Vor Weihnachten 2009  hatte ich die Nase allerdings endgültig voll von dem Job, und kündigte. Ich sagte meiner Chefin, ich wäre bereit, als 400 €-Kraft nebenbei weiter zu machen, aber nie mehr auf Vollzeit. „Da kannst du lange warten, bis von meinen Stammkräften jemand abspringt“ war die Antwort.

Der 9. Januar war für mich der Letzte, ab da war ich auf Lehrgang für meinen neuen Job. Zu spät allerdings, denn exakt an diesem Tag gab der Wecker seinen Geist auf. Bakterie alle. Wegen seiner Tickbelastung, und als Strafe, liess ich ihn erst mal tot auf dem Nachttischchen liegen. Bis heute nachmittag. Ich muss morgen früh raus, und nur Kraft meines Geistes gelingt das nicht immer. Also nahm ich eine der geschenkten Batterien, setzte sie ein, und machte mir einen Kaffee.
Dann klingelte das Telefon.
Müßig zu sagen wer dran war und mich fragte, ob ich denn in Zukunft an zwei Nachmittagen die Woche Zeit hätte.

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500 g Hackfleisch (frisch)

Januar 23, 2010

Morgen gibt es Blätterteigpastete. Dazu braucht man u. a. 500 g Hackfleisch (frisch); Originalzitat aus dem Rezept. Bei dem anderen Markt (der mit den Geschenken) kaufe ich nur ungerne Fleisch. In diesem Teil des Marktes ist es sehr unheimlich, denn da verirren sich nur selten Kunden hin. Die meissten kaufen eh Sachen, die man sofort austrinken kann. Und trotzdem ist selbst Samstag abend die Frischfleischtheke voll mit frischem Fleisch. Das macht mich misstrauisch.
Also zum Real. Komisch, auf der Fahrt dahin dudelt der Sender Strange Days von den Doors. Da war der Opa wohl zu Besuch im Studio. Erinnerungen kommen hoch…
Im Real ist die Fleisch-Selbst-Nehm-Theke leer. Erst jetzt nehme ich wahr, dass es daneben eine Bedien-Theke gibt. Wie Früher beim Schlachter. Die Frau dahinter sieht auch aus wie die Schlachterin von Früher, nur älter. Ich starre sie versonnen in Erinnerungen an und spreche die Worte, die ich früher so oft sprach: „Ein Pfund Hack bitte“
Und sie greift gekonnt in die rosige Masse, plaziert sie mit einer fliessenden Bewegung auf der Waage und antwortet: „Darfs ein bisschen mehr sein?“
Hätte Sie auch noch gefragt, ob ich ne Scheibe Wurst mag, ich wäre vermutlich in Tränen ausgebrochen.

Kleine Geschenke steigern die Kaufkraft

Januar 21, 2010

Ich trinke gerne mal ein Bier wenn ich abens am Rechner sitze. Und das muss ich logischerweise kaufen. Egal wo? Nein, seit einige Zeit bin ich meinem Getränkemarkt untrei geworden. Den hatte ich seit 3 Jahren etwa, liegt recht günstig, ist recht günstig. Aufmerksam geworden bin ich damals damals wegen „Überraschungsgeschenk bei jedem Kauf“.
Ich kaufte, und wurde beschenkt: Eine Dose geschälte Tomaten, haltbar bis nächste Woche.
Ganz ehrlich, ich war lange nicht mehr so überrascht wie damals.
Auch wenn bei der Aktion der Entsorgungsaspekt vermutlich im Vordergrund stand, es war witzig.
Logischerweise bin ich dem Getränkemarkt untreu geworden, als ein Supermarkt, der auch gar nicht soweit weg liegt (streng genommen sogar noch näher) mit der Aktion wirbt: 1 Geschenk gratis (was sonst?) beim Kauf von einer Kiste Bier. Die Geschenke sind cool: Taschenlampe, Batterien, Mini-Berliner, Klopapier, Eiskonfekt aufgetaute TK-Pommes, usw..Wäre ich nie drauf gekommen, das alles zu kaufen (ausser Klopapier natürlich). Es hat fast 2 Monate gedaurt, biss ich endlich realisiert habe, dass eine Kiste Pils da 1 Euro teurer ist als im Fachhandel. Sicher, die Mini-Berlinser kosten sonst 2,19; die Taschenlampe 1,99; die Batterien sogar 2,49. Gespart habe ich, mein Jägerundsammler-Instinkt ist befriedigt – irgendwie. Aber ein schaler Nachgeschmack bleibt. Beim Bier genau so wie bei dem Eiskonfekt.
Das brauche ich ja eingentlich genau so dringend wie Batterien. Oder Taschenlampen.
Die Dose Tomaten von Damals habe habe ich übrigens auch immer noch.

Helmpflicht für Fußgänger

Januar 17, 2010

Endlich Tauwetter.
Tag der Freude, sollte man meinen. Bis in den Vormittag Totenstille draußen. Keine Autos, keine Fussgänder die mich durch Gespräche oder Klapperlatschen wecken, soweit sehr angenehm. Auch keine gurrenden Tauben – der größte Vorteil beim Winter. Aber dann schlägt das Tauwetter zu.
Rappadappa – Krach. Oder Klirr. Des Rätsels Lösung: Die Dächer tauen ab. Zuerst fallen die Eiszapfen – darunter sehr respektable Exemplare, die aus dem 3. Stoch auf die parkenden Autos krachen, dann der patschige pappige Schnee. Nachbars Auto sieht nach einem Volltreffer durch einen 40-cm Zapfen gar nicht mehr gut aus.
Immerhin liegt jetzt der Rutsch-Schnee drauf, das erspart ihm den Schock beim ersten Anblick.
Lang hinschlagen würde er ohnehin, denn es regnet auf den gefrorenen Boden.
Wann geht nochmal der Frühling los?

Januar 16, 2010

Herzlichen Glückwunsch Udo Lattek!
Ein ehemaliger Spieler des VFL Osnabrück wird 75.
Entgegen der allgemeinen Auffassung wurde Udo Lattek nicht als Trainer geboren, sondern als Lehrer und aktiver Fussballer. Im Jahre
1962 erreichte er den Höhepunkt seiner aktiven Laufbahn: Stürmer beim VFL. In seinen 70 Punktspielen erzielte er stolze 34 Tore. In jedem zweiten Spiel eins. Und das nicht etwa in irgendeiner Liga, sondern in der damals höchsten deutschen Spielklasse, der Oberliga Nord!
As time goes by…
Heute wäre ich schon froh, wenn die VFL -Stürmer wenigstens jedes zehnte Spiel mal treffen würden. Und was die Liga angeht: na ja, höchste vom DFB persönlich geführte Liga, immerhin.

Aber wir werden das ändern.

Hello world!

Januar 14, 2010

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